Herzbruch für 80.000

IMG_9007Keine Frage: Samstagnachmittage werden sich ab der nächsten Saison anders anfühlen. Natürlich, der BVB bleibt – aber wie das so sein wird ohne Kloppo, das können sich vermutlich dennoch die wenigsten so wirklich vorstellen. Wie soll das auch gehen: Ein Tor ohne diese überbordende Energie, die sich nur in schwarzgelben Luftsprüngen entladen kann? Ein erkanntes taktisches Potential, das nicht über wilde Gesten kommuniziert wird? Eine Fehlentscheidung zugunsten des Gegners, die nicht entsprechend emotional begleitet wird? Ich weiß es nicht.

Der letzte Samstag war ein höchst merkwürdiger Spieltag: Einer für den Abschied, obwohl es doch noch gar nicht vorbei ist. Denn ein großes Spiel wartet am Wochenende noch – das, in dem der BVB Pokalsieger werden, eine aufreibende Saison doch noch mit einem Titel zum Abschluss bringen und Kloppo noch einmal um den Borsigplatz fahren lassen kann. Doch das große Zuhause, das Westfalenstadion, den schwarzgelben Tempel hat er bereits am Samstag mit dem letzten Besuch als Trainer hinter sich gelassen. Mit einem 3:2 gegen Werder, das vielleicht sogar symbolisch für die Saison sein mag: hohes Potential, sehr gute Chancen, aber doch immer wieder Gegenwind und viel zu einfache Gegentreffer. Schwamm drüber, muss auch sein, da muss man als Fußballfan auch durch, um Erfolge überhaupt schätzen zu können. Weiterlesen

Niedliche Busse und vollgestopfte U-Bahnen: Nahverkehr in Tokyo

Tokyo, Japan - ReisevorbereitungenTokyo. Weltstadt. 37,5 Millionen Einwohner in der Metropolregion. Knapp 8 Millionen U-Bahn-Passagiere pro Tag im weltweit am stärksten in Anspruch genommenen Metro-System. Wer an das Verkehrsnetz, an all die bunten und zunächst wirr scheinenden Linien und die Frage nach der Orientierung in diesem riesigen Gewusel denkt, dem mögen zunächst Zweifel, Sorgen, Ratlosigkeit in den Sinn kommen. Wie soll man sich da zurechtfinden, jemals irgendwo ankommen, den richtigen U-Bahn-Ausgang und dadurch die gesuchte Straße, die gewünschte Location finden?

Keine Sorge – vielleicht ist es eine der größten Faszinationen Tokyos, wie einfach die Navigation in dieser nahezu unüberschaubar erscheinenden Metropole dann doch ist, vor allem auch ganz ohne Japanisch-Kenntnisse. Natürlich kann der Blick auf das Verkehrsnetz erst einmal leichte Atemnot auslösen: Zwei unabhängige U-Bahn-Unternehmen mit verschiedenen Linien, Bahnen von insgesamt elf privaten Bahngesellschaften, zahllose Umsteigepunkte, ineinander übergehende Streckenabschnitte von verschiedenen Eignern – und all das ohne Busse zu berücksichtigen. Dennoch: Die Navigation fällt schon nach kurzer Zeit sehr leicht, da in Tokyo alles auf ein bestmögliches Zurechtkommen ausgelegt wurde. Selbst meine Anreise unter erschwerten Bedingungen konnte hieran nichts verändern. Weiterlesen

Liebe auf den ersten Kick.

IMG_9007Dem Lieblingskollegen Markus kam vor einiger Zeit die Idee, doch mal eine Blogparade zum eigenen allerersten Stadionbesuch zu starten, und natürlich war ich sofort überzeugt. Schönes Thema, das bestimmt die eine oder andere hübsche Anekdote hervorbringt, und genau das richtige, um die viel zu lange Winterpause noch etwas zu verkürzen.

Also los: Mein allererster Stadionbesuch ist noch gar nicht allzu lange her, was aufmerksame Leser dieses Blogs oder meines Twitterstreams möglicherweise in leichtes Erstaunen versetzen könnte. Denn auch wenn der Erstimpuls zur schwarzgelben Liebe schon Anfang der 90er Jahre durch meine Einschulung entfacht wurde und ab sofort jeden Samstag ran und die Sportschau gebucht waren, sollten viele weitere Jahre bis zum ersten Live-Erlebnis ins Land ziehen. Warum? Hmpf, im Nachhinein ganz schwer zu sagen und nicht mehr völlig nachvollziehbar. Vermutlich aus einer lustigen Mischung von Gründen: Opa ging nicht mehr ins Stadion, Papa ging auch nicht ins Stadion und später zu Schulzeiten interessierten sich meine Freundinnen eher weniger bis gar nicht für Fußball.

