Back on track – Woche 3

Nachdem ich in der letzten Woche dem Minimalziel von einem Lauf erst auf den letzten Drücker gerecht wurde, startete ich diese Woche gleich zu Beginn durch, denn, Trommelwirbel: Die lange vermisste Laufmotivation ist zurück! Bei mir äußert sie sich nach einem angenehmen Lauf dadurch, dass direkt die Vorfreude auf den nächsten steigt – und damit auch der Wunsch, schnellstmöglich wieder die Laufschuhe zu schnüren. Ich erinnere mich daran, dass dieses Gefühl mich zum ersten Mal nach dem Women’s Run weitertrug, danach aber erst Wochen bzw. Monate später regelmäßig einkehrte. Interessant, dass es sich nun so schnell – direkt nach dem zweiten Lauf am vergangenen Sonntag – wieder einstellte (und sich zumindest nach aktuellem Stand so anfühlt, als ob es bleibt).

Und so startete ich am Montagabend, dieses Mal auch in eine etwas größere Runde (jaja, immer noch niedliche 6km). Was neu ist: meine Entspannung dabei. Ich (!) war ganz entspannt. Ohne Stress. Wirklich. Ja, ich. Tatsächlich konnte ich das Laufen genießen, in moderatem Tempo, ohne wie sonst stetig auf die Zeit zu schielen (schneller!), die Kilometer (mehr!), auf der ewigen Jagd nach einer besseren Zeit als beim letzten Mal (jedes Mal!). Natürlich ist der Ehrgeiz immer noch da, langfristig die Geschwindigkeit auf frühere Werte zu bringen, aber zumindest im Moment steht noch mehr die Freude darüber, endlich überhaupt wieder angefangen zu haben, im Vordergrund. (Ich bin gespannt, wie lange das anhält.)

Wenn schon die Zeitziele zumindest aktuell nicht so sehr im Vordergrund stehen, müssen andere her (war ja klar, mit irgendetwas muss ich meine sonstige Entspannung ja ausgleichen): Der Anspruch einer höheren Frequenz war geweckt – und so fand ich mich am Donnerstag erneut auf einer abendlichen Runde. Bedingt durch etwas spätere Ankunft zuhause fand diese dann durch die Dunkelheit nicht mehr im Park statt, sondern entlang der Straße, aber das hat mich eigentlich noch nie gestört.

Auch der Donnerstagslauf war sehr entspannt und erzeugte fast schon ein Gefühl der Routine, das sich wiederum auch ganz schön gut anfühlte – auch wenn es wohl in Woche 3 noch verfrüht ist, von Routine zu sprechen. Natürlich macht es auch die Tatsache einfacher, dass es abends schon wieder etwas länger hell ist, weil sich so zeitlich viel mehr Optionen auch unter der Woche bieten – und ich die sogar umso lieber nutze, weil Laufen für mich ein grandioser Ausgleich nach einem Arbeitstag ist.

Leider konnten am Ende auch zwei Läufe nicht völlig verhindern, dass sich eine kleine Migräne-Attacke in die Woche schlich, aber immerhin verlief sie deutlich sachter als sonst und allein jeglicher positive Effekt in der Hinsicht wäre für mich schon Grund genug, weiter zu machen. Aber auch so ist die Motivation geweckt und zumindest nach aktuellem Stand auch der Spaß zurück… Kann so weitergehen (äh, laufen), auch in Woche 4!

Back on track – Woche 2

Nachdem ich in der letzten Woche möglicherweise leicht übermotiviert in den ersten Lauf des Jahres startete, folgte zu Beginn dieser Woche ein mehr als amtlicher Muskelkater. Der erinnerte mich aber weniger schmerzhaft an den sportlichen Sonntag, sondern vielmehr daran, wie sehr auch das ein spürbares Zeichen für die zuletzt vermisste Lauf-Regelmäßigkeit ist. Umso mehr ein Grund, am ersten Etappenziel „1 Lauf pro Woche“ festzuhalten. Und das kann so schwer doch nicht sein, oder?

