Lappland-Reisevorbereitung: Momente

Ich zog drei Paar Handschuhe übereinander und frage mich immer noch, ob das warm genug sein wird.

Ich zog vier Paar Handschuhe übereinander und stelle fest: Das ist zu viel – bzw. zu wenig, Platz nämlich, das fühlt sich ganz fies nach Fingerquetschung an.

Es gibt Schuhe und es gibt Lappland-Schuhe. Letzteres sind quasi kleine Häuschen, die für Füße gebaut wurden. Und die bis zu -100°C aushalten können (auch, wenn man selbst das dann vermutlich schon lange nicht mehr aushalten konnte).

Ich finde es grauenhaft, das zu bestätigen, aber: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal nur zwei Paar Schuhe für einen Urlaub einplante. Und erst recht nicht, wann jemals Hausschuhe dabei gewesen wären.

Man glaubt nicht, wie viele warme Klamotten man gerollt in einen Koffer bekommen kann. Test erfolgreich.

Und ich glaube kaum, wie schwer es doch ist, die Eitelkeit ganz zu besiegen und kein Kleid auf die Liste zu packen (oder irgendein anderes nicht pragmatisches oder comfymäßiges Kleidungsstück), weil das einfach völliger Irrsinn wäre.

Ich werde ein Stirnband einpacken, das ich noch unter die Mütze ziehen kann. Farbwahl: gelb, Mütze: schwarz. Hallo, BVB! (Das BVB-Handtuch ist dann natürlich auch dabei.)

Im Zweifel werde ich vier Hosenlagen übereinander tragen können. (Sollte also auch für mich als Frostbeule klappen.)

Ich habe mir Wissen angelesen, ab wann so ein Nasenpiercing einfrieren könnte.

Begleitende Reiseliteratur: Marie von Ebner-Eschenbach und Elisabeth Rank.

2016: On my way.

Das neue Jahr ist gerade geschlüpft, 2017 ist hier, 2016 Geschichte. Dessen Ende konnten viele Menschen nicht schnell genug herbeisehnen: Das Ende eines Jahres, das weltpolitisch sicher noch eine Menge Luft nach oben gehabt hätte. Ein Jahr, das für mich persönlich hingegen aber auch ein wirklich schönes war. Eines, in dem ich in vielen Momenten sehr pur glücklich war. Ein Jahr mit sehr vielen Reisen. Ein Jahr, das oft (literally) wie im Flug verging, in dem ich aber auch viel erlebt habe. Eines, in dem ich meiner Vorstellung davon, wo und wie ich sein und wo ich hin möchte, noch mal deutlich näher gekommen bin. 2016 war ich sehr auf meinem Weg, das trifft es wohl ganz gut. Daher: Zeit, noch einmal kurz zurückzublicken:

Januar
neujahr2016 begann am weißen Sandstrand mit Feuerwerk, am Tag schaukelte ich unter Palmen und badete in einem Wasserfall – ein sensationeller Start! Es folgten: Der Abschluss des Rescue Divers, mehr Tauchgänge an den wunderschönen Similan Islands inklusive Mantarochen in 1,5m Abstand (wohooo!) – und mit der Rückkehr nach Deutschland ein Temperaturschock um -40°C, genutzt für Winterwanderungen in der Eiffel.

Februar
madridKöln, Karneval – und die Gelegenheit für eine neue Reise! Madrid lebte trotz frostiger Temperaturen auch nachts unter der Woche schon sehr auf und bot eine versteckte, aber sehr erinnerungswürdige Tapas Bar, legendäre Churros, tolle Ausblicke und Unmengen von kleinen Snacks im Mercado de San Miguel. In Köln wartete mein erstes LaserTag-Game, Passiv-Sport mit Rugby im Jameson’s und dem Auswärtsspiel des BVB in Leverkusen (erinnerungswürdig eher durch die Begleitumstände als das Spiel selbst – Grüße an dieser Stelle an Ina, Kathrin und Jan! ;)).

März
ko%cc%88lnDer März fing mit Reisen beruflicher Natur an: 3 Tage München, 2 Abende unterwegs, ein Banane-Walnuss-Muffin, unzählige gute Gespräche. Beruflich ging es auch weiter – mit dem Startschuss für meinen neuen Job. Und apropos Startschuss: Auch das Laufen hab ich endlich wieder regelmäßiger (und mit 10km Standarddistanz) aufgenommen.

