8,3% von 2019

Ich fühle mich zunehmend alt ob meiner Verwunderung, wie schnell die Zeit vergeht – aber nun. In der Tat hat es mich ein bisschen eiskalt erwischt beim freitäglichen Blick auf den Kalender, der mir sagte, dass auch ein Zwölftel des gerade noch so shiny neuen Jahres jetzt schon wieder fachgerecht unter „Vergangenheit“ abzuheften sei. Um aber dem Vorsatz, mal wieder mehr zu schreiben, gerecht zu werden, anbei zumindest eine kleine Rekapitaluation des Auftakts.

GEREIST

  • Krakau: Hier begann das neue Jahr 2019 – und das war ziemlich cool! Schöne Stadt, tolle Atmosphäre, viel Geschichte, viel zu entdecken (nur nicht an Neujahr, da war Krakau im Dornröschenschlaf). Definitiv eine Reise wert!
  • Österreich. Nicht. Das alpenländliche Schneechaos durchkreuzte dann mal alle Pläne – glücklicherweise war eine Umbuchung möglich und so ist die erneute Erweckung meiner Ski-Künste nur aufgeschoben (mehr Vorfreude und so). Und das war dann am Ende sogar doppelt gut, da mich in der geplanten Reisewoche direkt mal eine dicke Erkältung mit Fieber und allen Infekt-Finessen aus den Schuhen haute.

GEMACHT

  • Halbgrazil, aber mit irrsinnig viel Spaß mal wieder auf dem Eis gestanden. <3
  • Über Schnee in Köln gefreut und die tanzenden Flocken beobachtet (bevorzugt aber aus dem Warmen :D)
  • Versucht, mehr Nachhaltigkeit ins Leben zu bringen: Statt jeden Tag das Brötchen zum Mittagessen im Supermarkt in eine Plastiktüte zu packen, nehme ich seit Anfang Januar einfach eine Plastikdose mit. Gleiches gilt für den eigentlichen No-Brainer, Einkaufstüten zum Einkauf immer vorher einzupacken, statt planlos spontan zu kaufen und dann zusätzlich Tüten kaufen zu müssen.
  • Halbmarathon-Pläne: Köln, wir beide, Herbst und 21 km?
  • Die Anfänger-Doppelkopf-Kenntnisse vertieft, gekonnt va banque gespielt, viel Ehrfurcht und Bewunderung gewonnen, aber anhand der Fakten (und Karten) doch verloren. Egal, war gut. 😀
  • Neue Läden entdeckt (siehe nächster Teil)

ENTDECKT

  • Café Schwesterherz, Ehrenfeld: Das überschwängliche Lob fürs charakteristische Quetschbrot trieb mich hin – und ich wurde nicht enttäuscht. Definitiv ein neuer Frühstücks-Favorit und Grund für die aktuelle Fladenbrot-Addiction.
  • The Coffee Gang, Hohenzollernring: Entgegen möglicher Vermutungen aufgrund des Namens war ich als weiterhin Nicht-Kaffee-Gläubige nicht für das favorisierte Koffein-Gesöff der Nation hier, sondern für den hochgelobten Cheesecake. Und ich stimme absolut und vollmundig ein ins Loblied: Bisher mein kölscher Favorit! Mega!
  • Kaffeesaurus, Friesenplatz: Stand schon länger auf meiner Liste, im Januar folgte dann endlich der erste Besuch – mit T-Rex-Sandwich (ohne Spiegelei) und Scheiterhaufen zum Nachtisch (heißt wirklich so, besteht hier aus Schoki, Blätterteig und ca. 8 Mio. Kalorien). Sehr lecker, sehr laut, aber gleichzeitig trotzdem sehr nett-trubelige-Großstadtatmosphäre, wenn man das mag.
  • Neni, 25 Hours Hotel: Die Atmosphäre im Neni ist großartig, das kann man nicht anders sagen, auch der Blick von den Fenstertischen auf die Stadt ist bezaubernd. Gerade für die vegetarischen Gerichte sind die Preise schon etwas höher – und das Essen ist lecker, aber ich muss gestehen, für das Preisniveau hätte ich so rückblickend doch noch etwas mehr Finesse erwartet. Es war nicht verkehrt, aber – wie drücke ich es aus? Vielleicht so: Ich war dann doch etwas enttäuscht.

