Zwei Jahre Köln.

In dieser Woche feiere ich mit Köln, mehr als liebgewordenem Lebensmittelpunkt und Herzstadt, ein kleines zweijähriges Jubiläum. Einerseits fühlt sich der Umzug hierher noch immer nicht so an, als läge er schon so lange zurück, andererseits hab ich jedoch genauso auch das Gefühl, schon ewig hier zu sein. Vielleicht genau deswegen scheint das aber auch alles schon sehr richtig so und ich finde, die Gleichzeitigkeit beider Impressionen spricht für eine funktionierende Stadtbeziehung. Köln ist zuhause, ist gefühlte Heimat und war städtetechnisch die beste Entscheidung, die ich 2014 überhaupt hätte treffen können.

Das Beste an Köln?
Himmel über Köln
Noch nie war es für mich so einfach, in einer Stadt anzukommen, mich zuhause zu fühlen. Vor allem im Vergleich zu Hamburg ist der Kontrast enorm stark und vielleicht habe ich erst hier richtig gemerkt, warum es mich dort gar nicht hätte halten können. Ich liebe die Offenheit Kölns, die Atmosphäre der Stadt, die Menschen, die sie so prägen – und auch ein bisschen die weniger stadtästhetischen Seiten, die den Kölner an sich trotzdem kopfschüttelnd lächeln lassen und oft genug Anlass für ein kurzes Gespräch mit völlig Fremden sind.

Das liebste Kölsche Grundgesetz?
Kölnliebe
Wat soll dä Quatsch? Wieso braucht es eine Präferenz? Nachdem ich gestern Abend noch testete, ob ich sie aus dem Kopf alle zusammen bekomme (leider nein), heute die Entscheidung für einen Liebling… Das fällt mir schwer, ich mag die Gelassenheit von „Et kütt wie et kütt“ (auch wenn ich in der Adaption selbst nicht immer brilliere, so rein stressmäßig), die Zuversicht von „Et hätt noch immer jot jejange“ (erinnert mich an Australien mit dem Kerngedanken von „She’ll be right, mate“) und die charakteristische Geselligkeit von „Drinkste ene mit?“. „Et bliev nix wie et wor“ assoziiere ich noch mal stärker mit Köln, vor allem mit dem Start hier – und das nicht nur, weil der Blogbeitrag zur Wohnungssuche so hieß. Was ich sagen bzw. schreiben will: Ich kann keinen Favoriten benennen, ich mag sie alle. Wat wellste machen?

Wenn ich ein Kölsches Lied höre, dann ist es…
Hey Kölle, do bes e Jeföhl! Ohne Frage, mein lokaler Lieblingssong, auch der sehr mit dem Start, dem schnellen Zuhause-Gefühl, den Menschen verbunden. Köln ist definitiv ein Gefühl, und zwar ein sehr schönes. Natürlich werde ich nicht aufhören zu reisen und Köln selbst kann das Fernweh, das so in mir wohnt, nicht abstellen, aber ich bin sicher, dass hierher zurückzukommen immer irgendwie besonders und auf eine sehr eigene Weise berührend sein wird.

Und Karneval?
Kölsch
Unbedingt mal mitmachen! Wenn man Lust auf die Verrücktheiten der 5. Jahreszeit hat, ist Köln das Paradies – im gegenteiligen Fall kann man ihnen auch kaum entgehen. Ich hatte einen sehr lustigen Karneval im ersten Jahr hier, habe angemessen viel kölsches Liedgut und die Stadt noch mal aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Allerdings brauche ich persönlich Karneval nicht in jedem Jahr: Lässt man mir die Wahl, mit nur einem Urlaubstag fünf Tage verreisen oder alternativ feiern zu können, gewinnt das Fernweh doch sehr eindeutig.