April
Ich erinnere mich an das erste Essen auf der Terrasse, Ungeduld, einen sehr unterhaltsamen Theaterbesuch („Fremde Verwandte“), ein tolles Konzert von Hans Zimmer und eine unfreiwillige, skurrile, ziemlich verstörende Fortbildung in Verschwörungstheorien durch einen verlorenen Rucksack.

Mai
barcelonaWährend mich ein Infekt völlig aus der Bahn warf, läutete er auch meine 2016er-Lese-Saison ein: Ich begann mit „A song of ice and fire“ (die Game-of-Thrones-Reihe). Eine kurze Pause gab es für einen Kurztrip nach Barcelona mit mehr Tapas, unendlich vielen wunderschönen Gebäuden, einem Aufenthalt am Strand, einer Seilbahnfahrt und Wanderungen auf dem Hausberg. Auch das Kölner Umland hielt noch eine Neuentdeckung bereit: Ich bezwang den Drachenfelsen. 😉

Juni
romEiner der vollgepacktesten Monate des vergangenen Jahres – zum Geburtstag reiste ich erneut (I’m a lucky girl, most definitely) nach Rom, inklusive erwartbaren Schuhkäufen (3) und dem besten Pistazien-Eis sowie der besten Pizza ever sowie einem endlich unverstellten Blick auf den Trevi-Brunnen. Danach folgte mein Agentur-Abschied bei Weber Shandwick, verbunden mit einem Blick auf die vergangenen 2,5 Jahre und viel Dankbarkeit für eine gute Zeit sowie der Sicherheit, dass lieb gewordene Kollegen Freunde bleiben. Die letzten Resturlaubstage wurden dann „vertaucht“: im Unterwassermuseum auf Lanzarote und bei meinem ersten Dive-Through!

Juli
julyNeuer Job, neuer Job, neuer Job: Am 1. Juli fing ich als Social Media Managerin bei der DKMS an und das war eine der prägendsten und besten Entscheidungen des Jahres. Tolle Aufgaben, tolle Kollegen, eine wertvolle Mission – ich bin sehr, sehr happy.

August
Franzbrötchen und Freunde in Hamburg, mein erstes Himmel un Äd in Köln (yummi!), mein erster DKMS-Lauf und die Geburt der Idee meines ersten Halbmarathons (wer hätte gedacht, dass ich das je möchte?)… Der August war voll mit tollen Momenten, Gesprächen und Ideen – und zog auch hier mit erneut enormer Geschwindigkeit vorbei.

September
berlinEin Kurztrip nach Frankfurt, neuer Input für meine 2016er Playlist (die ich mit etwas Disziplin auch noch verblogge), ein Wiedersehen mit alten Kollegen (danke, dmexco!), ein sehr, sehr schönes Sommer-Wochenende in Berlin mit geheimem Restaurant, toller entdeckter Bar, Museumsbesuch und Hipster-Schwimmbad und die letzten Urlaubsvorbereitungen – und dann hieß es schon wieder: Up, up – nach Schottland!

Oktober
schottlandWas soll ich sagen? Die schottischen Highlands raubten mir den Atem und die Worte. Ich kletterte noch vor Sonnenaufgang Berge hoch, erklimmte weitere trotz angeknackstem Knöchel und wurde mit unvergesslichem Ausblick belohnt (unvernünftig, trotzdem lohnenswert), ging fast ein, als die Auto-Werkstattleuchte 30km im Nirgendwo auf einer Single-Track-Road in der tiefsten Dunkelheit anging, summte permanent Runrig, entdeckte Inseln, Fairy Pools, vielleicht auch ein bisschen Whisky, probierte Haggis und Haggis-Chips, staunte jeden Tag über das nicht zu erwartende, aber vorhandene grandios klare Sonnenschein-Wetter und und und. Es war wunderschön.

November
Der November begann quasi mit der Champions-League-Hymne beim Heimspiel gegen Lissabon, beinhaltete leider eine (immerhin nur leichte) Lebensmittelvergiftung und zahlreiche Rennereien, um endlich den Handyvertrag zu wechseln, aber auch neue Köln-Entdeckungen wie das Kaizen und das Gedankengut. Um die Reiseroutine nicht zu vernachlässigen, ging es erneut nach Berlin, hier ebenfalls mit Entdeckungen wie dem Dr. To’s für asiatische Tapas und dem Wiederbesuch des Le Bon für sehr leckeres Frühstück. Um weiterhin in Schottland-Erinnerungen zu schwelgen, war das Runrig-Konzert der perfekte Aufhänger. Ach ja, und ich beendete endlich die Game-of-Thrones-Buchreihe!