Mein erster Stadionbesuch war dann zeitgleich mein Weihnachtsgeschenk des Jahres 2010: Zwei Tickets für Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli, inklusive Bier und Stadionwurst. Am Tag vor dem entscheidenden, lang ersehnten Samstag, den 19.02., überwältigte mich eine enorme Erkältung, ich war völlig hinüber und komplett fertig. Aber nicht ins Stadion gehen? Keine Option. Und so fuhr ich in ungefähr sechs Lagen warmer Klamotten eingepackt von Münster aus nach Dortmund und betrat zum ersten Mal den schwarzgelben Tempel der Fußballfreude.

An den Moment, in dem ich die letzten Treppenstufen erklomm und dieses unfassbar schöne Stadion zum ersten Mal hautnah erleben konnte, erinnere ich mich in jedem einzelnen Detail. Ich musste innehalten, lange innehalten. Ich hätte mich gegen dieses unvermeidbar breite Grinsen, gegen das Strahlen in meinen Augen und den maximalen emotionalen Füllstand im Fußballherz nicht einmal wehren können, so ich dies denn gewollt hätte. Alles war gut, alles war einfach gut, sogar fantastisch. Und natürlich ist es mir nach wie vor schleierhaft, wie man beim Betreten des Westfalenstadions und beim Blick auf die bebende Südtribüne nicht sein Fußballherz verlieren kann. Weiterlesen

Reisen in digitaler Begleitung

SmartphoneEs ist kein Geheimnis, dass ich mehr als gerne verreise. Sofern möglich, nutze ich jede Option, in der sich mindestens 48 freie aneinander gereihte Stunden bieten, um neue Städte und Länder zu entdecken, Menschen kennenzulernen, Kulturen zu erfahren, Dinge zu erleben. (Das mit dem Verbloggen der jeweiligen Reiseerlebnisse wird 2015 dann übrigens auch wieder besser, versprochen.)

Ebenso ist es kein Geheimnis, dass ich als Digitalmensch natürlich nicht nur im Alltag, sondern auch auf Reisen immer mein Smartphone dabei habe. Gerade für diesen Zweck verfügt es über einige Apps, auf die ich nicht mehr verzichten und die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Pack the Bag
Ich reise gern, ich reise oft und zur Not kann ich meinen Koffer mittlerweile innerhalb von 10 Minuten packen. Dennoch geht gerade in solchen Situationen dann doch auch mal irgendetwas Wichtiges unter. Jetzt allerdings nicht mehr, denn Pack the Bag zeigt alles, was man für Reisen braucht und manchmal sogar noch ein bisschen mehr. Aus bestehenden Equipment-Listen für verschiedene Reisearten (Wandern, Strandurlaub etc.) lassen sich Packlisten generieren, individuell anpassen, für neue Reisen duplizieren und entsprechend des Kofferfüllstatus abhaken. Natürlich muss man hier nicht jedes einzelne Teil aufführen, ich nutze die App vor allem mit einer kleineren Liste für alles, was wirklich nicht verzichtbar ist.
Verfügbar für iOS, eine Android-Alternative wäre z.B. Packing List. Weiterlesen

Street Food Festival, Köln

An diesem Wochenende geht das Street Food Festival in Köln zum ersten Mal im neuen Jahr in eine weitere Runde und trotzt dem aktuell tobenden Sturm im Rheinland. Bei der letzten Ausgabe am 29. und 30. November 2014 im Jack in the Box in Ehrenfeld war ich dabei – Grund genug, aus dem wieder aktuellen Anlass endlich doch noch einmal die beiden Tage zu verbloggen. Viele der Stände vom letzten Mal sind auch an diesem Wochenende wieder dabei und einige natürlich umso mehr zu empfehlen.

Pan Kowalski
StreetFoodFestival Köln_PanKowalskiBei den beiden Berliner Herren von Pan Kowalski beispielsweise gibt es hervorragende, knusprige Pierogi in zwei Geschmacksrichtungen (Beef & Cheese sowie Classic) in Kombination mit extrem frischem, leckerem und nicht so fettig gebratenem Gemüse und einer Auswahl an Dips. Yummi! Auch selbstgemachter Wodka ist im Angebot – und der mit Limone und Minze wirklich zu empfehlen.


Comptoir du Cidre

StreetFoodFestival Köln_CidreSteakDefinitiv eines der großen Highlights und schon von weitem an der nicht enden wollenden Schlange zu erkennen: der Stand von Comptoir du Cidre. An diesem gab es 65-Stunden-Cidre-Steak: Rindersteak, das 24 Stunden in Cidre eingelegt, 11 Stunden „Sous-Vide“ gegart und mit 30 Stunden karamellisierten Zwiebeln auf hausgemachtem Kartoffelbrot serviert wurde. Hat sich das lange Warten gelohnt? Allerdings! Für mich als genereller Cidre-Fan sowieso, aber das Fazit bleibt auch bestehen, wenn ich hier meinen kleinen eigenen Bias heraus rechne.  Weiterlesen

2014 war schön.

