Lappland-Reisevorbereitung: Momente

Ich zog drei Paar Handschuhe übereinander und frage mich immer noch, ob das warm genug sein wird.

Ich zog vier Paar Handschuhe übereinander und stelle fest: Das ist zu viel – bzw. zu wenig, Platz nämlich, das fühlt sich ganz fies nach Fingerquetschung an.

Es gibt Schuhe und es gibt Lappland-Schuhe. Letzteres sind quasi kleine Häuschen, die für Füße gebaut wurden. Und die bis zu -100°C aushalten können (auch, wenn man selbst das dann vermutlich schon lange nicht mehr aushalten konnte).

Ich finde es grauenhaft, das zu bestätigen, aber: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal nur zwei Paar Schuhe für einen Urlaub einplante. Und erst recht nicht, wann jemals Hausschuhe dabei gewesen wären.

Man glaubt nicht, wie viele warme Klamotten man gerollt in einen Koffer bekommen kann. Test erfolgreich.

Und ich glaube kaum, wie schwer es doch ist, die Eitelkeit ganz zu besiegen und kein Kleid auf die Liste zu packen (oder irgendein anderes nicht pragmatisches oder comfymäßiges Kleidungsstück), weil das einfach völliger Irrsinn wäre.

Ich werde ein Stirnband einpacken, das ich noch unter die Mütze ziehen kann. Farbwahl: gelb, Mütze: schwarz. Hallo, BVB! (Das BVB-Handtuch ist dann natürlich auch dabei.)

Im Zweifel werde ich vier Hosenlagen übereinander tragen können. (Sollte also auch für mich als Frostbeule klappen.)

Ich habe mir Wissen angelesen, ab wann so ein Nasenpiercing einfrieren könnte.

Begleitende Reiseliteratur: Marie von Ebner-Eschenbach und Elisabeth Rank.

2016: On my way.

Das neue Jahr ist gerade geschlüpft, 2017 ist hier, 2016 Geschichte. Dessen Ende konnten viele Menschen nicht schnell genug herbeisehnen: Das Ende eines Jahres, das weltpolitisch sicher noch eine Menge Luft nach oben gehabt hätte. Ein Jahr, das für mich persönlich hingegen aber auch ein wirklich schönes war. Eines, in dem ich in vielen Momenten sehr pur glücklich war. Ein Jahr mit sehr vielen Reisen. Ein Jahr, das oft (literally) wie im Flug verging, in dem ich aber auch viel erlebt habe. Eines, in dem ich meiner Vorstellung davon, wo und wie ich sein und wo ich hin möchte, noch mal deutlich näher gekommen bin. 2016 war ich sehr auf meinem Weg, das trifft es wohl ganz gut. Daher: Zeit, noch einmal kurz zurückzublicken:

Januar
neujahr2016 begann am weißen Sandstrand mit Feuerwerk, am Tag schaukelte ich unter Palmen und badete in einem Wasserfall – ein sensationeller Start! Es folgten: Der Abschluss des Rescue Divers, mehr Tauchgänge an den wunderschönen Similan Islands inklusive Mantarochen in 1,5m Abstand (wohooo!) – und mit der Rückkehr nach Deutschland ein Temperaturschock um -40°C, genutzt für Winterwanderungen in der Eiffel.

Februar
madridKöln, Karneval – und die Gelegenheit für eine neue Reise! Madrid lebte trotz frostiger Temperaturen auch nachts unter der Woche schon sehr auf und bot eine versteckte, aber sehr erinnerungswürdige Tapas Bar, legendäre Churros, tolle Ausblicke und Unmengen von kleinen Snacks im Mercado de San Miguel. In Köln wartete mein erstes LaserTag-Game, Passiv-Sport mit Rugby im Jameson’s und dem Auswärtsspiel des BVB in Leverkusen (erinnerungswürdig eher durch die Begleitumstände als das Spiel selbst – Grüße an dieser Stelle an Ina, Kathrin und Jan! ;)).

März
ko%cc%88lnDer März fing mit Reisen beruflicher Natur an: 3 Tage München, 2 Abende unterwegs, ein Banane-Walnuss-Muffin, unzählige gute Gespräche. Beruflich ging es auch weiter – mit dem Startschuss für meinen neuen Job. Und apropos Startschuss: Auch das Laufen hab ich endlich wieder regelmäßiger (und mit 10km Standarddistanz) aufgenommen.