Wenn man nur einen Tag in Köln ist, sollte man unbedingt…
Seilbahn_Köln
Seilbahn fahren! Ich kann selbst nicht einmal genau sagen, warum ich das so sehr mag, aber Seilbahnfahrten über den Rhein begeistern mich auf ganz seltsame Weise. Es ist völlig touristisch, für die kurze Zeit komplett überteuert, aber ich hüpfe wie ein aufgeregtes Kind durch die Gegend. Es ist, wenig überraschend, auch nicht wahnsinnig spannend, aber man hat an klaren Tagen einen durchaus sehr hübschen Blick auf diese Stadt, die ich in den letzten zwei Jahren so sehr ins Herz geschlossen habe. Und man kann danach auf der oft verschmähten falschen Rheinseite sehr nett durch den Park laufen, Eis essen und auf die Stadt sehen. Und vor der Seilbahnfahrt dem durchaus auch hübsch gemachten Kölner Zoo nebenan einen Besuch abstatten.

Hohenzollernbrücke und Dom_Köln

Places: Chocolateria San Ginés, Madrid

Madrid – meine letzte Destination charmebolzte sich mit Schönheit, Atmosphäre und Lebendigkeit auch zu später Stunde direkt in mein Reiseherz. Auch wenn die vielen Parks und offenen Plätze förmlich nach einem Wiederkommen im Frühling, Sommer oder frühen Herbst schreien, bezirzte Madrid auch Anfang Februar mit klarem Himmel und ersten Sonnenstrahlen. Aber lassen wir uns nicht beirren, ziemlich kalt war es trotzdem.

Madrid_Chocolateria San Ginés_waitingWas macht man also, wenn man stundenlang durch die Stadt läuft, sich vom eigenen Entdeckergeist durch die Straßen treiben lässt und irgendwann merkt, dass man doch ganz schön durchgefroren ist? Man begibt sich zur Chocolateria San Ginés, nicht weit entfernt vom royalen Palast.Und ergibt sich einem unvermeidlichen death by chocolate in einer Umgebung, die nie selbst erlebte Erinnerungen an Cafés des späten 19. Jahrhunderts weckt. Kein Wunder: Die Chocolateria San Ginés gibt es schon seit 1894. Heute ist sie 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche geöffnet, nach langen Nächten in Bars und Clubs kommen viele her, um sich chocolate con churros einzuverleiben. Ein Geheimtipp ist diese Chocolateria längst nicht mehr, die Warteschlangen sind zu jeder Zeit beachtlich lang – aber das Warten lohnt sich.

Madrid_Chocolateria San Ginés

Ver- und gekauft wird also vor allem heiße Schokolade mit frittiertem Gebäck, chocolate con churros, für vier Euro in der kleinsten Portion mit sechs Churros. (Es gibt auch Kaffeespezialitäten und weiteres Gebäck, ich sah allerdings niemanden, der etwas anderes als chocolate con churros vor sich auf dem Tisch hatte.) Wer Kalorien zählt, ist hier definitiv falsch, aber wer will das in dieser Umgebung schon?

Bestellt und bezahlt wird zuerst, dann sucht man sich im traditionsspiegelnden Inneren einen Platz an einem der kleinen Tische und kann kaum die Fotos der unzähligen Stars, die schon zu Besuch waren, in Augenschein nehmen, als dass schon das Bestellte vor einem steht. Und es ist wun.der.voll, völlig unterkühlt frittierte Churros in heiße Schokolade zu tauchen. Es wärmt, es schmeckt, es ist simpler und doch großer Genuss. Madrid_chocolate con churrosDie Schokolade ist nicht vergleichbar mit dem, was hierzulande oft verkauft wird – wässriger, flüchtiger Kakao – sondern eher so, als habe man drei Tafeln in einer Tasse zusammengeschmolzen. Nach einer Tasse ist man völlig voll, aber gleichzeitig auch sehr zufrieden – und definitiv erstmal nicht mehr so richtig fähig, noch weitere Kilometer durch die Stadt abzulaufen.
Wenn ihr in Madrid seid, ist diese Chocolateria also definitiv einen Besuch wert – und das schreibt eine, die im Alltag kein riesengroßes Bedürfnis nach Schoki hat (und zugegeben nach langen Nächten auch trotzdem eher bei Herzhaftem bleiben würde). 😉

(Dieser Beitrag ist eine rein private Meinungsäußerung und Empfehlung, der keinerlei Kooperation, Bezahlung, Vergünstigung oder Abstimmung mit der Chocolateria San Ginés zugrunde liegt.)