Back on track_CologneSchnelles Vorspulen, früher Sonntagabend, die Woche ist fast schon wieder vorbei. Noch ohne Lauf. Aber: Es fällt mir nicht mal ansatzweise so schwer wie befürchtet, doch noch die Sportklamotten anzuziehen, ruckzuck bin ich unterwegs. Vielleicht, weil ich exakt dieses Wetter an der Schwelle zwischen Winter und Frühling zum Laufen so mag: Es ist kühl, aber nicht irrsinnig kalt, eher sehr angenehm, sobald sich der Körper durch die Bewegung aufheizt. Der Park ist fast leer, nur vereinzelt sind andere Läufer und Menschen mit Hunden unterwegs. Wie konnte ich eigentlich so lang vergessen, wie gut sich das Laufen doch anfühlt? Ich schaffe es sogar, mir selbst relativ wenig Stress zu machen: Die Zeit- und Kilometeransage ist ausgeschaltet, die Playlist spielt mir Gute-Laune-Musik in die Ohren und ich spiele wie immer beim Laufen ein bisschen Gedankenkino mit verschiedenen Ideen, die in meinem Kopf kreisen.

Back on track_runningDa ich dann doch aus der letzten Woche lernte (und ja, auch weil die Dämmerung noch immer zu früh einsetzt), lasse ich es auch distanztechnisch ruhiger angehen. Knapp 5km, mehr als eine Minute pro Kilometer schneller als in der letzten Woche (da freut sich das innere Ehrgeiztier dann doch direkt sehr), angenehm erschöpft und sehr zufrieden. Aktuell befürchte ich lediglich, dass dieser Wiedereinstieg fast zu einfach ist – aber umso mehr bin ich gespannt auf Woche drei!

Places: Dachterrasse des Circulo de Bellas Artes, Madrid

Was mich an Madrid augenblicklich begeisterte, ist die große Lebendigkeit der Stadt bei Nacht. Sie scheint, ebenso wie weitere ihrer spanischen Nachbarn, ab 22 Uhr erst langsam zu erwachen. Auch in noch sehr kalten Februarnächten stehen Menschen draußen, trinken, lachen, leben. Mir machte es wahnsinnigen Spaß, einfach durch die Straßen zu laufen und diese Atmosphäre, die es hier so nicht gibt (und schon gar nicht im Winter) auf mich wirken zu lassen.

Madrid_Circulo de Bellas Artes4Der ideale Ausgangspunkt, um langsam in den Abend und die Nacht zu starten: Die Dachterrasse des Circulo de Bellas Artes. Ich selbst las vorher in einem Blog davon und pünktlich zu den ersten Farbveränderungen, die der Beginn der Dämmerung in den Himmel über der Stadt malte, stand ich eben dort. Der Zutritt zur Dachterrasse kostet 4€, das Kombiticket, mit dem man sich auch die jeweils aktuelle Ausstellung in den unteren Räumen der Kulturinstitution ansehen kann, liegt bei nur einem Euro mehr (machen!). Das Gebäude hat zudem eine künstlerisch bedeutsame Historie, unter anderem nahm der junge Herr Picasso damals hier Malunterricht.

Madrid_Circulo de Bellas Artes1Die Dachterrasse erzählt eher die Geschichte der Moderne: pulsierender, aber trotzdem angenehm leiser Clubsound, sodass man sich immer noch unterhalten kann, warme Lichter, gemütliche und trotzdem stylishe Flächen zum Sitzen und Entspannen – und natürlich ein grandioser Blick über die Hauptstadt. Das Setting brachte mir unvermeidlich ein Lächeln ins Gesicht. Da zu sein, das fühlt sich nach Freiheit, nach Vergessen der Nervereien einer Woche und des Alltags im Allgemeinen, nach aneinandergereihten puren kleinen Momenten der Freude an. Durchatmen, glücklich sein. Ich kann mir vorstellen, wie es an warmen Sommerabenden dort sein muss, wie ein solcher Abend sich noch umso mehr nach ungefilterter, purer Unbeschwertheit anfühlt.

Madrid_Circulo de Bellas Artes2In einem kleinen gläsernen Café lassen sich Getränke kaufen und der Blick über die Stadt auch von innen genießen – ich persönlich hätte mich kaum sattsehen können. Ein perfekter Start in den Abend!

Vom Circulo de Bellas Artes lässt es sich einfach und schnell weiterziehen in eine der omnipräsenten Tapas Bars oder zum Mercado San Miguel, um eine Kleinigkeit zu essen, und sich dann dem nächtlichen Lauf Madrids zu fügen. Treiben lassen, Augen offenhalten, lächeln, die pulsierende Energie der Stadt aufnehmen, sein.