April
Ich erinnere mich an das erste Essen auf der Terrasse, Ungeduld, einen sehr unterhaltsamen Theaterbesuch („Fremde Verwandte“), ein tolles Konzert von Hans Zimmer und eine unfreiwillige, skurrile, ziemlich verstörende Fortbildung in Verschwörungstheorien durch einen verlorenen Rucksack.

Mai
barcelonaWährend mich ein Infekt völlig aus der Bahn warf, läutete er auch meine 2016er-Lese-Saison ein: Ich begann mit „A song of ice and fire“ (die Game-of-Thrones-Reihe). Eine kurze Pause gab es für einen Kurztrip nach Barcelona mit mehr Tapas, unendlich vielen wunderschönen Gebäuden, einem Aufenthalt am Strand, einer Seilbahnfahrt und Wanderungen auf dem Hausberg. Auch das Kölner Umland hielt noch eine Neuentdeckung bereit: Ich bezwang den Drachenfelsen. 😉

Juni
romEiner der vollgepacktesten Monate des vergangenen Jahres – zum Geburtstag reiste ich erneut (I’m a lucky girl, most definitely) nach Rom, inklusive erwartbaren Schuhkäufen (3) und dem besten Pistazien-Eis sowie der besten Pizza ever sowie einem endlich unverstellten Blick auf den Trevi-Brunnen. Danach folgte mein Agentur-Abschied bei Weber Shandwick, verbunden mit einem Blick auf die vergangenen 2,5 Jahre und viel Dankbarkeit für eine gute Zeit sowie der Sicherheit, dass lieb gewordene Kollegen Freunde bleiben. Die letzten Resturlaubstage wurden dann „vertaucht“: im Unterwassermuseum auf Lanzarote und bei meinem ersten Dive-Through!

Juli
julyNeuer Job, neuer Job, neuer Job: Am 1. Juli fing ich als Social Media Managerin bei der DKMS an und das war eine der prägendsten und besten Entscheidungen des Jahres. Tolle Aufgaben, tolle Kollegen, eine wertvolle Mission – ich bin sehr, sehr happy.

August
Franzbrötchen und Freunde in Hamburg, mein erstes Himmel un Äd in Köln (yummi!), mein erster DKMS-Lauf und die Geburt der Idee meines ersten Halbmarathons (wer hätte gedacht, dass ich das je möchte?)… Der August war voll mit tollen Momenten, Gesprächen und Ideen – und zog auch hier mit erneut enormer Geschwindigkeit vorbei.

September
berlinEin Kurztrip nach Frankfurt, neuer Input für meine 2016er Playlist (die ich mit etwas Disziplin auch noch verblogge), ein Wiedersehen mit alten Kollegen (danke, dmexco!), ein sehr, sehr schönes Sommer-Wochenende in Berlin mit geheimem Restaurant, toller entdeckter Bar, Museumsbesuch und Hipster-Schwimmbad und die letzten Urlaubsvorbereitungen – und dann hieß es schon wieder: Up, up – nach Schottland!

Oktober
schottlandWas soll ich sagen? Die schottischen Highlands raubten mir den Atem und die Worte. Ich kletterte noch vor Sonnenaufgang Berge hoch, erklimmte weitere trotz angeknackstem Knöchel und wurde mit unvergesslichem Ausblick belohnt (unvernünftig, trotzdem lohnenswert), ging fast ein, als die Auto-Werkstattleuchte 30km im Nirgendwo auf einer Single-Track-Road in der tiefsten Dunkelheit anging, summte permanent Runrig, entdeckte Inseln, Fairy Pools, vielleicht auch ein bisschen Whisky, probierte Haggis und Haggis-Chips, staunte jeden Tag über das nicht zu erwartende, aber vorhandene grandios klare Sonnenschein-Wetter und und und. Es war wunderschön.

November
Der November begann quasi mit der Champions-League-Hymne beim Heimspiel gegen Lissabon, beinhaltete leider eine (immerhin nur leichte) Lebensmittelvergiftung und zahlreiche Rennereien, um endlich den Handyvertrag zu wechseln, aber auch neue Köln-Entdeckungen wie das Kaizen und das Gedankengut. Um die Reiseroutine nicht zu vernachlässigen, ging es erneut nach Berlin, hier ebenfalls mit Entdeckungen wie dem Dr. To’s für asiatische Tapas und dem Wiederbesuch des Le Bon für sehr leckeres Frühstück. Um weiterhin in Schottland-Erinnerungen zu schwelgen, war das Runrig-Konzert der perfekte Aufhänger. Ach ja, und ich beendete endlich die Game-of-Thrones-Buchreihe!