Koffer packen: 5 Tage Madrid

Ich gebe es zu: Wie so viele Menschen bin ich mitunter anfällig dafür, auf Reisen viel zu viel Gepäck mitzunehmen. Das liegt bei mir oft gar nicht so sehr an einer groben Fehleinschätzung des Bedarfs, sondern eher daran, dass ich mich viel zu häufig nicht entscheiden möchte, was ich wann anziehe. Ich mag die Auswahl, ich mag viele Optionen, ich mag die Möglichkeit verschiedener Kombinationen…

Dennoch versuche ich immer häufiger, mit leichtestmöglichem Gepäck zu reisen, da das durchaus auch entspannend sein kann. Erstmals gelernt habe ich das während meiner Weltreise, die wohl generell zu Beschränkung erzieht. Städte- und Kurztrips von bis zu fünf Tagen gehen leicht nur mit Rucksack und ohne aufzugebendes Gepäck, am ehesten limitieren mich hier die erlaubten Flüssigkeitsmengen. Dennoch: Für Madrid wären auch sieben kofferlose Tage kein Problem gewesen.

Wichtig in der Vorbereitung: Das Packen dauert bei mir im Verhältnis länger, weil jedes Element natürlich besser durchdacht sein muss, als wenn man stapelweise alles in den Koffer wirft. Kleidung, die sich nicht mit jeglichen anderen Stücken kombinieren lässt, fliegt genauso wieder raus wie solche, die nicht für alle geplanten Aktivitäten nutzbar ist. Aber was habe ich jetzt genau gepackt? Zeit, ein paar Ideen zu teilen:

Kleidung:

  • zwei schwarze Tops/Oberteile
  • ein graues Jackett
  • einen dicken schwarzen Pullover
  • dunkelgraue Shorts
  • zwei Strumpfhosen, Socken, Unterwäsche
  • Mütze, Handschuhe
  • eine rote Kette

(getragen: blaue Jeans, schwarzes Oberteil, schwarzer Kurzblazer aus Leder, schwarze flache Boots, einen orange-grünen Schal für den Farbtupfer)

Beauty- und Pflegeprodukte:

  • in Reisegrößen: Zahnpasta, Shampoo, Haarkur, Deo, Haarspray, Kontaktlinsenflüssigkeit
  • weiteres: Zahnbürste, Abschminktücher, Bürste, Kamm, Eyeliner, Kajal, Mascara, Lippenstift

Sonstiges:

  • MacBook, Kopfhörer, Ladegeräte
  • Sonnenbrille
  • Buch
  • kleine Tasche für unterwegs
  • Kopfschmerztabletten (ggf. + eigene Medikamente)

Sowieso immer dabei: Smartphone, Portemonnaie, Ausweis

In der Übersicht sieht es jetzt doch fast schon wieder nach ziemlich viel aus – sicher ließe sich da noch reduzieren, aber für meinen persönlichen Komfort war das schon ziemlich ideal, passte doch alles noch in einen standardgroßen Rucksack.

Wie sieht’s bei euch aus, mit wie viel Gepäck reist ihr? Immer zu viel oder ewige Optimierung und fortwährende Suche nach Leichtigkeit?

Supermärkte all around the world – Thailand

Seit wann genau ich diese spezifische Begeisterung dafür kultiviere, Supermärkte ferner und weniger ferner Länder zu erkunden und intensiv lokale Besonderheiten, Unterschiede und vermeintliche Kuriositäten im Sortiment zu studieren, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich mag das einfach, zu sehen, wie sich Charakteristika und Eigenarten eines Landes oder einer Region in der Alltäglichkeit der Einkaufsmöglichkeiten spiegeln. Und wenig überraschend verraten Supermärkte häufig einiges über Ess- und Lebensgewohnheiten.