GESEHEN
Ja, der Januar war definitiv Netflix-, Film-, Serien- und Doku-Monat, bedingt aber auch durch besagte Erkältung. Naja, und durch Winter-Schmuddelwetter.

  • Suits (geht immer), Narcos Mexico (nicht so gut wie Staffel 1 und 2, aber trotzdem gut), The Good Fight (an einem Tag durchgebinged und sehr gemocht), Queer Eye, Staffel 2 (die 5 sind einfach großartig) und You (ein Wiedersehen mit Penn Badgley, gut gemacht – und creepy)
  • Twilight (nicht das mit den Vampiren, sondern der mit Richard Gere – spannend und gut gemacht, wenn man Justiz-Thriller mag), Wolf of Wallstreet (nicht so meins – sorry, Leo!)
  • Fyre – The greatest party that never happened (man kommt aus dem Kopfschütteln einfach nicht mehr raus, es tut weh, zuzusehen, aber ist definitiv eine Empfehlung wert) und Abducted in Plain Sight (schmerzhaft und völlig verstörend)

GEHÖRT

  • Nicht genug – denn ich habe immer noch nicht entsprechenden Speicherplatz auf dem Smartphone freigeräumt, um endlich wieder mehr Musik dort zu platzieren. Daher nur wenig musikalisches Programm im Januar:
  • Joseph & Maia – als Straßenmusiker hier in Köln entdeckt und seit dieser Zeit haben sie einen festen Playlist-Platz – und das zu Recht. Die beiden hätten definitiv die große Bühne verdient.
  • Leoniden – Sisters: Café-Entdeckungs-Soundtrack, ganz entspannte gute Laune
  • Born – Hugo: irgendwie oldschool, aber saucool, perfekter Motivations-Track

GELESEN

  • Zu viel bei Facebook, Twitter und Co., daher zu wenig Bücher – und auch das eine noch nicht zu Ende: The particular sadness of lemon cheesecake von Aimee Bender, das aber bisher sehr zu empfehlen ist. Charmante, quirky Handlung, schön gezeichnete Charaktere, tolle Idee. Unterhaltsam, dabei aber nicht flach, sondern auf eine Art emotional, dass man quasi direkt in den Schuhen (oder eher Geschmacksnerven) der Protagonistin steckt.

Und insgesamt so?

Der Start ins neue Jahr war großartig und ich mag die unbändige Energie, die damit einhergeht, sehr sehr sehr. Ich freu mich auf 2019, auf vor mir liegende Pläne, auf das, was das Jahr so bringen wird. Ich mochte, dass der Januar so viel Ruhe hatte, wenngleich das zugegeben nicht ganz freiwillig passierte und der Februar gern ohne sich hinziehende Erkältung und tagelange Kopfschmerzen und Migräne auskommen darf. Aber vielleicht war das auch ein Zeichen, damit ich wirklich mal etwas runterkomme. Daher versuche ich, auch im Februar etwas Ruhe beizubehalten. 😉

(Dieser Beitrag ist ein rein privater, jeglichen Namensnennungen und Empfehlungen liegt keinerlei Kooperation, Bezahlung, Vergünstigung oder Abstimmung mit zugrunde.)

Street Food Festival, Köln

An diesem Wochenende geht das Street Food Festival in Köln zum ersten Mal im neuen Jahr in eine weitere Runde und trotzt dem aktuell tobenden Sturm im Rheinland. Bei der letzten Ausgabe am 29. und 30. November 2014 im Jack in the Box in Ehrenfeld war ich dabei – Grund genug, aus dem wieder aktuellen Anlass endlich doch noch einmal die beiden Tage zu verbloggen. Viele der Stände vom letzten Mal sind auch an diesem Wochenende wieder dabei und einige natürlich umso mehr zu empfehlen.

Pan Kowalski
StreetFoodFestival Köln_PanKowalskiBei den beiden Berliner Herren von Pan Kowalski beispielsweise gibt es hervorragende, knusprige Pierogi in zwei Geschmacksrichtungen (Beef & Cheese sowie Classic) in Kombination mit extrem frischem, leckerem und nicht so fettig gebratenem Gemüse und einer Auswahl an Dips. Yummi! Auch selbstgemachter Wodka ist im Angebot – und der mit Limone und Minze wirklich zu empfehlen.