Dezember
sofiaPassend zum Rest des Jahres beinhaltete auch der letzte Monat desselben ein volles Reiseprogramm – nicht nur zu Weihnachten, sondern auch drum herum: Mit meinem vorweihnachtlichen ersten Paris-Besuch, bei dem ich nicht nur die Sprache wieder etwas auffrischen konnte, sondern auch den besten Cocktail ever trank und kopfschüttelnd vor happiness den Blick auf den Eiffelturm genoss. Zum Jahresende ging es über einen kurzen Wien-Stopover (mit Zeit für Naschmarkt, Hofburg, Stephansdom und Schnitzel-Dinner) auf nach Sofia: Eine superspannende Stadt voller Gegensätze. Und genau dort feierte ich vor historischer Kulisse und mit vielen tanzenden Bulgaren sehr entspannt ins neue Jahr.

2016 war definitiv ein Jahr, das ich für meinen Weg nicht missen möchte. Während sich so viele gerade fragen, wie 2017 ihr „new self, new life“ so aussehen soll, stelle ich fest: Ich bin ganz schön glücklich. Mit meinem Leben, mit den Menschen darin, mit meinem Job. Mit meinem Weg, meinen Zielen, den weiteren Ideen. Den Möglichkeiten, den Plänen. Ich freue mich darauf, wie es weitergeht. Und sage an dieser Stelle DANKE an alle, die 2016 für mich zu diesem schönen Jahr gemacht haben. <3

 

Back on track – Woche 8

Entgegen der Annahmen der letzten Woche war auch diese dann doch wieder ruckzuck vollgepackt – aber gut, am Ende mag ich es wohl einfach zu sehr, viel zu machen, viel unterwegs zu sein, sodass ich automatisch dazu tendiere, jede verfügbare Stunde auszureizen. (Nichtsdestotrotz ein Vorsatz für die nächste Woche: Mal etwas Tempo rausnehmen, etwas mehr frei verfügbare Zeit in der Planung belassen.) Dennoch: Auch in dieser Woche schaffte ich es immerhin zwei Mal, den Vorsatz des regelmäßigen Laufens in die Tat umzusetzen, woop woop! Ich möchte vorsichtig folgern: Es wird immer besser (und vielleicht auch ein winziges bisschen immer selbstverständlicher, das Laufen wieder als unverrückbaren Teil der Woche zu integrieren). Yay! Heißt allerdings immer noch nicht, dass jeder Lauf auch gleich viel Spaß macht, denn da war diese Woche von Experimenten und Gegensätzen geprägt:

Wie war Woche 8?
High highs and low lows – der Lauf am Montagabend war fast vollumfänglich super: Viel Energie, ich fühlte mich ein bisschen, als hätte ich kleine Trampoline unter den Schuhen, die mich umso beschwingter über die Strecke bringen. War es deswegen mühelos? Im Leben nicht. Der Lauf selbst war immer noch anstrengend, das lag aber wohl vor allem am kleinen Zeitteufel auf meiner Schulter, der immer noch ein bisschen schneller sein wollte. Aber: Ein super Gefühl, mich endlich wieder alten Zeiten anzunähern, ein freier Kopf und mit etwas weniger Tempo wär es vermutlich auch entspannt gewesen. 😉
Ganz anders am Donnerstag: Mein persönliches Experiment bestand darin, das mit dem Laufen am Morgen doch noch mal zu versuchen. Um es kurz zu machen: Ich lasse das dann jetzt wieder, dafür bin ich einfach nicht gemacht. Ich war einerseits wach und andererseits trotzdem müde, fühlte mich langsam (obwohl ich es nicht war) und trotz Aktivität, als hätte ich Gummi in den Beinen. Ich mag entspannte Läufe abends nach der Arbeit ohne Zeitdruck einfach deutlich lieber.

Wie oft bin ich gelaufen?
Zwei Mal – endlich mal wieder!

Wie lang/welche Strecke?
Ein Mal 6km, die mittlere Strecke und am Donnerstagmorgen die kleine Runde mit 4,5km. Mehr ging einfach nicht. Insgesamt damit relativ viel Park, ein bisschen durchs Veedel.

Stimmung, Freude am Laufen?
Am Montag: Hoch, ziemlich hoch sogar – und nach dem Lauf sogar noch höher beim Blick auf die Zeit und als sich die innere Zufriedenheit mal wieder so schön festsetzte.
Am Donnerstag: Niedrig. Morgenläufe in zeitlich engen Grenzen sind nicht meine Welt.