SweetsSo musste ich natürlich auch in Thailand jeden verfügbaren Supermarkt aufsuchen. Und außergewöhnliche Süßigkeiten und Getränke (meine beiden „Spezialdisziplinen“) kaufen. In den zugegeben oft touristisch geprägten Läden erwartete mich eine Mischung altbekannter, unbekannter und von vorherigen Reisen wiedererkannter Produkte – ein Mix aus Europa, Japan und Australien. So fanden sich im ersten Supermarkt TimTams, die ich unter Begeisterungsstürmen entdeckte und als erstes in den Warenkorb packen musste. Allerdings weicht die Rezeptur in Thailand ab, wodurch sie deutlich anders schmecken als das Original – aber andere TimTams sind ja immer noch besser als keine… 😉

ToastAnsonsten zählten zu meinen persönlichen Entdeckungen bereits fertig geschmierte einzelne Toasts (mit Butter oder Brotaufstrich, optisch durchaus grenzwertig), Wassermelonenkerne in der Snackabteilung, eine breite Auswahl beautyfördernder und Beauty Drinkscollagenhaltiger Getränke sowie ein nachvollziehbar breites Sortiment an Seafood Snacks, das ich aus Rücksicht auf meine Gesundheit (Hallo, Meeresfrüchteallergie!) lieber im Regal beließ. In der aus Japan bekannten Aufwärm-Snack-Abteilung neben der Kasse lagen hier „Chicken Frankfurter“ neben Reis-Snacks to go.

ChipsDas Chipsregal, mein heimlicher Favorit in so ziemlich jedem internationalen Supermarkt, hielt auch gleich mehrere Entdeckungen parat: Chips mit dem Geschmack von French Dressing (furchtbar beim ersten Biss, dann werden sie besser, aber gewonnen haben sie nicht); Chips Chicken Saté (überraschend super!) und Pringles Salt & Seaweed (so gut, dass ihre Nichtverfügbarkeit hierzulande große Traurigkeit auslöst). Weiterhin im Süßigkeiten-Department entdeckt: Partysnacks mit Wasabi-Erbsen (yummi!), Pocky Sticks (Japan-Erinnerungen!) und eine grandios breite Auswahl an getrockneten Früchten (Können wir die bitte auch hier haben?).

Neben den Süßigkeiten üben, wie erwähnt, vor allem die Getränkeregale eine durchaus beachtliche Faszination auf mich aus. Thailand hielt eine enorme Auswahl an Fruchtsäften in Dosen/Mini-Flaschen bereit, zudem vielfältigste Limos mit exotischen Früchten, aber nur minimaler oder keiner Kohlensäure (leider nicht so meins) und mitunter fast hustensaftartigem Nachgeschmack, spicy Fruchtsäfte, verschiedenste Milchgetränke mit fruchtigen Geschmacksnoten und, auch wenig überraschend, eisgekühlte Tees in allen Variationen: Grüner Tee mit Pfirsich, grüner Tee mit Weizen,… Auch diese fehlen definitiv im heimischen Supermarktregal!

Im größten Supermarkt fernab des Zentrums und damit des touristischen Fokus fiel vor allem die enorme Fläche auf und das entsprechend breite Sortiment inklusive Kleidung. Wenig überraschend waren auch die Preise noch einmal deutlich günstiger, wenngleich auch schon in den Minimärkten Einkäufe zu preiswerten Konditionen möglich waren.

Zurück zuhause vermisse ich definitiv schon jetzt die obstigen Snacks, die Salt & Seaweed Chips und den grünen Tee, wobei ich letzteren neulich mit leuchtenden Augen in einem Kölner Thai-Restaurant entdeckte. Und für den Rest muss ich einfach schnellstmöglich wieder in die Ferne reisen… 😉

100 happy days.

RomIm Frühjahr diesen Jahres stolperte ich mal wieder über die #100happydays-Challenge und wer mehr oder minder eifrig meinem Twitter– und/oder Instagram-Account folgt, dem dürfte dieser Hashtag bis zum Juni häufiger untergekommen sein. Worum es bei #100happydays geht? Um die Frage, ob du es schaffst, 100 Tage am Stück glücklich zu sein. Klingt einerseits vermessen und schwer und andererseits ganz einfach? Ja, vielleicht beides.

