Lesezeichen und Tempura

Manchmal kann man wahre Schätze in den eigenen Lesezeichen bergen. Solche, die man schon längst vergessen hatte und die bei ihrer Wiederentdeckung nur noch schöner funkeln. Als ich Anfang der Woche ein paar grobe Pläne für den Tag machen wollte, suchte ich eigentlich nach einem schon vor längerem abgespeicherten Artikel über die Gegend um Omotesando und Harajuku. Den fand ich auch, zusätzlich entdeckte ich aber auch den Bento.com Restaurant Guide wieder. Ein unschätzbarer Volltreffer, den ich jedem Japanbesucher nur ans Herz legen kann. Der Guide ist umfangreich und auf Englisch verfasst – die Location Based Services und Review-Dienste, die man sonst so nutzt, halfen mir zuvor nämlich in Tokyo nur eingeschränkt weiter. Zum Beispiel, weil Locations mitunter nicht in der englischen Umschrift gefunden werden, Reviews natürlich oft auf Japanisch sind und man sich nur an das overall rating halten kann und und und.

Bei Bento.com werden alle möglichen Restaurants, Bars und Cafés in Tokyo gesammelt, mit Reviews, Bildern und der Verortung im großen Straßennetz. Die Ergebnisse lassen sich nach Küche & Gerichten, Stadtbezirken und Features wie Free WiFi oder Brunch durchsuchen. Zusätzlich erfährt man auch, wo man bestimmte Lebensmittel kaufen kann. Japanische Rezepte, Artikel über japanische Küche und jede Menge Bilder gibt es außerdem.

Natürlich musste ich einen der Tipps dann auch sofort am gleichen Tag ausprobieren. Tempura in Shinjuku standen auf meiner Wunsch-Speisekarte und Bento.com führte mich zu Tsunahachi. Nachdem ich den Weg in die Seitenstraße dann auch endlich nach dem obligatorischen Verlaufen gefunden hatte, erblickte ich eine lange Schlange vor der schon von außen charmant wirkenden Location, in die ich mich geduldig einreihte. (Fernab von kulinarischen Vorrecherchen kann man das sowieso immer empfehlen: Einfach in bestehende Schlangen vor Restaurants einreihen, die haben eigentlich immer einen Grund.)

(Lasst euch nicht von meinem mangelnden Food-Fotografie-Talent täuschen... ;))

(Lasst euch nicht von meinem mangelnden Food-Fotografie-Talent täuschen…;))

Nach etwa zwanzig Minuten durfte ich die Location betreten und wurde direkt von wunderbaren Gerüchen umweht. Nach einigen weiteren kurzen Minuten Wartezeit im Vorraum war es dann soweit: Ich nahm an der Bar Platz und durfte einen Blick in die auch auf Englisch verfügbare Speisekarte werfen. Nach der Bestellung konnte ich direkt mitverfolgen, wie mein Essen und das der anderen Gäste zubereitet und ruckzuck auf einer Platte serviert wurde. Reis und Misosuppe rundeten die knusprigst frittierten Tempura verschiedenster Art ab – darunter unglaublich leckere Pilze, Auberginen und Lotuswurzeln. Dazu gab es natürlich den allgegenwärtigen grünen Tee. Insgesamt kann ich Tsunahachi nur empfehlen – eine tolle Atmosphäre und sehr gutes Essen. Preislich lag das Mittagsmenu bei etwa 12 Euro, machte aber auch lange satt. (Abends sind die Menus fast überall immer teurer.)

Bento.com hat sich übrigens als Empfehlungsplattform auch für weitere Restaurants bewährt – Berichte folgen natürlich.