Und das innere Ehrgeiztier?
Montagabend hellwach und anstrengend (aber wirkungsvoll), am Donnerstag ebenfalls noch im Halbschlaf (da zählte auch eher, es überhaupt zum Laufen geschafft zu haben).

Welche Musik?
Erneut durch Zeitmangel die alte Playlist von 2014 – funktioniert für den Moment, für die kommende Woche muss aber eine neue her! (Ich arbeite dran.)

Back on track – Woche 7

Die Zeit rennt und rennt und rennt – und so mache ich das auch. Nur zum Bloggen kam ich nun doch erst wieder etwas verspätet. Um mein persönliches kleines Projekt #backontrack in Zukunft etwas strukturierter hier dokumentieren zu können, hab ich mir überlegt, die einzelnen Wochen jeweils anhand dieser Fragen Revue passieren zu lassen – und los geht’s!

Wie war Woche 7?
Woche 7 war insgesamt okay – fast schon ein bisschen routiniert (woop woop!). Ich konnte meine Frequenz zwar entgegen der Planung nicht steigern, aber war zufrieden, es in Anbetracht der komplett ausgebuchten Woche überhaupt auf die Laufstrecke geschafft zu haben (noch vor dem Fußball – kurzer Break für eine angemessene Reaktion ;)). Ich bin sicher, noch vor Kurzem wäre die volle Woche meine Ausrede gewesen, und ich freue mich deswegen umso mehr, dass ich mir trotzdem ein Zeitfenster freigeräumt habe.

Wie oft bin ich gelaufen?
Jaja, nur ein Mal – aber immerhin überhaupt ein Mal!

Wie lang/welche Strecke?
6km, meine mittlere Strecke. Relativ viel Park, ansonsten klassische Stadtszenerie.

Stimmung, Freude am Laufen?
Die Lauffreude hielt sich in Grenzen, leider. Es war einer dieser Abende, wo man irgendwie schnell merkt, heute läuft (haha) es nicht so richtig. Die Schritte fallen schwerer, das Energielevel ist niedriger. Gerade deswegen aber ein umso besseres Gefühl, durchzuhalten und nicht auf halbem Weg auf die kleine Runde abzubiegen. 😉

Und das innere Ehrgeiztier?
Nach ersten guten Wochen ist es mittlerweile wieder schwer in Schach zu halten – und wenn es nicht mehr (Läufe) bekommt, dann will es zumindest schnellere. Hat in der letzten Woche immerhin auch geklappt (auch wenn mir bewusst ist, dass es darum nicht stets geht).

Welche Musik?
Durch den erwähnten Zeitmangel lief ich leider noch immer ohne neue Playlist (Inspiration nach wie vor willkommen!), daher habe ich die von Anfang 2014 wieder ausgegraben, um für etwas Abwechslung zu sorgen.

Back on track – Wochen 4, 5 und 6

Auch wenn ich in den letzten drei Wochen die schriftliche Reflektion meiner eigenen kleinen Laufchallenge hier im Blog arg vernachlässigt habe, bin ich nach wie vor dabei. Woop woop! (Bitte fügen Sie hier einen kleinen Jubeltanz ein.)

Auch, wenn ich nach wie vor noch weit davon entfernt bin, quasi automatisch die Laufschuhe zu schnüren und mich im Park wiederzufinden, ist es doch deutlich leichter als beim ersten Mal vor ein paar Jahren, zu etwas Routine-Ähnlichem zurückzukommen. Dennoch bleibt das Laufen selbst ein Auf und Ab: Auf die enorme Motivation in den Wochen drei und vier folgte ein kleines Tief in Woche fünf, auf erste Entspanntheit im Hinblick auf Geschwindigkeit folgte ein umso wacheres Auge auf erreichtes Tempo und Zeiten in dieser Woche. Ja, auch wenn ich weiß, dass es völlig überflüssig ist, sich damit selbst so zu stressen und mir bewusst ist, dass entspannteres Laufen viel besser ist und mehr Spaß macht/Motivation bringt. Dennoch, trotz latentem Selbstdruck: Ich merke immer mehr, wie sehr das Laufen ein toller Ausgleich ist, wie gut es Kopf und Gedanken lüftet und bin zuversichtlich, auch weiter dran zu bleiben. Das ist doch auch schon mal was, oder? 😉

Rein häufigkeitstechnisch klappte es leider in den letzten zwei Wochen nicht mehr mit mehr als jeweils einem Lauf, in der letzten Woche war ich dafür allerdings statt auf meiner Standardstrecke von etwa 5 km fast doppelt so weit (9,5 km) am Rhein unterwegs. (Und merkte, dass das als Distanzsteigerung vielleicht doch etwas viel auf einmal war, Grüße an dieser Stelle an das innere Ehrgeiztier). In dieser Woche schnürte ich sogar am Freitagabend und nach einem Feierabendbier (!) noch die Laufschuhe, um entspannt ins Wochenende zu rennen (Das wäre früher nicht passiert! :D). Für die kommende Woche nehme ich mir fest wieder zwei Läufe vor und bin gespannt, ob es klappt.