Bei diesem kleinen Projekt geht es allerdings nicht darum, jeden Tag überbordend-ausgefallene Glücksmomente von exotischen Reisen, exquisitem Essen, glamourösen Abendveranstaltungen oder ähnlichem zu posten, um andere neidisch zu machen. Im Gegenteil: Es geht darum, auch kleine Glücksmomente zu feiern, sich diese bewusster zu machen und sich jeden Tag mindestens einmal kurz Zeit zu nehmen, um sie zu rekapitulieren, statt, wie es so oft im Alltag geschieht, einfach über sie hinwegzurasen. Natürlich können da auch außergewöhnlich schöne Momente dabei sein – aber wer teilnimmt, um andere zu beeindrucken, verliert schon automatisch, wie die Website verkündet. Gutes Prinzip. Und zudem ist das Bild einer Tasse Tee nach einem langen Tag manchmal vielleicht auch persönlicher, nahbarer und just dieser Moment nachvollziehbarer als vermeintlich konstantes Hochglanzglück. Dennoch: 71% der Teilnehmer schaffen es am Ende nicht – meist aufgrund von Zeitmangel. Zu wenig Zeit für Glück? Das klingt falsch. Und deswegen musste ich das testen.

Ich mag die Idee hinter den #100happydays – dieses bewusste Innehalten, einhergehend mit der Feststellung, was uns eigentlich so glücklich macht. Und dass auch nervige, anstrengende, blöde Tage insgesamt doch eigentlich ziemlich happy sind. Natürlich können wir die Frage stellen, was genau denn Glück ist, ob das nicht erst dieses überbordende Hochgefühl ist und ob die #100happydays nicht eher oft einfach Zufriedenheit abbilden, aber vielleicht tragen 100 zufriedene Tage am Ende auch schlicht dazu bei, dass sich insgesamt viel mehr Hochgefühl einstellt. Die Definitionsfrage ist natürlich gerechtfertigt, da der Anspruch so hoch gesetzt ist – aber auch 100 Tage bewusste Zufriedenheit sind vielleicht schon mal ein sehr gutes Ziel. Und eine Grundvoraussetzung für viel mehr gefühlte Happiness. (Ich sollte an der Stelle vielleicht aufhören, sonst nimmt der Post eher Romanlänge an und kommt zu weit von der Idee ab.)

Wie die Challenge abläuft? Wer an den #100happydays teilnimmt, postet 100 Tage lang jeden Tag etwas, das ihn oder sie in eben diesem 24 Stunden-Zeitraum glücklich gemacht hat. Bei Anmeldung kann man einen präferierten Kanal auswählen. Bei mir fiel die Wahl auf Twitter – auch wenn ich Instagram für die Challenge sehr mag, so ist mein Glück doch ab und zu einfach textbasiert (und Instagram-Pics lassen sich ja auch über Twitter teilen). Wer die Challenge nicht über seine Social Channels begleiten möchte, kann auch per Mail teilnehmen.

Während meiner 100 Challenge-Tage habe ich mit einer einzigen und sehr bewussten Ausnahme an jedem Tag ein Fünkchen Happiness geteilt. Zugegeben, in einer Woche zwei Mal erst kurz nach 0 Uhr, aber das ging bestimmt aufgrund der Zeitumstellung durch – und ein neuer Tag beginnt ja sowieso erst nach dem Schlafen gehen. 😉

Wie happy die #100happydays nun waren? Sehr. Sehr, sehr, sehr sogar. Ich mag die Idee nach wie vor, die kleinen Momente zu feiern, das schwedische Fladenbrot zu einer Folge Grey’s Anatomy oder die Tatsache, an einem Tag so einiges über musikalische Kompositionen gelernt zu haben. Und doch habe ich mich sehr gefreut, als die Challenge vorbei war. Weil es anstrengend ist, glücklich zu sein? Nein, es machte mir im Gegenteil sehr bewusst, wie viele Gründe es dafür gibt und das ist toll. Vielmehr störte ich mich aber doch am Social-Sharing-Element, das ich zugegeben einfach unterschätzt hatte. RunningHeute eine Tasse Tee, gestern ein Bild vom Lauf durch den Park, am Tag zuvor ein kurzer Tweet über die lustige Mittagspause – so in etwa hatte ich mir das vorher vorgestellt und mir gar nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht. Angemeldet, los ging es.