Dezember
sofiaPassend zum Rest des Jahres beinhaltete auch der letzte Monat desselben ein volles Reiseprogramm – nicht nur zu Weihnachten, sondern auch drum herum: Mit meinem vorweihnachtlichen ersten Paris-Besuch, bei dem ich nicht nur die Sprache wieder etwas auffrischen konnte, sondern auch den besten Cocktail ever trank und kopfschüttelnd vor happiness den Blick auf den Eiffelturm genoss. Zum Jahresende ging es über einen kurzen Wien-Stopover (mit Zeit für Naschmarkt, Hofburg, Stephansdom und Schnitzel-Dinner) auf nach Sofia: Eine superspannende Stadt voller Gegensätze. Und genau dort feierte ich vor historischer Kulisse und mit vielen tanzenden Bulgaren sehr entspannt ins neue Jahr.

2016 war definitiv ein Jahr, das ich für meinen Weg nicht missen möchte. Während sich so viele gerade fragen, wie 2017 ihr „new self, new life“ so aussehen soll, stelle ich fest: Ich bin ganz schön glücklich. Mit meinem Leben, mit den Menschen darin, mit meinem Job. Mit meinem Weg, meinen Zielen, den weiteren Ideen. Den Möglichkeiten, den Plänen. Ich freue mich darauf, wie es weitergeht. Und sage an dieser Stelle DANKE an alle, die 2016 für mich zu diesem schönen Jahr gemacht haben. <3

 

Im Nieselregen.

Ich gebe es zu: Ich habe meine Laufroutine verloren. Nachdem ich vor einiger Zeit wirklich regelmäßig die Laufschuhe schnürte, sind die Runtastic-Einträge in den letzten beiden Jahren nur viel zu vereinzelt zu finden. Ich tue mich schwer damit (auch wenn ich es immer wieder versuchte), die Regelmäßigkeit erneut herzustellen, weil Wochen immer wieder schwer zu planen sind, weil ich gern zu spontan bin und weil es natürlich weniger Spaß macht, wenn die Zeiten auf einmal wieder frustrieren. Und ich bin ein Ehrgeiztier: Ich will nicht nur laufen, am liebsten hätte ich jedes Mal eine neue persönliche Bestzeit, obgleich ich weiß, wie absurd das ist und dass es einfach nur entspannen könnte. Natürlich will ich in der Folge eigentlich wieder umso mehr häufiger losrennen, andererseits sind da dann auch wieder tausend andere Dinge, die so dringend noch zu tun sind, und zu oft beschloss ich, mich jetzt nicht auch noch mit Sport zu stressen. So läuft (haha) es nicht.

Nachdem bei vielen Menschen die Vorsätze langsam wieder in der Welt der Konjunktive verschwinden, möchte ich wirklich endlich wieder mit dem Laufen beginnen – auch mit kleineren Zielen (grml). Es ist eigentlich verrückt, dass man dennoch immer wieder erst einen Warnschuss braucht, bevor man sich dann tatsächlich aufrafft. Und am Ende ist regelmäßiger Sport einfach eine Frage der Prioritäten: Wenn man es nie schafft, dann weil man anderen Dingen Vorrang einräumt. Manchmal vielleicht zu Recht oder aus Notwendigkeit, oft aber auch aus Bequemlichkeit und mitunter aus erwähntem falschem Ehrgeiz („Wenn, dann gleich drei Mal die Woche“).

Keine Frage, es bedarf auch Konsequenz, es wirklich im Alltag zu verankern – und Sport ist ein hinterhältiges kleines Ding, das gnadenlos bestraft und einen allein durch eine Woche Erkältung gefühlte satte drei Wochen zurückwirft.

Mein Wake-Up-Call war in der letzten Woche ein Gespräch über Migräne – über Auslöser, Häufigkeiten und vor allem über den beachtlichen Fakt, dass regelmäßiges Laufen deren Frequenz zumindest bei mir senkt. Bin ich eigentlich verrückt, entsprechend nicht längst schon wieder angefangen zu haben? Schließlich legt mich der krallende Schmerz aktuell viel zu oft lahm.