Aktuell tatsächlich das größte Problem: Die Playlist. Ich habe sie kaputt gelaufen, ich kann sie nicht mehr hören und entsprechend motiviert sie mich auch nicht mehr so sehr wie am Anfang. Ich brauche neue Musik. Ruhig und entspannt und ohne Gesang geht für mich gar nicht, tendenziell eher schneller Beat, gute Laune, Partymusik und ja, fürs Laufen auch gerne Mainstream-Pop, das funktioniert bei mir super. Vielleicht könnt ihr ja helfen? Was hört ihr zum Laufen, was enthalten die Playlists eurer Wahl?

Back on track – Woche 3

Nachdem ich in der letzten Woche dem Minimalziel von einem Lauf erst auf den letzten Drücker gerecht wurde, startete ich diese Woche gleich zu Beginn durch, denn, Trommelwirbel: Die lange vermisste Laufmotivation ist zurück! Bei mir äußert sie sich nach einem angenehmen Lauf dadurch, dass direkt die Vorfreude auf den nächsten steigt – und damit auch der Wunsch, schnellstmöglich wieder die Laufschuhe zu schnüren. Ich erinnere mich daran, dass dieses Gefühl mich zum ersten Mal nach dem Women’s Run weitertrug, danach aber erst Wochen bzw. Monate später regelmäßig einkehrte. Interessant, dass es sich nun so schnell – direkt nach dem zweiten Lauf am vergangenen Sonntag – wieder einstellte (und sich zumindest nach aktuellem Stand so anfühlt, als ob es bleibt).

Und so startete ich am Montagabend, dieses Mal auch in eine etwas größere Runde (jaja, immer noch niedliche 6km). Was neu ist: meine Entspannung dabei. Ich (!) war ganz entspannt. Ohne Stress. Wirklich. Ja, ich. Tatsächlich konnte ich das Laufen genießen, in moderatem Tempo, ohne wie sonst stetig auf die Zeit zu schielen (schneller!), die Kilometer (mehr!), auf der ewigen Jagd nach einer besseren Zeit als beim letzten Mal (jedes Mal!). Natürlich ist der Ehrgeiz immer noch da, langfristig die Geschwindigkeit auf frühere Werte zu bringen, aber zumindest im Moment steht noch mehr die Freude darüber, endlich überhaupt wieder angefangen zu haben, im Vordergrund. (Ich bin gespannt, wie lange das anhält.)

Wenn schon die Zeitziele zumindest aktuell nicht so sehr im Vordergrund stehen, müssen andere her (war ja klar, mit irgendetwas muss ich meine sonstige Entspannung ja ausgleichen): Der Anspruch einer höheren Frequenz war geweckt – und so fand ich mich am Donnerstag erneut auf einer abendlichen Runde. Bedingt durch etwas spätere Ankunft zuhause fand diese dann durch die Dunkelheit nicht mehr im Park statt, sondern entlang der Straße, aber das hat mich eigentlich noch nie gestört.

Auch der Donnerstagslauf war sehr entspannt und erzeugte fast schon ein Gefühl der Routine, das sich wiederum auch ganz schön gut anfühlte – auch wenn es wohl in Woche 3 noch verfrüht ist, von Routine zu sprechen. Natürlich macht es auch die Tatsache einfacher, dass es abends schon wieder etwas länger hell ist, weil sich so zeitlich viel mehr Optionen auch unter der Woche bieten – und ich die sogar umso lieber nutze, weil Laufen für mich ein grandioser Ausgleich nach einem Arbeitstag ist.

Leider konnten am Ende auch zwei Läufe nicht völlig verhindern, dass sich eine kleine Migräne-Attacke in die Woche schlich, aber immerhin verlief sie deutlich sachter als sonst und allein jeglicher positive Effekt in der Hinsicht wäre für mich schon Grund genug, weiter zu machen. Aber auch so ist die Motivation geweckt und zumindest nach aktuellem Stand auch der Spaß zurück… Kann so weitergehen (äh, laufen), auch in Woche 4!