Aber im Verlauf stelle ich fest, dass ich viele der wirklich glücklichen Momente gar nicht via Twitter oder Instagram teilen möchte. Sie sind da, ich freue mich enorm und ich schätze sie sehr, aber sie gehören für mich nicht in die Timelines dieser Welt. Weil ich mein Glück nicht gern mit anderen teile? Mitnichten. Viel eher, weil manche Momente einfach mir gehören und nicht öffentlich geteilt werden müssen und sich das so auch sehr richtig anfühlt. Und auch, weil mir der Gedanke nicht gefällt, dass Menschen, die mir noch nie begegnet sind, zu viel von mir wissen können, sich ein zu umfassendes Bild meines Lebens machen können, für mich zu viel Persönliches erfahren. Ich möchte diese Entscheidungen sehr bewusst treffen – entsprechend herausfordernd war die #100happydays Challenge mitunter auch. Dieser Schwierigkeit der Differenzierung begegne ich seit Anfang an auch immer wieder hier im Blog – deshalb eigentlich umso erstaunlicher, dass ich sie vorher nicht so sehr antizipierte: Natürlich sind meine Accounts persönlich, sollen etwas von mir zeigen, mich widerspiegeln – aber mir missfällt die Idee, jede Facette meines Lebens preiszugeben. Gerade im Hinblick auf die sehr persönlichen.

MineIch weiß, das ist eine komplett subjektive Entscheidung – und ich bin völlig cool mit Menschen, die das ganz anders, viel offener handhaben, sich bewusst dafür entscheiden. Allein, es ist nicht meine Wahl. Und deswegen tat ich mich auch des Öfteren schwer mit den #100happydays. Damit, eine abstrakte Umschreibung für mein Glück zu finden, um es gefühlt mehr für mich zu behalten. Warum ich das Projekt nicht abgebrochen habe? Ist nicht meins, einfach aufzuhören, das kann ich irgendwie dann doch auch nicht. Ich wollte durch die Challenge hindurch und es war definitiv interessant, immer wieder Zwischenwege zu finden.

Ist die Challenge gescheitert? Nö. Im Gegenteil: Ich hab allein damit ja schon bzw. noch einmal etwas über mich gelernt, was die Deutlichkeit der Differenzierung für mich teilbarer Momente angeht. Und ich mag den kontemplativen Moment der Rekapitulation des kleinen und großen Glücks nach wie vor. Vielleicht werde ich meine 21-Uhr-Erinnerung für die #100happydays, diese kleinen ruhigen 5 Minuten dennoch weiterführen – dann allerdings vielleicht ganz analog in einem Notizbuch.

Herzbruch für 80.000

IMG_9007Keine Frage: Samstagnachmittage werden sich ab der nächsten Saison anders anfühlen. Natürlich, der BVB bleibt – aber wie das so sein wird ohne Kloppo, das können sich vermutlich dennoch die wenigsten so wirklich vorstellen. Wie soll das auch gehen: Ein Tor ohne diese überbordende Energie, die sich nur in schwarzgelben Luftsprüngen entladen kann? Ein erkanntes taktisches Potential, das nicht über wilde Gesten kommuniziert wird? Eine Fehlentscheidung zugunsten des Gegners, die nicht entsprechend emotional begleitet wird? Ich weiß es nicht.

Der letzte Samstag war ein höchst merkwürdiger Spieltag: Einer für den Abschied, obwohl es doch noch gar nicht vorbei ist. Denn ein großes Spiel wartet am Wochenende noch – das, in dem der BVB Pokalsieger werden, eine aufreibende Saison doch noch mit einem Titel zum Abschluss bringen und Kloppo noch einmal um den Borsigplatz fahren lassen kann. Doch das große Zuhause, das Westfalenstadion, den schwarzgelben Tempel hat er bereits am Samstag mit dem letzten Besuch als Trainer hinter sich gelassen. Mit einem 3:2 gegen Werder, das vielleicht sogar symbolisch für die Saison sein mag: hohes Potential, sehr gute Chancen, aber doch immer wieder Gegenwind und viel zu einfache Gegentreffer. Schwamm drüber, muss auch sein, da muss man als Fußballfan auch durch, um Erfolge überhaupt schätzen zu können. Weiterlesen