Madrid_Circulo de Bellas Artes3

Zwei Jahre Köln.

In dieser Woche feiere ich mit Köln, mehr als liebgewordenem Lebensmittelpunkt und Herzstadt, ein kleines zweijähriges Jubiläum. Einerseits fühlt sich der Umzug hierher noch immer nicht so an, als läge er schon so lange zurück, andererseits hab ich jedoch genauso auch das Gefühl, schon ewig hier zu sein. Vielleicht genau deswegen scheint das aber auch alles schon sehr richtig so und ich finde, die Gleichzeitigkeit beider Impressionen spricht für eine funktionierende Stadtbeziehung. Köln ist zuhause, ist gefühlte Heimat und war städtetechnisch die beste Entscheidung, die ich 2014 überhaupt hätte treffen können.

Das Beste an Köln?
Himmel über Köln
Noch nie war es für mich so einfach, in einer Stadt anzukommen, mich zuhause zu fühlen. Vor allem im Vergleich zu Hamburg ist der Kontrast enorm stark und vielleicht habe ich erst hier richtig gemerkt, warum es mich dort gar nicht hätte halten können. Ich liebe die Offenheit Kölns, die Atmosphäre der Stadt, die Menschen, die sie so prägen – und auch ein bisschen die weniger stadtästhetischen Seiten, die den Kölner an sich trotzdem kopfschüttelnd lächeln lassen und oft genug Anlass für ein kurzes Gespräch mit völlig Fremden sind.

Das liebste Kölsche Grundgesetz?
Kölnliebe
Wat soll dä Quatsch? Wieso braucht es eine Präferenz? Nachdem ich gestern Abend noch testete, ob ich sie aus dem Kopf alle zusammen bekomme (leider nein), heute die Entscheidung für einen Liebling… Das fällt mir schwer, ich mag die Gelassenheit von „Et kütt wie et kütt“ (auch wenn ich in der Adaption selbst nicht immer brilliere, so rein stressmäßig), die Zuversicht von „Et hätt noch immer jot jejange“ (erinnert mich an Australien mit dem Kerngedanken von „She’ll be right, mate“) und die charakteristische Geselligkeit von „Drinkste ene mit?“. „Et bliev nix wie et wor“ assoziiere ich noch mal stärker mit Köln, vor allem mit dem Start hier – und das nicht nur, weil der Blogbeitrag zur Wohnungssuche so hieß. Was ich sagen bzw. schreiben will: Ich kann keinen Favoriten benennen, ich mag sie alle. Wat wellste machen?

Wenn ich ein Kölsches Lied höre, dann ist es…
Hey Kölle, do bes e Jeföhl! Ohne Frage, mein lokaler Lieblingssong, auch der sehr mit dem Start, dem schnellen Zuhause-Gefühl, den Menschen verbunden. Köln ist definitiv ein Gefühl, und zwar ein sehr schönes. Natürlich werde ich nicht aufhören zu reisen und Köln selbst kann das Fernweh, das so in mir wohnt, nicht abstellen, aber ich bin sicher, dass hierher zurückzukommen immer irgendwie besonders und auf eine sehr eigene Weise berührend sein wird.

Und Karneval?
Kölsch
Unbedingt mal mitmachen! Wenn man Lust auf die Verrücktheiten der 5. Jahreszeit hat, ist Köln das Paradies – im gegenteiligen Fall kann man ihnen auch kaum entgehen. Ich hatte einen sehr lustigen Karneval im ersten Jahr hier, habe angemessen viel kölsches Liedgut und die Stadt noch mal aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Allerdings brauche ich persönlich Karneval nicht in jedem Jahr: Lässt man mir die Wahl, mit nur einem Urlaubstag fünf Tage verreisen oder alternativ feiern zu können, gewinnt das Fernweh doch sehr eindeutig.