Back on track – Woche 2

Nachdem ich in der letzten Woche möglicherweise leicht übermotiviert in den ersten Lauf des Jahres startete, folgte zu Beginn dieser Woche ein mehr als amtlicher Muskelkater. Der erinnerte mich aber weniger schmerzhaft an den sportlichen Sonntag, sondern vielmehr daran, wie sehr auch das ein spürbares Zeichen für die zuletzt vermisste Lauf-Regelmäßigkeit ist. Umso mehr ein Grund, am ersten Etappenziel „1 Lauf pro Woche“ festzuhalten. Und das kann so schwer doch nicht sein, oder?

Back on track_CologneSchnelles Vorspulen, früher Sonntagabend, die Woche ist fast schon wieder vorbei. Noch ohne Lauf. Aber: Es fällt mir nicht mal ansatzweise so schwer wie befürchtet, doch noch die Sportklamotten anzuziehen, ruckzuck bin ich unterwegs. Vielleicht, weil ich exakt dieses Wetter an der Schwelle zwischen Winter und Frühling zum Laufen so mag: Es ist kühl, aber nicht irrsinnig kalt, eher sehr angenehm, sobald sich der Körper durch die Bewegung aufheizt. Der Park ist fast leer, nur vereinzelt sind andere Läufer und Menschen mit Hunden unterwegs. Wie konnte ich eigentlich so lang vergessen, wie gut sich das Laufen doch anfühlt? Ich schaffe es sogar, mir selbst relativ wenig Stress zu machen: Die Zeit- und Kilometeransage ist ausgeschaltet, die Playlist spielt mir Gute-Laune-Musik in die Ohren und ich spiele wie immer beim Laufen ein bisschen Gedankenkino mit verschiedenen Ideen, die in meinem Kopf kreisen.

Back on track_runningDa ich dann doch aus der letzten Woche lernte (und ja, auch weil die Dämmerung noch immer zu früh einsetzt), lasse ich es auch distanztechnisch ruhiger angehen. Knapp 5km, mehr als eine Minute pro Kilometer schneller als in der letzten Woche (da freut sich das innere Ehrgeiztier dann doch direkt sehr), angenehm erschöpft und sehr zufrieden. Aktuell befürchte ich lediglich, dass dieser Wiedereinstieg fast zu einfach ist – aber umso mehr bin ich gespannt auf Woche drei!

Places: Dachterrasse des Circulo de Bellas Artes, Madrid

Was mich an Madrid augenblicklich begeisterte, ist die große Lebendigkeit der Stadt bei Nacht. Sie scheint, ebenso wie weitere ihrer spanischen Nachbarn, ab 22 Uhr erst langsam zu erwachen. Auch in noch sehr kalten Februarnächten stehen Menschen draußen, trinken, lachen, leben. Mir machte es wahnsinnigen Spaß, einfach durch die Straßen zu laufen und diese Atmosphäre, die es hier so nicht gibt (und schon gar nicht im Winter) auf mich wirken zu lassen.

Madrid_Circulo de Bellas Artes4Der ideale Ausgangspunkt, um langsam in den Abend und die Nacht zu starten: Die Dachterrasse des Circulo de Bellas Artes. Ich selbst las vorher in einem Blog davon und pünktlich zu den ersten Farbveränderungen, die der Beginn der Dämmerung in den Himmel über der Stadt malte, stand ich eben dort. Der Zutritt zur Dachterrasse kostet 4€, das Kombiticket, mit dem man sich auch die jeweils aktuelle Ausstellung in den unteren Räumen der Kulturinstitution ansehen kann, liegt bei nur einem Euro mehr (machen!). Das Gebäude hat zudem eine künstlerisch bedeutsame Historie, unter anderem nahm der junge Herr Picasso damals hier Malunterricht.

Madrid_Circulo de Bellas Artes1Die Dachterrasse erzählt eher die Geschichte der Moderne: pulsierender, aber trotzdem angenehm leiser Clubsound, sodass man sich immer noch unterhalten kann, warme Lichter, gemütliche und trotzdem stylishe Flächen zum Sitzen und Entspannen – und natürlich ein grandioser Blick über die Hauptstadt. Das Setting brachte mir unvermeidlich ein Lächeln ins Gesicht. Da zu sein, das fühlt sich nach Freiheit, nach Vergessen der Nervereien einer Woche und des Alltags im Allgemeinen, nach aneinandergereihten puren kleinen Momenten der Freude an. Durchatmen, glücklich sein. Ich kann mir vorstellen, wie es an warmen Sommerabenden dort sein muss, wie ein solcher Abend sich noch umso mehr nach ungefilterter, purer Unbeschwertheit anfühlt.