Niedliche Busse und vollgestopfte U-Bahnen: Nahverkehr in Tokyo

Tokyo, Japan - ReisevorbereitungenTokyo. Weltstadt. 37,5 Millionen Einwohner in der Metropolregion. Knapp 8 Millionen U-Bahn-Passagiere pro Tag im weltweit am stärksten in Anspruch genommenen Metro-System. Wer an das Verkehrsnetz, an all die bunten und zunächst wirr scheinenden Linien und die Frage nach der Orientierung in diesem riesigen Gewusel denkt, dem mögen zunächst Zweifel, Sorgen, Ratlosigkeit in den Sinn kommen. Wie soll man sich da zurechtfinden, jemals irgendwo ankommen, den richtigen U-Bahn-Ausgang und dadurch die gesuchte Straße, die gewünschte Location finden?

Keine Sorge – vielleicht ist es eine der größten Faszinationen Tokyos, wie einfach die Navigation in dieser nahezu unüberschaubar erscheinenden Metropole dann doch ist, vor allem auch ganz ohne Japanisch-Kenntnisse. Natürlich kann der Blick auf das Verkehrsnetz erst einmal leichte Atemnot auslösen: Zwei unabhängige U-Bahn-Unternehmen mit verschiedenen Linien, Bahnen von insgesamt elf privaten Bahngesellschaften, zahllose Umsteigepunkte, ineinander übergehende Streckenabschnitte von verschiedenen Eignern – und all das ohne Busse zu berücksichtigen. Dennoch: Die Navigation fällt schon nach kurzer Zeit sehr leicht, da in Tokyo alles auf ein bestmögliches Zurechtkommen ausgelegt wurde. Selbst meine Anreise unter erschwerten Bedingungen konnte hieran nichts verändern. Weiterlesen

Liebe auf den ersten Kick.

IMG_9007Dem Lieblingskollegen Markus kam vor einiger Zeit die Idee, doch mal eine Blogparade zum eigenen allerersten Stadionbesuch zu starten, und natürlich war ich sofort überzeugt. Schönes Thema, das bestimmt die eine oder andere hübsche Anekdote hervorbringt, und genau das richtige, um die viel zu lange Winterpause noch etwas zu verkürzen.

Also los: Mein allererster Stadionbesuch ist noch gar nicht allzu lange her, was aufmerksame Leser dieses Blogs oder meines Twitterstreams möglicherweise in leichtes Erstaunen versetzen könnte. Denn auch wenn der Erstimpuls zur schwarzgelben Liebe schon Anfang der 90er Jahre durch meine Einschulung entfacht wurde und ab sofort jeden Samstag ran und die Sportschau gebucht waren, sollten viele weitere Jahre bis zum ersten Live-Erlebnis ins Land ziehen. Warum? Hmpf, im Nachhinein ganz schwer zu sagen und nicht mehr völlig nachvollziehbar. Vermutlich aus einer lustigen Mischung von Gründen: Opa ging nicht mehr ins Stadion, Papa ging auch nicht ins Stadion und später zu Schulzeiten interessierten sich meine Freundinnen eher weniger bis gar nicht für Fußball.

Mein erster Stadionbesuch war dann zeitgleich mein Weihnachtsgeschenk des Jahres 2010: Zwei Tickets für Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli, inklusive Bier und Stadionwurst. Am Tag vor dem entscheidenden, lang ersehnten Samstag, den 19.02., überwältigte mich eine enorme Erkältung, ich war völlig hinüber und komplett fertig. Aber nicht ins Stadion gehen? Keine Option. Und so fuhr ich in ungefähr sechs Lagen warmer Klamotten eingepackt von Münster aus nach Dortmund und betrat zum ersten Mal den schwarzgelben Tempel der Fußballfreude.