Im Dezember kursierte auf Twitter das Hashtag #jahrin3worten, unter dem sich diverse kürzeste Kurzzusammenfassungen des just abzulaufenden Jahres sammelten. Und nachdem jetzt der vollständige Rückblick auf die 365 Tage des Jahres 2014 möglich ist, möchte ich, wie in jedem Jahr, hier noch eine kleine Bestandsaufnahme wagen. Um mit meinem Twitter-Statement zu beginnen:

Sehr schön sogar, um genau zu sein. Es hat sich viel verändert, nahezu alles zum Besten. Das Jahr bot unzählig viele unvergessliche Momente, unvergleichliche Begegnungen und bescherte mir haufenweise Glücksgefühle. Was daran einen großen Anteil hatte: Mein Umzug nach Köln, mein Stadt gewordenes Happy-Gefühl. Was sonst noch so passierte? Der Rückblick in Monaten: Weiterlesen

NEVEREVERSOUND – 2014 in Musik

Zack, da ist es fast schon vorbei, das Jahr 2014 – und was für ein Jahr das war! Ein insgesamt ziemlich fantastisches vor allem, mit unzähligen unvergesslich schönen Momenten, Begegnungen und natürlich auch den passenden Songs, die all diese Augenblicke untermalten, begleiteten und manchmal auch prägten. Vorhang auf für den NEVEREVERSOUND 2014! (Und bitte hört nicht direkt nach den Songs zwei und drei auf zu lesen, das wird wieder besser! ;)) Weiterlesen

Short Stories: Fernweh.

Eine unvollständige Liste meiner Reiseziele.

Vor einiger Zeit entdeckte ich eines schönen Morgens bei Dani im Blog ihre Fernwehliste, inspiriert von den short stories von Bine. Und nachdem mich dieser Blogbeitrag wieder umso mehr als sowieso schon von der großen weiten Welt träumen ließ und mich auch hinsichtlich zukünftiger Reiseziele inspirierte, wusste ich: Ich möchte meine Reiseziele ebenfalls verbloggen. (Außerdem hat sich hier sowieso schon viel zu lange wieder nichts getan, also ein umso willkommenerer Anlass.)

Hier nun schon einmal die – natürlich unvollständige, dynamische und jederzeit unendlich erweiterbare – Liste der Reiseziele, die mich aktuell am meisten faszinieren:

1. Uluru
Im letzten Jahr war ich für einige Zeit in Australien, vor allem in Sydney. Es passierte, was passieren musste: Ich verliebte mich Hals über Kopf, vollständig und unwiderruflich in diese traumhafte Stadt und ach, ins ganze Land. Wohin ich es leider beim letzten Mal nicht schaffte: Zum Uluru. Aber es gibt einen Plan: Bei meiner Rückkehr werde ich gemeinsam mit meinem Airbnb-Host dorthin reisen – denn, fun fact, sie war bisher auch noch nicht da. Der Deal steht und vielleicht klappt es ja schon 2015? I can’t wait. Weiterlesen

Hey, Hamburg.

Versuch eines Briefs an eine frühere Traumstadt. Oder: Zugnotizen von einer, die den Norden verließ.

Wo soll ich anfangen? In Gedanken habe ich diesen Text schon unzählige Male geschrieben, ganz real diverse Entwürfe begonnen und wieder verworfen, um meine Stadtgefühle zu sortieren und festzuhalten.

Zum wiederholten Male verlasse ich dich, sitze im Zug, während ich diesen Beitrag schreibe. Ich fahre nach Köln, in die Stadt, die mir nach einem halben Monat schon das Heimatgefühl geben konnte, das ich in dir verzweifelt deutlich länger suchte. Dennoch: dieser Beitrag soll keiner voller Gram werden, im Gegenteil. Weiterlesen

Hey Kölle, do bes e Jeföhl!

Mehr als ein halbes Jahr bin ich nun schon in der schönsten Stadt am Rhein und noch immer bin ich überrascht, wie leicht Köln es mir machte, mich in atemberaubender Geschwindigkeit hier zuhause zu fühlen. Schon nach einer Woche hatte ich beim Überbrücken der Hohenzollernbrücke Heimweh und war da noch nicht einmal aus der Stadt heraus. Mein Herz hüpft, wenn ich nach einigen Tagen oder nach einem Urlaub wieder den Dom sehe und kurz danach in Zollstock stehe. Köln machte mir das Einleben, das Zuhausefühlen, das Ankommen so leicht, dass ich es manchmal fast beängstigend fand und finde –  vor allem ist es aber wunderbar.

Einerseits fühlt es sich an, als sei mein Umzug erst eine Woche her, so schnell ist die Zeit vergangen – und andererseits kommt es mir immer wieder vor, als würde ich schon seit Jahren hier wohnen. Man mag das als Beweis für die Relativität der Zeit sehen, für mich ist es der Beweis, dass Köln genau die richtige Entscheidung war. Eine, die ich bisher nicht eine Sekunde bereut habe. Weiterlesen