Madrid_Circulo de Bellas Artes2In einem kleinen gläsernen Café lassen sich Getränke kaufen und der Blick über die Stadt auch von innen genießen – ich persönlich hätte mich kaum sattsehen können. Ein perfekter Start in den Abend!

Vom Circulo de Bellas Artes lässt es sich einfach und schnell weiterziehen in eine der omnipräsenten Tapas Bars oder zum Mercado San Miguel, um eine Kleinigkeit zu essen, und sich dann dem nächtlichen Lauf Madrids zu fügen. Treiben lassen, Augen offenhalten, lächeln, die pulsierende Energie der Stadt aufnehmen, sein.

Madrid_Circulo de Bellas Artes3

Zwei Jahre Köln.

In dieser Woche feiere ich mit Köln, mehr als liebgewordenem Lebensmittelpunkt und Herzstadt, ein kleines zweijähriges Jubiläum. Einerseits fühlt sich der Umzug hierher noch immer nicht so an, als läge er schon so lange zurück, andererseits hab ich jedoch genauso auch das Gefühl, schon ewig hier zu sein. Vielleicht genau deswegen scheint das aber auch alles schon sehr richtig so und ich finde, die Gleichzeitigkeit beider Impressionen spricht für eine funktionierende Stadtbeziehung. Köln ist zuhause, ist gefühlte Heimat und war städtetechnisch die beste Entscheidung, die ich 2014 überhaupt hätte treffen können.

Das Beste an Köln?
Himmel über Köln
Noch nie war es für mich so einfach, in einer Stadt anzukommen, mich zuhause zu fühlen. Vor allem im Vergleich zu Hamburg ist der Kontrast enorm stark und vielleicht habe ich erst hier richtig gemerkt, warum es mich dort gar nicht hätte halten können. Ich liebe die Offenheit Kölns, die Atmosphäre der Stadt, die Menschen, die sie so prägen – und auch ein bisschen die weniger stadtästhetischen Seiten, die den Kölner an sich trotzdem kopfschüttelnd lächeln lassen und oft genug Anlass für ein kurzes Gespräch mit völlig Fremden sind.

Das liebste Kölsche Grundgesetz?
Kölnliebe
Wat soll dä Quatsch? Wieso braucht es eine Präferenz? Nachdem ich gestern Abend noch testete, ob ich sie aus dem Kopf alle zusammen bekomme (leider nein), heute die Entscheidung für einen Liebling… Das fällt mir schwer, ich mag die Gelassenheit von „Et kütt wie et kütt“ (auch wenn ich in der Adaption selbst nicht immer brilliere, so rein stressmäßig), die Zuversicht von „Et hätt noch immer jot jejange“ (erinnert mich an Australien mit dem Kerngedanken von „She’ll be right, mate“) und die charakteristische Geselligkeit von „Drinkste ene mit?“. „Et bliev nix wie et wor“ assoziiere ich noch mal stärker mit Köln, vor allem mit dem Start hier – und das nicht nur, weil der Blogbeitrag zur Wohnungssuche so hieß. Was ich sagen bzw. schreiben will: Ich kann keinen Favoriten benennen, ich mag sie alle. Wat wellste machen?

Wenn ich ein Kölsches Lied höre, dann ist es…
Hey Kölle, do bes e Jeföhl! Ohne Frage, mein lokaler Lieblingssong, auch der sehr mit dem Start, dem schnellen Zuhause-Gefühl, den Menschen verbunden. Köln ist definitiv ein Gefühl, und zwar ein sehr schönes. Natürlich werde ich nicht aufhören zu reisen und Köln selbst kann das Fernweh, das so in mir wohnt, nicht abstellen, aber ich bin sicher, dass hierher zurückzukommen immer irgendwie besonders und auf eine sehr eigene Weise berührend sein wird.

Und Karneval?
Kölsch
Unbedingt mal mitmachen! Wenn man Lust auf die Verrücktheiten der 5. Jahreszeit hat, ist Köln das Paradies – im gegenteiligen Fall kann man ihnen auch kaum entgehen. Ich hatte einen sehr lustigen Karneval im ersten Jahr hier, habe angemessen viel kölsches Liedgut und die Stadt noch mal aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Allerdings brauche ich persönlich Karneval nicht in jedem Jahr: Lässt man mir die Wahl, mit nur einem Urlaubstag fünf Tage verreisen oder alternativ feiern zu können, gewinnt das Fernweh doch sehr eindeutig.