Wenn man nur einen Tag in Köln ist, sollte man unbedingt…
Seilbahn_Köln
Seilbahn fahren! Ich kann selbst nicht einmal genau sagen, warum ich das so sehr mag, aber Seilbahnfahrten über den Rhein begeistern mich auf ganz seltsame Weise. Es ist völlig touristisch, für die kurze Zeit komplett überteuert, aber ich hüpfe wie ein aufgeregtes Kind durch die Gegend. Es ist, wenig überraschend, auch nicht wahnsinnig spannend, aber man hat an klaren Tagen einen durchaus sehr hübschen Blick auf diese Stadt, die ich in den letzten zwei Jahren so sehr ins Herz geschlossen habe. Und man kann danach auf der oft verschmähten falschen Rheinseite sehr nett durch den Park laufen, Eis essen und auf die Stadt sehen. Und vor der Seilbahnfahrt dem durchaus auch hübsch gemachten Kölner Zoo nebenan einen Besuch abstatten.

Hohenzollernbrücke und Dom_Köln

Koffer packen: 5 Tage Madrid

Ich gebe es zu: Wie so viele Menschen bin ich mitunter anfällig dafür, auf Reisen viel zu viel Gepäck mitzunehmen. Das liegt bei mir oft gar nicht so sehr an einer groben Fehleinschätzung des Bedarfs, sondern eher daran, dass ich mich viel zu häufig nicht entscheiden möchte, was ich wann anziehe. Ich mag die Auswahl, ich mag viele Optionen, ich mag die Möglichkeit verschiedener Kombinationen…

Dennoch versuche ich immer häufiger, mit leichtestmöglichem Gepäck zu reisen, da das durchaus auch entspannend sein kann. Erstmals gelernt habe ich das während meiner Weltreise, die wohl generell zu Beschränkung erzieht. Städte- und Kurztrips von bis zu fünf Tagen gehen leicht nur mit Rucksack und ohne aufzugebendes Gepäck, am ehesten limitieren mich hier die erlaubten Flüssigkeitsmengen. Dennoch: Für Madrid wären auch sieben kofferlose Tage kein Problem gewesen.

Wichtig in der Vorbereitung: Das Packen dauert bei mir im Verhältnis länger, weil jedes Element natürlich besser durchdacht sein muss, als wenn man stapelweise alles in den Koffer wirft. Kleidung, die sich nicht mit jeglichen anderen Stücken kombinieren lässt, fliegt genauso wieder raus wie solche, die nicht für alle geplanten Aktivitäten nutzbar ist. Aber was habe ich jetzt genau gepackt? Zeit, ein paar Ideen zu teilen:

Kleidung:

  • zwei schwarze Tops/Oberteile
  • ein graues Jackett
  • einen dicken schwarzen Pullover
  • dunkelgraue Shorts
  • zwei Strumpfhosen, Socken, Unterwäsche
  • Mütze, Handschuhe
  • eine rote Kette

(getragen: blaue Jeans, schwarzes Oberteil, schwarzer Kurzblazer aus Leder, schwarze flache Boots, einen orange-grünen Schal für den Farbtupfer)

Beauty- und Pflegeprodukte:

  • in Reisegrößen: Zahnpasta, Shampoo, Haarkur, Deo, Haarspray, Kontaktlinsenflüssigkeit
  • weiteres: Zahnbürste, Abschminktücher, Bürste, Kamm, Eyeliner, Kajal, Mascara, Lippenstift

Sonstiges:

  • MacBook, Kopfhörer, Ladegeräte
  • Sonnenbrille
  • Buch
  • kleine Tasche für unterwegs
  • Kopfschmerztabletten (ggf. + eigene Medikamente)

Sowieso immer dabei: Smartphone, Portemonnaie, Ausweis

In der Übersicht sieht es jetzt doch fast schon wieder nach ziemlich viel aus – sicher ließe sich da noch reduzieren, aber für meinen persönlichen Komfort war das schon ziemlich ideal, passte doch alles noch in einen standardgroßen Rucksack.

Wie sieht’s bei euch aus, mit wie viel Gepäck reist ihr? Immer zu viel oder ewige Optimierung und fortwährende Suche nach Leichtigkeit?

Herzbruch für 80.000

IMG_9007Keine Frage: Samstagnachmittage werden sich ab der nächsten Saison anders anfühlen. Natürlich, der BVB bleibt – aber wie das so sein wird ohne Kloppo, das können sich vermutlich dennoch die wenigsten so wirklich vorstellen. Wie soll das auch gehen: Ein Tor ohne diese überbordende Energie, die sich nur in schwarzgelben Luftsprüngen entladen kann? Ein erkanntes taktisches Potential, das nicht über wilde Gesten kommuniziert wird? Eine Fehlentscheidung zugunsten des Gegners, die nicht entsprechend emotional begleitet wird? Ich weiß es nicht.