Also habe ich gestern endlich mal wieder die Laufschuhe geschnürt – und das direkt unter erschwerten Bedingungen: Kälte, Wind, horizontaler Nieselregen. Wobei ich zugeben muss: Ich mag Nieselregen zum Laufen (sonst gar nicht), mir gefällt die erfrischende Kühle im Gesicht. Da sich der Park in diesen Konditionen in eine Matschwüste verwandelt, musste auch direkt eine neue Laufstrecke her: Warum nicht zum Rhein? Und zack, hatte sich die Zieldistanz deutlich verlängert, denn wer will schon umdrehen, wenn man gerade angekommen ist?

Ich lief die ersten Schritte und hatte ehrlich erwartet, dass mich die frühere fehlende Laufbegeisterung wieder einholte. Aber nichts da! Ich versuchte mit Gedanken an den Kopf entspannt zu starten und konnte das Gefühl des Laufens unerwartet schnell genießen. Beim Laufen sortieren sich meine Gedanken einerseits mitunter fast wie von selbst, andererseits ist es eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich manchmal auch das Gefühl habe, die sich ewig drehende Gedankenwelt endlich mal anhalten zu können, wirklich den Pauseknopf für den Kopf zu finden.

So auch gestern: Die Playlist ließ Kilometer um Kilometer unter mir dahingleiten, außer mir waren fast nur andere Läufer unterwegs und zack, fühlte ich mich wieder wie ein Teil dieser geheimen Community. Köln zeigte sich auch weiterhin grau und nieselig, aber nicht einmal das machte irgendetwas aus.

Da ganz entspannt und völlig ohne Ehrgeiz natürlich auch nicht geht, war die Distanz für den ersten Lauf nach längerer Zeit eigentlich zu weit gewählt. Der heutige Muskelkater erinnert mich nachhaltig daran, aber trotzdem fühlt auch der sich irgendwie gut an. Neues Ziel: mindestens ein Lauf die Woche. Für den Kopf. Und für mich. Das sollte doch zu schaffen sein, oder?

Kennt ihr das, wieder neu mit einem Sport anzufangen und falls ja, wie motiviert ihr euch, zurückzukommen?

Laufen

 

Places: Dachterrasse des Circulo de Bellas Artes, Madrid

Was mich an Madrid augenblicklich begeisterte, ist die große Lebendigkeit der Stadt bei Nacht. Sie scheint, ebenso wie weitere ihrer spanischen Nachbarn, ab 22 Uhr erst langsam zu erwachen. Auch in noch sehr kalten Februarnächten stehen Menschen draußen, trinken, lachen, leben. Mir machte es wahnsinnigen Spaß, einfach durch die Straßen zu laufen und diese Atmosphäre, die es hier so nicht gibt (und schon gar nicht im Winter) auf mich wirken zu lassen.

Madrid_Circulo de Bellas Artes4Der ideale Ausgangspunkt, um langsam in den Abend und die Nacht zu starten: Die Dachterrasse des Circulo de Bellas Artes. Ich selbst las vorher in einem Blog davon und pünktlich zu den ersten Farbveränderungen, die der Beginn der Dämmerung in den Himmel über der Stadt malte, stand ich eben dort. Der Zutritt zur Dachterrasse kostet 4€, das Kombiticket, mit dem man sich auch die jeweils aktuelle Ausstellung in den unteren Räumen der Kulturinstitution ansehen kann, liegt bei nur einem Euro mehr (machen!). Das Gebäude hat zudem eine künstlerisch bedeutsame Historie, unter anderem nahm der junge Herr Picasso damals hier Malunterricht.

Madrid_Circulo de Bellas Artes1Die Dachterrasse erzählt eher die Geschichte der Moderne: pulsierender, aber trotzdem angenehm leiser Clubsound, sodass man sich immer noch unterhalten kann, warme Lichter, gemütliche und trotzdem stylishe Flächen zum Sitzen und Entspannen – und natürlich ein grandioser Blick über die Hauptstadt. Das Setting brachte mir unvermeidlich ein Lächeln ins Gesicht. Da zu sein, das fühlt sich nach Freiheit, nach Vergessen der Nervereien einer Woche und des Alltags im Allgemeinen, nach aneinandergereihten puren kleinen Momenten der Freude an. Durchatmen, glücklich sein. Ich kann mir vorstellen, wie es an warmen Sommerabenden dort sein muss, wie ein solcher Abend sich noch umso mehr nach ungefilterter, purer Unbeschwertheit anfühlt.