Wenn man nur einen Tag in Köln ist, sollte man unbedingt…
Seilbahn_Köln
Seilbahn fahren! Ich kann selbst nicht einmal genau sagen, warum ich das so sehr mag, aber Seilbahnfahrten über den Rhein begeistern mich auf ganz seltsame Weise. Es ist völlig touristisch, für die kurze Zeit komplett überteuert, aber ich hüpfe wie ein aufgeregtes Kind durch die Gegend. Es ist, wenig überraschend, auch nicht wahnsinnig spannend, aber man hat an klaren Tagen einen durchaus sehr hübschen Blick auf diese Stadt, die ich in den letzten zwei Jahren so sehr ins Herz geschlossen habe. Und man kann danach auf der oft verschmähten falschen Rheinseite sehr nett durch den Park laufen, Eis essen und auf die Stadt sehen. Und vor der Seilbahnfahrt dem durchaus auch hübsch gemachten Kölner Zoo nebenan einen Besuch abstatten.

Hohenzollernbrücke und Dom_Köln

Koffer packen: 5 Tage Madrid

Ich gebe es zu: Wie so viele Menschen bin ich mitunter anfällig dafür, auf Reisen viel zu viel Gepäck mitzunehmen. Das liegt bei mir oft gar nicht so sehr an einer groben Fehleinschätzung des Bedarfs, sondern eher daran, dass ich mich viel zu häufig nicht entscheiden möchte, was ich wann anziehe. Ich mag die Auswahl, ich mag viele Optionen, ich mag die Möglichkeit verschiedener Kombinationen…

Dennoch versuche ich immer häufiger, mit leichtestmöglichem Gepäck zu reisen, da das durchaus auch entspannend sein kann. Erstmals gelernt habe ich das während meiner Weltreise, die wohl generell zu Beschränkung erzieht. Städte- und Kurztrips von bis zu fünf Tagen gehen leicht nur mit Rucksack und ohne aufzugebendes Gepäck, am ehesten limitieren mich hier die erlaubten Flüssigkeitsmengen. Dennoch: Für Madrid wären auch sieben kofferlose Tage kein Problem gewesen.

Wichtig in der Vorbereitung: Das Packen dauert bei mir im Verhältnis länger, weil jedes Element natürlich besser durchdacht sein muss, als wenn man stapelweise alles in den Koffer wirft. Kleidung, die sich nicht mit jeglichen anderen Stücken kombinieren lässt, fliegt genauso wieder raus wie solche, die nicht für alle geplanten Aktivitäten nutzbar ist. Aber was habe ich jetzt genau gepackt? Zeit, ein paar Ideen zu teilen:

Kleidung:

  • zwei schwarze Tops/Oberteile
  • ein graues Jackett
  • einen dicken schwarzen Pullover
  • dunkelgraue Shorts
  • zwei Strumpfhosen, Socken, Unterwäsche
  • Mütze, Handschuhe
  • eine rote Kette

(getragen: blaue Jeans, schwarzes Oberteil, schwarzer Kurzblazer aus Leder, schwarze flache Boots, einen orange-grünen Schal für den Farbtupfer)

Beauty- und Pflegeprodukte:

  • in Reisegrößen: Zahnpasta, Shampoo, Haarkur, Deo, Haarspray, Kontaktlinsenflüssigkeit
  • weiteres: Zahnbürste, Abschminktücher, Bürste, Kamm, Eyeliner, Kajal, Mascara, Lippenstift

Sonstiges:

  • MacBook, Kopfhörer, Ladegeräte
  • Sonnenbrille
  • Buch
  • kleine Tasche für unterwegs
  • Kopfschmerztabletten (ggf. + eigene Medikamente)

Sowieso immer dabei: Smartphone, Portemonnaie, Ausweis

In der Übersicht sieht es jetzt doch fast schon wieder nach ziemlich viel aus – sicher ließe sich da noch reduzieren, aber für meinen persönlichen Komfort war das schon ziemlich ideal, passte doch alles noch in einen standardgroßen Rucksack.

Wie sieht’s bei euch aus, mit wie viel Gepäck reist ihr? Immer zu viel oder ewige Optimierung und fortwährende Suche nach Leichtigkeit?