Der letzte Samstag war ein höchst merkwürdiger Spieltag: Einer für den Abschied, obwohl es doch noch gar nicht vorbei ist. Denn ein großes Spiel wartet am Wochenende noch – das, in dem der BVB Pokalsieger werden, eine aufreibende Saison doch noch mit einem Titel zum Abschluss bringen und Kloppo noch einmal um den Borsigplatz fahren lassen kann. Doch das große Zuhause, das Westfalenstadion, den schwarzgelben Tempel hat er bereits am Samstag mit dem letzten Besuch als Trainer hinter sich gelassen. Mit einem 3:2 gegen Werder, das vielleicht sogar symbolisch für die Saison sein mag: hohes Potential, sehr gute Chancen, aber doch immer wieder Gegenwind und viel zu einfache Gegentreffer. Schwamm drüber, muss auch sein, da muss man als Fußballfan auch durch, um Erfolge überhaupt schätzen zu können. Weiterlesen

Niedliche Busse und vollgestopfte U-Bahnen: Nahverkehr in Tokyo

Tokyo, Japan - ReisevorbereitungenTokyo. Weltstadt. 37,5 Millionen Einwohner in der Metropolregion. Knapp 8 Millionen U-Bahn-Passagiere pro Tag im weltweit am stärksten in Anspruch genommenen Metro-System. Wer an das Verkehrsnetz, an all die bunten und zunächst wirr scheinenden Linien und die Frage nach der Orientierung in diesem riesigen Gewusel denkt, dem mögen zunächst Zweifel, Sorgen, Ratlosigkeit in den Sinn kommen. Wie soll man sich da zurechtfinden, jemals irgendwo ankommen, den richtigen U-Bahn-Ausgang und dadurch die gesuchte Straße, die gewünschte Location finden?

Keine Sorge – vielleicht ist es eine der größten Faszinationen Tokyos, wie einfach die Navigation in dieser nahezu unüberschaubar erscheinenden Metropole dann doch ist, vor allem auch ganz ohne Japanisch-Kenntnisse. Natürlich kann der Blick auf das Verkehrsnetz erst einmal leichte Atemnot auslösen: Zwei unabhängige U-Bahn-Unternehmen mit verschiedenen Linien, Bahnen von insgesamt elf privaten Bahngesellschaften, zahllose Umsteigepunkte, ineinander übergehende Streckenabschnitte von verschiedenen Eignern – und all das ohne Busse zu berücksichtigen. Dennoch: Die Navigation fällt schon nach kurzer Zeit sehr leicht, da in Tokyo alles auf ein bestmögliches Zurechtkommen ausgelegt wurde. Selbst meine Anreise unter erschwerten Bedingungen konnte hieran nichts verändern. Weiterlesen

Liebe auf den ersten Kick.

IMG_9007Dem Lieblingskollegen Markus kam vor einiger Zeit die Idee, doch mal eine Blogparade zum eigenen allerersten Stadionbesuch zu starten, und natürlich war ich sofort überzeugt. Schönes Thema, das bestimmt die eine oder andere hübsche Anekdote hervorbringt, und genau das richtige, um die viel zu lange Winterpause noch etwas zu verkürzen.

Also los: Mein allererster Stadionbesuch ist noch gar nicht allzu lange her, was aufmerksame Leser dieses Blogs oder meines Twitterstreams möglicherweise in leichtes Erstaunen versetzen könnte. Denn auch wenn der Erstimpuls zur schwarzgelben Liebe schon Anfang der 90er Jahre durch meine Einschulung entfacht wurde und ab sofort jeden Samstag ran und die Sportschau gebucht waren, sollten viele weitere Jahre bis zum ersten Live-Erlebnis ins Land ziehen. Warum? Hmpf, im Nachhinein ganz schwer zu sagen und nicht mehr völlig nachvollziehbar. Vermutlich aus einer lustigen Mischung von Gründen: Opa ging nicht mehr ins Stadion, Papa ging auch nicht ins Stadion und später zu Schulzeiten interessierten sich meine Freundinnen eher weniger bis gar nicht für Fußball.