Madrid_Circulo de Bellas Artes2In einem kleinen gläsernen Café lassen sich Getränke kaufen und der Blick über die Stadt auch von innen genießen – ich persönlich hätte mich kaum sattsehen können. Ein perfekter Start in den Abend!

Vom Circulo de Bellas Artes lässt es sich einfach und schnell weiterziehen in eine der omnipräsenten Tapas Bars oder zum Mercado San Miguel, um eine Kleinigkeit zu essen, und sich dann dem nächtlichen Lauf Madrids zu fügen. Treiben lassen, Augen offenhalten, lächeln, die pulsierende Energie der Stadt aufnehmen, sein.

Madrid_Circulo de Bellas Artes3

Places: Chocolateria San Ginés, Madrid

Madrid – meine letzte Destination charmebolzte sich mit Schönheit, Atmosphäre und Lebendigkeit auch zu später Stunde direkt in mein Reiseherz. Auch wenn die vielen Parks und offenen Plätze förmlich nach einem Wiederkommen im Frühling, Sommer oder frühen Herbst schreien, bezirzte Madrid auch Anfang Februar mit klarem Himmel und ersten Sonnenstrahlen. Aber lassen wir uns nicht beirren, ziemlich kalt war es trotzdem.

Madrid_Chocolateria San Ginés_waitingWas macht man also, wenn man stundenlang durch die Stadt läuft, sich vom eigenen Entdeckergeist durch die Straßen treiben lässt und irgendwann merkt, dass man doch ganz schön durchgefroren ist? Man begibt sich zur Chocolateria San Ginés, nicht weit entfernt vom royalen Palast.Und ergibt sich einem unvermeidlichen death by chocolate in einer Umgebung, die nie selbst erlebte Erinnerungen an Cafés des späten 19. Jahrhunderts weckt. Kein Wunder: Die Chocolateria San Ginés gibt es schon seit 1894. Heute ist sie 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche geöffnet, nach langen Nächten in Bars und Clubs kommen viele her, um sich chocolate con churros einzuverleiben. Ein Geheimtipp ist diese Chocolateria längst nicht mehr, die Warteschlangen sind zu jeder Zeit beachtlich lang – aber das Warten lohnt sich.

Madrid_Chocolateria San Ginés

Ver- und gekauft wird also vor allem heiße Schokolade mit frittiertem Gebäck, chocolate con churros, für vier Euro in der kleinsten Portion mit sechs Churros. (Es gibt auch Kaffeespezialitäten und weiteres Gebäck, ich sah allerdings niemanden, der etwas anderes als chocolate con churros vor sich auf dem Tisch hatte.) Wer Kalorien zählt, ist hier definitiv falsch, aber wer will das in dieser Umgebung schon?

Bestellt und bezahlt wird zuerst, dann sucht man sich im traditionsspiegelnden Inneren einen Platz an einem der kleinen Tische und kann kaum die Fotos der unzähligen Stars, die schon zu Besuch waren, in Augenschein nehmen, als dass schon das Bestellte vor einem steht. Und es ist wun.der.voll, völlig unterkühlt frittierte Churros in heiße Schokolade zu tauchen. Es wärmt, es schmeckt, es ist simpler und doch großer Genuss. Madrid_chocolate con churrosDie Schokolade ist nicht vergleichbar mit dem, was hierzulande oft verkauft wird – wässriger, flüchtiger Kakao – sondern eher so, als habe man drei Tafeln in einer Tasse zusammengeschmolzen. Nach einer Tasse ist man völlig voll, aber gleichzeitig auch sehr zufrieden – und definitiv erstmal nicht mehr so richtig fähig, noch weitere Kilometer durch die Stadt abzulaufen.
Wenn ihr in Madrid seid, ist diese Chocolateria also definitiv einen Besuch wert – und das schreibt eine, die im Alltag kein riesengroßes Bedürfnis nach Schoki hat (und zugegeben nach langen Nächten auch trotzdem eher bei Herzhaftem bleiben würde). 😉