Comptoir du Cidre

StreetFoodFestival Köln_CidreSteakDefinitiv eines der großen Highlights und schon von weitem an der nicht enden wollenden Schlange zu erkennen: der Stand von Comptoir du Cidre. An diesem gab es 65-Stunden-Cidre-Steak: Rindersteak, das 24 Stunden in Cidre eingelegt, 11 Stunden „Sous-Vide“ gegart und mit 30 Stunden karamellisierten Zwiebeln auf hausgemachtem Kartoffelbrot serviert wurde. Hat sich das lange Warten gelohnt? Allerdings! Für mich als genereller Cidre-Fan sowieso, aber das Fazit bleibt auch bestehen, wenn ich hier meinen kleinen eigenen Bias heraus rechne.  Weiterlesen

Hey Kölle, do bes e Jeföhl!

Mehr als ein halbes Jahr bin ich nun schon in der schönsten Stadt am Rhein und noch immer bin ich überrascht, wie leicht Köln es mir machte, mich in atemberaubender Geschwindigkeit hier zuhause zu fühlen. Schon nach einer Woche hatte ich beim Überbrücken der Hohenzollernbrücke Heimweh und war da noch nicht einmal aus der Stadt heraus. Mein Herz hüpft, wenn ich nach einigen Tagen oder nach einem Urlaub wieder den Dom sehe und kurz danach in Zollstock stehe. Köln machte mir das Einleben, das Zuhausefühlen, das Ankommen so leicht, dass ich es manchmal fast beängstigend fand und finde –  vor allem ist es aber wunderbar.

Einerseits fühlt es sich an, als sei mein Umzug erst eine Woche her, so schnell ist die Zeit vergangen – und andererseits kommt es mir immer wieder vor, als würde ich schon seit Jahren hier wohnen. Man mag das als Beweis für die Relativität der Zeit sehen, für mich ist es der Beweis, dass Köln genau die richtige Entscheidung war. Eine, die ich bisher nicht eine Sekunde bereut habe. Weiterlesen

Sommerrollen mit Suchtpotential

Seit fast vier Monaten bin ich mittlerweile in Köln und selbst immer wieder erstaunt darüber, wie schnell die Zeit vergeht. Ich erfreue mich nach wie vor sehr daran, die schöne Rheinmetropole zu entdecken und frohen Erkundungsmutes immer wieder einen Fuß in neue Restaurants, Bars, Parks, Shops, Cafés etc. zu setzen. Einige Lieblingsorte hab ich bereits in den Favoritenecken meines Kopfs und meines Herzens gespeichert (und entsprechende Blogbeiträge immerhin schon in den Entwürfen angelegt), aber ich bin mir sicher, da folgen noch viele mehr.

Ein Restaurant, das schon nach dem ersten Besuch einen Spitzenplatz in der Beliebtheitsliste erobert hat, ist das LU. Das vietnamesische Restaurant liegt fast unauffällig an einer Ecke zwischen Zülpicher Platz und Barbarossaplatz und wurde mir nachdrücklichst empfohlen – auch Online-Rezensionen schwirren vor Hingerissenheit. Nun gut, dachte ich mir – dann nichts wie hin.

Köln entdecken_LU vietnamese cuisine4Das Restaurant mit dem mintgrünen Vordach ist von innen schon einmal sehr schön eingerichtet: lange Holztische, an denen man gemütlich mit Freunden nach Feierabend sitzen kann, strahlend türkisblaue Wände mit grünen Kontrasten, viele Pflanzen und stimmige Bilder – alles vermittelt Luftigkeit und Entspannung.

Die feste Karte ist überschaubar, sie bietet Salate, einige Vorspeisen und vegetarische Gerichte. Zusätzlich gibt es eine Tageskarte mit verschiedensten Gerichten – meistens eines mit Schweine-, eines mit Rindfleisch und eines mit Meerestieren, eine Suppe sowie ein Curry-Gericht. Was aber alle gemeinsam haben: Sie sehen unglaublich lecker aus, am liebsten würde man direkt die ganze Karte durchbestellen. Weiterlesen