Mein erster Stadionbesuch war dann zeitgleich mein Weihnachtsgeschenk des Jahres 2010: Zwei Tickets für Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli, inklusive Bier und Stadionwurst. Am Tag vor dem entscheidenden, lang ersehnten Samstag, den 19.02., überwältigte mich eine enorme Erkältung, ich war völlig hinüber und komplett fertig. Aber nicht ins Stadion gehen? Keine Option. Und so fuhr ich in ungefähr sechs Lagen warmer Klamotten eingepackt von Münster aus nach Dortmund und betrat zum ersten Mal den schwarzgelben Tempel der Fußballfreude.

An den Moment, in dem ich die letzten Treppenstufen erklomm und dieses unfassbar schöne Stadion zum ersten Mal hautnah erleben konnte, erinnere ich mich in jedem einzelnen Detail. Ich musste innehalten, lange innehalten. Ich hätte mich gegen dieses unvermeidbar breite Grinsen, gegen das Strahlen in meinen Augen und den maximalen emotionalen Füllstand im Fußballherz nicht einmal wehren können, so ich dies denn gewollt hätte. Alles war gut, alles war einfach gut, sogar fantastisch. Und natürlich ist es mir nach wie vor schleierhaft, wie man beim Betreten des Westfalenstadions und beim Blick auf die bebende Südtribüne nicht sein Fußballherz verlieren kann. Weiterlesen

Street Food Festival, Köln

An diesem Wochenende geht das Street Food Festival in Köln zum ersten Mal im neuen Jahr in eine weitere Runde und trotzt dem aktuell tobenden Sturm im Rheinland. Bei der letzten Ausgabe am 29. und 30. November 2014 im Jack in the Box in Ehrenfeld war ich dabei – Grund genug, aus dem wieder aktuellen Anlass endlich doch noch einmal die beiden Tage zu verbloggen. Viele der Stände vom letzten Mal sind auch an diesem Wochenende wieder dabei und einige natürlich umso mehr zu empfehlen.

Pan Kowalski
StreetFoodFestival Köln_PanKowalskiBei den beiden Berliner Herren von Pan Kowalski beispielsweise gibt es hervorragende, knusprige Pierogi in zwei Geschmacksrichtungen (Beef & Cheese sowie Classic) in Kombination mit extrem frischem, leckerem und nicht so fettig gebratenem Gemüse und einer Auswahl an Dips. Yummi! Auch selbstgemachter Wodka ist im Angebot – und der mit Limone und Minze wirklich zu empfehlen.


Comptoir du Cidre

StreetFoodFestival Köln_CidreSteakDefinitiv eines der großen Highlights und schon von weitem an der nicht enden wollenden Schlange zu erkennen: der Stand von Comptoir du Cidre. An diesem gab es 65-Stunden-Cidre-Steak: Rindersteak, das 24 Stunden in Cidre eingelegt, 11 Stunden „Sous-Vide“ gegart und mit 30 Stunden karamellisierten Zwiebeln auf hausgemachtem Kartoffelbrot serviert wurde. Hat sich das lange Warten gelohnt? Allerdings! Für mich als genereller Cidre-Fan sowieso, aber das Fazit bleibt auch bestehen, wenn ich hier meinen kleinen eigenen Bias heraus rechne.  Weiterlesen

2014 war schön.

Im Dezember kursierte auf Twitter das Hashtag #jahrin3worten, unter dem sich diverse kürzeste Kurzzusammenfassungen des just abzulaufenden Jahres sammelten. Und nachdem jetzt der vollständige Rückblick auf die 365 Tage des Jahres 2014 möglich ist, möchte ich, wie in jedem Jahr, hier noch eine kleine Bestandsaufnahme wagen. Um mit meinem Twitter-Statement zu beginnen:

Sehr schön sogar, um genau zu sein. Es hat sich viel verändert, nahezu alles zum Besten. Das Jahr bot unzählig viele unvergessliche Momente, unvergleichliche Begegnungen und bescherte mir haufenweise Glücksgefühle. Was daran einen großen Anteil hatte: Mein Umzug nach Köln, mein Stadt gewordenes Happy-Gefühl. Was sonst noch so passierte? Der Rückblick in Monaten: Weiterlesen