Koffer packen: 5 Tage Madrid

Ich gebe es zu: Wie so viele Menschen bin ich mitunter anfällig dafür, auf Reisen viel zu viel Gepäck mitzunehmen. Das liegt bei mir oft gar nicht so sehr an einer groben Fehleinschätzung des Bedarfs, sondern eher daran, dass ich mich viel zu häufig nicht entscheiden möchte, was ich wann anziehe. Ich mag die Auswahl, ich mag viele Optionen, ich mag die Möglichkeit verschiedener Kombinationen…

Dennoch versuche ich immer häufiger, mit leichtestmöglichem Gepäck zu reisen, da das durchaus auch entspannend sein kann. Erstmals gelernt habe ich das während meiner Weltreise, die wohl generell zu Beschränkung erzieht. Städte- und Kurztrips von bis zu fünf Tagen gehen leicht nur mit Rucksack und ohne aufzugebendes Gepäck, am ehesten limitieren mich hier die erlaubten Flüssigkeitsmengen. Dennoch: Für Madrid wären auch sieben kofferlose Tage kein Problem gewesen.

Wichtig in der Vorbereitung: Das Packen dauert bei mir im Verhältnis länger, weil jedes Element natürlich besser durchdacht sein muss, als wenn man stapelweise alles in den Koffer wirft. Kleidung, die sich nicht mit jeglichen anderen Stücken kombinieren lässt, fliegt genauso wieder raus wie solche, die nicht für alle geplanten Aktivitäten nutzbar ist. Aber was habe ich jetzt genau gepackt? Zeit, ein paar Ideen zu teilen:

Kleidung:

  • zwei schwarze Tops/Oberteile
  • ein graues Jackett
  • einen dicken schwarzen Pullover
  • dunkelgraue Shorts
  • zwei Strumpfhosen, Socken, Unterwäsche
  • Mütze, Handschuhe
  • eine rote Kette

(getragen: blaue Jeans, schwarzes Oberteil, schwarzer Kurzblazer aus Leder, schwarze flache Boots, einen orange-grünen Schal für den Farbtupfer)

Beauty- und Pflegeprodukte:

  • in Reisegrößen: Zahnpasta, Shampoo, Haarkur, Deo, Haarspray, Kontaktlinsenflüssigkeit
  • weiteres: Zahnbürste, Abschminktücher, Bürste, Kamm, Eyeliner, Kajal, Mascara, Lippenstift

Sonstiges:

  • MacBook, Kopfhörer, Ladegeräte
  • Sonnenbrille
  • Buch
  • kleine Tasche für unterwegs
  • Kopfschmerztabletten (ggf. + eigene Medikamente)

Sowieso immer dabei: Smartphone, Portemonnaie, Ausweis

In der Übersicht sieht es jetzt doch fast schon wieder nach ziemlich viel aus – sicher ließe sich da noch reduzieren, aber für meinen persönlichen Komfort war das schon ziemlich ideal, passte doch alles noch in einen standardgroßen Rucksack.

Wie sieht’s bei euch aus, mit wie viel Gepäck reist ihr? Immer zu viel oder ewige Optimierung und fortwährende Suche nach Leichtigkeit?

Supermärkte all around the world – Thailand

Seit wann genau ich diese spezifische Begeisterung dafür kultiviere, Supermärkte ferner und weniger ferner Länder zu erkunden und intensiv lokale Besonderheiten, Unterschiede und vermeintliche Kuriositäten im Sortiment zu studieren, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich mag das einfach, zu sehen, wie sich Charakteristika und Eigenarten eines Landes oder einer Region in der Alltäglichkeit der Einkaufsmöglichkeiten spiegeln. Und wenig überraschend verraten Supermärkte häufig einiges über Ess- und Lebensgewohnheiten.