An den Moment, in dem ich die letzten Treppenstufen erklomm und dieses unfassbar schöne Stadion zum ersten Mal hautnah erleben konnte, erinnere ich mich in jedem einzelnen Detail. Ich musste innehalten, lange innehalten. Ich hätte mich gegen dieses unvermeidbar breite Grinsen, gegen das Strahlen in meinen Augen und den maximalen emotionalen Füllstand im Fußballherz nicht einmal wehren können, so ich dies denn gewollt hätte. Alles war gut, alles war einfach gut, sogar fantastisch. Und natürlich ist es mir nach wie vor schleierhaft, wie man beim Betreten des Westfalenstadions und beim Blick auf die bebende Südtribüne nicht sein Fußballherz verlieren kann. Weiterlesen

Reisen in digitaler Begleitung

SmartphoneEs ist kein Geheimnis, dass ich mehr als gerne verreise. Sofern möglich, nutze ich jede Option, in der sich mindestens 48 freie aneinander gereihte Stunden bieten, um neue Städte und Länder zu entdecken, Menschen kennenzulernen, Kulturen zu erfahren, Dinge zu erleben. (Das mit dem Verbloggen der jeweiligen Reiseerlebnisse wird 2015 dann übrigens auch wieder besser, versprochen.)

Ebenso ist es kein Geheimnis, dass ich als Digitalmensch natürlich nicht nur im Alltag, sondern auch auf Reisen immer mein Smartphone dabei habe. Gerade für diesen Zweck verfügt es über einige Apps, auf die ich nicht mehr verzichten und die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Pack the Bag
Ich reise gern, ich reise oft und zur Not kann ich meinen Koffer mittlerweile innerhalb von 10 Minuten packen. Dennoch geht gerade in solchen Situationen dann doch auch mal irgendetwas Wichtiges unter. Jetzt allerdings nicht mehr, denn Pack the Bag zeigt alles, was man für Reisen braucht und manchmal sogar noch ein bisschen mehr. Aus bestehenden Equipment-Listen für verschiedene Reisearten (Wandern, Strandurlaub etc.) lassen sich Packlisten generieren, individuell anpassen, für neue Reisen duplizieren und entsprechend des Kofferfüllstatus abhaken. Natürlich muss man hier nicht jedes einzelne Teil aufführen, ich nutze die App vor allem mit einer kleineren Liste für alles, was wirklich nicht verzichtbar ist.
Verfügbar für iOS, eine Android-Alternative wäre z.B. Packing List. Weiterlesen

Street Food Festival, Köln

An diesem Wochenende geht das Street Food Festival in Köln zum ersten Mal im neuen Jahr in eine weitere Runde und trotzt dem aktuell tobenden Sturm im Rheinland. Bei der letzten Ausgabe am 29. und 30. November 2014 im Jack in the Box in Ehrenfeld war ich dabei – Grund genug, aus dem wieder aktuellen Anlass endlich doch noch einmal die beiden Tage zu verbloggen. Viele der Stände vom letzten Mal sind auch an diesem Wochenende wieder dabei und einige natürlich umso mehr zu empfehlen.

Pan Kowalski
StreetFoodFestival Köln_PanKowalskiBei den beiden Berliner Herren von Pan Kowalski beispielsweise gibt es hervorragende, knusprige Pierogi in zwei Geschmacksrichtungen (Beef & Cheese sowie Classic) in Kombination mit extrem frischem, leckerem und nicht so fettig gebratenem Gemüse und einer Auswahl an Dips. Yummi! Auch selbstgemachter Wodka ist im Angebot – und der mit Limone und Minze wirklich zu empfehlen.


Comptoir du Cidre

StreetFoodFestival Köln_CidreSteakDefinitiv eines der großen Highlights und schon von weitem an der nicht enden wollenden Schlange zu erkennen: der Stand von Comptoir du Cidre. An diesem gab es 65-Stunden-Cidre-Steak: Rindersteak, das 24 Stunden in Cidre eingelegt, 11 Stunden „Sous-Vide“ gegart und mit 30 Stunden karamellisierten Zwiebeln auf hausgemachtem Kartoffelbrot serviert wurde. Hat sich das lange Warten gelohnt? Allerdings! Für mich als genereller Cidre-Fan sowieso, aber das Fazit bleibt auch bestehen, wenn ich hier meinen kleinen eigenen Bias heraus rechne.  Weiterlesen