SweetsSo musste ich natürlich auch in Thailand jeden verfügbaren Supermarkt aufsuchen. Und außergewöhnliche Süßigkeiten und Getränke (meine beiden „Spezialdisziplinen“) kaufen. In den zugegeben oft touristisch geprägten Läden erwartete mich eine Mischung altbekannter, unbekannter und von vorherigen Reisen wiedererkannter Produkte – ein Mix aus Europa, Japan und Australien. So fanden sich im ersten Supermarkt TimTams, die ich unter Begeisterungsstürmen entdeckte und als erstes in den Warenkorb packen musste. Allerdings weicht die Rezeptur in Thailand ab, wodurch sie deutlich anders schmecken als das Original – aber andere TimTams sind ja immer noch besser als keine… 😉

ToastAnsonsten zählten zu meinen persönlichen Entdeckungen bereits fertig geschmierte einzelne Toasts (mit Butter oder Brotaufstrich, optisch durchaus grenzwertig), Wassermelonenkerne in der Snackabteilung, eine breite Auswahl beautyfördernder und Beauty Drinkscollagenhaltiger Getränke sowie ein nachvollziehbar breites Sortiment an Seafood Snacks, das ich aus Rücksicht auf meine Gesundheit (Hallo, Meeresfrüchteallergie!) lieber im Regal beließ. In der aus Japan bekannten Aufwärm-Snack-Abteilung neben der Kasse lagen hier „Chicken Frankfurter“ neben Reis-Snacks to go.

ChipsDas Chipsregal, mein heimlicher Favorit in so ziemlich jedem internationalen Supermarkt, hielt auch gleich mehrere Entdeckungen parat: Chips mit dem Geschmack von French Dressing (furchtbar beim ersten Biss, dann werden sie besser, aber gewonnen haben sie nicht); Chips Chicken Saté (überraschend super!) und Pringles Salt & Seaweed (so gut, dass ihre Nichtverfügbarkeit hierzulande große Traurigkeit auslöst). Weiterhin im Süßigkeiten-Department entdeckt: Partysnacks mit Wasabi-Erbsen (yummi!), Pocky Sticks (Japan-Erinnerungen!) und eine grandios breite Auswahl an getrockneten Früchten (Können wir die bitte auch hier haben?).

Neben den Süßigkeiten üben, wie erwähnt, vor allem die Getränkeregale eine durchaus beachtliche Faszination auf mich aus. Thailand hielt eine enorme Auswahl an Fruchtsäften in Dosen/Mini-Flaschen bereit, zudem vielfältigste Limos mit exotischen Früchten, aber nur minimaler oder keiner Kohlensäure (leider nicht so meins) und mitunter fast hustensaftartigem Nachgeschmack, spicy Fruchtsäfte, verschiedenste Milchgetränke mit fruchtigen Geschmacksnoten und, auch wenig überraschend, eisgekühlte Tees in allen Variationen: Grüner Tee mit Pfirsich, grüner Tee mit Weizen,… Auch diese fehlen definitiv im heimischen Supermarktregal!

Im größten Supermarkt fernab des Zentrums und damit des touristischen Fokus fiel vor allem die enorme Fläche auf und das entsprechend breite Sortiment inklusive Kleidung. Wenig überraschend waren auch die Preise noch einmal deutlich günstiger, wenngleich auch schon in den Minimärkten Einkäufe zu preiswerten Konditionen möglich waren.

Zurück zuhause vermisse ich definitiv schon jetzt die obstigen Snacks, die Salt & Seaweed Chips und den grünen Tee, wobei ich letzteren neulich mit leuchtenden Augen in einem Kölner Thai-Restaurant entdeckte. Und für den Rest muss ich einfach schnellstmöglich wieder in die Ferne reisen… 😉

Niedliche Busse und vollgestopfte U-Bahnen: Nahverkehr in Tokyo

Tokyo, Japan - ReisevorbereitungenTokyo. Weltstadt. 37,5 Millionen Einwohner in der Metropolregion. Knapp 8 Millionen U-Bahn-Passagiere pro Tag im weltweit am stärksten in Anspruch genommenen Metro-System. Wer an das Verkehrsnetz, an all die bunten und zunächst wirr scheinenden Linien und die Frage nach der Orientierung in diesem riesigen Gewusel denkt, dem mögen zunächst Zweifel, Sorgen, Ratlosigkeit in den Sinn kommen. Wie soll man sich da zurechtfinden, jemals irgendwo ankommen, den richtigen U-Bahn-Ausgang und dadurch die gesuchte Straße, die gewünschte Location finden?

Keine Sorge – vielleicht ist es eine der größten Faszinationen Tokyos, wie einfach die Navigation in dieser nahezu unüberschaubar erscheinenden Metropole dann doch ist, vor allem auch ganz ohne Japanisch-Kenntnisse. Natürlich kann der Blick auf das Verkehrsnetz erst einmal leichte Atemnot auslösen: Zwei unabhängige U-Bahn-Unternehmen mit verschiedenen Linien, Bahnen von insgesamt elf privaten Bahngesellschaften, zahllose Umsteigepunkte, ineinander übergehende Streckenabschnitte von verschiedenen Eignern – und all das ohne Busse zu berücksichtigen. Dennoch: Die Navigation fällt schon nach kurzer Zeit sehr leicht, da in Tokyo alles auf ein bestmögliches Zurechtkommen ausgelegt wurde. Selbst meine Anreise unter erschwerten Bedingungen konnte hieran nichts verändern. Weiterlesen

Reisen in digitaler Begleitung

SmartphoneEs ist kein Geheimnis, dass ich mehr als gerne verreise. Sofern möglich, nutze ich jede Option, in der sich mindestens 48 freie aneinander gereihte Stunden bieten, um neue Städte und Länder zu entdecken, Menschen kennenzulernen, Kulturen zu erfahren, Dinge zu erleben. (Das mit dem Verbloggen der jeweiligen Reiseerlebnisse wird 2015 dann übrigens auch wieder besser, versprochen.)

Ebenso ist es kein Geheimnis, dass ich als Digitalmensch natürlich nicht nur im Alltag, sondern auch auf Reisen immer mein Smartphone dabei habe. Gerade für diesen Zweck verfügt es über einige Apps, auf die ich nicht mehr verzichten und die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Pack the Bag
Ich reise gern, ich reise oft und zur Not kann ich meinen Koffer mittlerweile innerhalb von 10 Minuten packen. Dennoch geht gerade in solchen Situationen dann doch auch mal irgendetwas Wichtiges unter. Jetzt allerdings nicht mehr, denn Pack the Bag zeigt alles, was man für Reisen braucht und manchmal sogar noch ein bisschen mehr. Aus bestehenden Equipment-Listen für verschiedene Reisearten (Wandern, Strandurlaub etc.) lassen sich Packlisten generieren, individuell anpassen, für neue Reisen duplizieren und entsprechend des Kofferfüllstatus abhaken. Natürlich muss man hier nicht jedes einzelne Teil aufführen, ich nutze die App vor allem mit einer kleineren Liste für alles, was wirklich nicht verzichtbar ist.
Verfügbar für iOS, eine Android-Alternative wäre z.B. Packing List. Weiterlesen

Street Food Festival, Köln

An diesem Wochenende geht das Street Food Festival in Köln zum ersten Mal im neuen Jahr in eine weitere Runde und trotzt dem aktuell tobenden Sturm im Rheinland. Bei der letzten Ausgabe am 29. und 30. November 2014 im Jack in the Box in Ehrenfeld war ich dabei – Grund genug, aus dem wieder aktuellen Anlass endlich doch noch einmal die beiden Tage zu verbloggen. Viele der Stände vom letzten Mal sind auch an diesem Wochenende wieder dabei und einige natürlich umso mehr zu empfehlen.

Pan Kowalski
StreetFoodFestival Köln_PanKowalskiBei den beiden Berliner Herren von Pan Kowalski beispielsweise gibt es hervorragende, knusprige Pierogi in zwei Geschmacksrichtungen (Beef & Cheese sowie Classic) in Kombination mit extrem frischem, leckerem und nicht so fettig gebratenem Gemüse und einer Auswahl an Dips. Yummi! Auch selbstgemachter Wodka ist im Angebot – und der mit Limone und Minze wirklich zu empfehlen.


Comptoir du Cidre

StreetFoodFestival Köln_CidreSteakDefinitiv eines der großen Highlights und schon von weitem an der nicht enden wollenden Schlange zu erkennen: der Stand von Comptoir du Cidre. An diesem gab es 65-Stunden-Cidre-Steak: Rindersteak, das 24 Stunden in Cidre eingelegt, 11 Stunden „Sous-Vide“ gegart und mit 30 Stunden karamellisierten Zwiebeln auf hausgemachtem Kartoffelbrot serviert wurde. Hat sich das lange Warten gelohnt? Allerdings! Für mich als genereller Cidre-Fan sowieso, aber das Fazit bleibt auch bestehen, wenn ich hier meinen kleinen eigenen Bias heraus rechne.  Weiterlesen