Still happy. 5 Jahre Köln.

5 JAHRE. Vor fünf Jahren setzte ich meinen Fuß in diese Stadt und mein erster Facebook-Post war die treffende Prognose: Gekommen, um zu bleiben. Mit vorsichtiger Freude, belohnt in allem. Und Köln, du warst die richtige Entscheidung, aber sowas von.

Es ist schwer, Köln für die Menschen zu beschreiben, die noch nie hier waren. Köln mag hässlich sein, aber ehrlich. Keine glattgebügelte und glänzende Schönheit, aber herzlich. Kölns Charme ist das Innere, denn für das Äußere gilt: Et es wie et es. Köln ist schnell beim Du und nie beim Sie. Köln ist es egal, was die anderen Städte denken, denn Köln, du magst dich und das ist eine gute Lektion.

Vielleicht kann man Köln am ehesten über diese typisch kölschen Momente beschreiben: Wenn der charmant-grummelige Büdchenbesitzer dir doch noch mal eben aufmacht, obwohl er eigentlich seit 10 Minuten geschlossen hat. Wenn der Kellner dir einfach den nächsten Drink bringt, weil er sieht, dass du mitten in einem zu guten Gespräch bist. Oder dich erwischt, während du wartend ein Selfie machst, dich dafür (berechtigt) aufzieht und am Ende doch ein nettes Kompliment folgen lässt. Wenn du mit Fremden in der Bahn einfach fünf Minuten freundlich plauderst und am Ende alle mit einem Lächeln entschwinden. Wenn die KVB selbstironisch auffordert, die Wartezeit mit nem Kölsch zu überbrücken. Wenn es nie bei einem Kölsch bleibt, sondern immer mehr wird. Deutlich mehr. Und das aber schon irgendwie alles ganz richtig ist.

Köln hat seine eigenen Gesetze und das kölsche Grundgesetz hat mir mehr Gelassenheit beigebracht, als ich jemals vorher hatte – ja, auch wenn ich immer noch fernab von ruhig und gelassen bin. Aber die Stadt ist in der Tat manchmal der beste Ratgeber, um alles etwas entspannter zu sehen oder sich einfach mal etwas weniger Gedanken zu machen. Vielleicht war es einfach nur konsequent, dass Köln meine nächste Station nach Sydney wurde, denn bisher kam mir keine deutsche Stadt unter, die näher am optimistisch-gelassenen australischen „She’ll be right, mate“ dran war.

Und ja, manchmal nerven die vielleicht auch daraus resultierende kölsche Verpeiltheit und das Geklüngel, die ewige KVB-Verspätung und die kaputten Radwege. Natürlich ist es absurd, dass die Philharmonie so hanebüchen gebaut wurde, dass abends niemand über den Platz darüber laufen darf, um die Akustik nicht zu stören. Aber irgendwie hat es auch so einen völlig durchgedrehten Chaos-Charme, der einen dann doch wieder zum Lachen bringt.

Überhaupt, Chaos-Charme ist ein gutes Wort für Köln. Und auch für den Kölner Karneval, seines Zeichens institutionalisierter Ausnahmezustand. Ich muss ihn nicht lieben oder selbst feiern, um großartig zu finden, wie sehr er zelebriert wird. Auch die Kölner, die währenddessen die Stadt verlassen, würden gefühlt immer dafür kämpfen, dass der Karneval erhalten bleibt. Und vermutlich schaut der Eine oder Andere manchmal doch auch etwas sehnsüchtig und wehmütig in die Schaltzentrale des Wahnsinns, wenn eine Welle des Schunkelns und der kölschen Lieder die Stadt überrollt. Zumindest geht es mir so, denn auch das ist einfach Köln. Und allein beim Schreiben dieser Zeilen kriege ich das konstante Grinsen nicht aus dem Gesicht. Will ich auch gar nicht.

Hach, Köln. Du hast mir einfach so ein Zuhause-Gefühl hingeworfen, als ich noch gar nicht wusste, wie sich das anfühlen muss und ob man das so schnell haben kann. Dein kölsches Gefühl war da ab Tag 1 und bleibt bis heute. Selbst wenn ich verreise, bleibt ein Teil von mir hier und ich freu mich immer auf die Rückkehr zu dir. Du bist mein Happy Place. Danke für die letzten 5 Jahre, du gute Stadt.

8,3% von 2019

Ich fühle mich zunehmend alt ob meiner Verwunderung, wie schnell die Zeit vergeht – aber nun. In der Tat hat es mich ein bisschen eiskalt erwischt beim freitäglichen Blick auf den Kalender, der mir sagte, dass auch ein Zwölftel des gerade noch so shiny neuen Jahres jetzt schon wieder fachgerecht unter „Vergangenheit“ abzuheften sei. Um aber dem Vorsatz, mal wieder mehr zu schreiben, gerecht zu werden, anbei zumindest eine kleine Rekapitaluation des Auftakts.

GEREIST

  • Krakau: Hier begann das neue Jahr 2019 – und das war ziemlich cool! Schöne Stadt, tolle Atmosphäre, viel Geschichte, viel zu entdecken (nur nicht an Neujahr, da war Krakau im Dornröschenschlaf). Definitiv eine Reise wert!
  • Österreich. Nicht. Das alpenländliche Schneechaos durchkreuzte dann mal alle Pläne – glücklicherweise war eine Umbuchung möglich und so ist die erneute Erweckung meiner Ski-Künste nur aufgeschoben (mehr Vorfreude und so). Und das war dann am Ende sogar doppelt gut, da mich in der geplanten Reisewoche direkt mal eine dicke Erkältung mit Fieber und allen Infekt-Finessen aus den Schuhen haute.

GEMACHT

  • Halbgrazil, aber mit irrsinnig viel Spaß mal wieder auf dem Eis gestanden. <3
  • Über Schnee in Köln gefreut und die tanzenden Flocken beobachtet (bevorzugt aber aus dem Warmen :D)
  • Versucht, mehr Nachhaltigkeit ins Leben zu bringen: Statt jeden Tag das Brötchen zum Mittagessen im Supermarkt in eine Plastiktüte zu packen, nehme ich seit Anfang Januar einfach eine Plastikdose mit. Gleiches gilt für den eigentlichen No-Brainer, Einkaufstüten zum Einkauf immer vorher einzupacken, statt planlos spontan zu kaufen und dann zusätzlich Tüten kaufen zu müssen.
  • Halbmarathon-Pläne: Köln, wir beide, Herbst und 21 km?
  • Die Anfänger-Doppelkopf-Kenntnisse vertieft, gekonnt va banque gespielt, viel Ehrfurcht und Bewunderung gewonnen, aber anhand der Fakten (und Karten) doch verloren. Egal, war gut. 😀
  • Neue Läden entdeckt (siehe nächster Teil)

ENTDECKT

  • Café Schwesterherz, Ehrenfeld: Das überschwängliche Lob fürs charakteristische Quetschbrot trieb mich hin – und ich wurde nicht enttäuscht. Definitiv ein neuer Frühstücks-Favorit und Grund für die aktuelle Fladenbrot-Addiction.
  • The Coffee Gang, Hohenzollernring: Entgegen möglicher Vermutungen aufgrund des Namens war ich als weiterhin Nicht-Kaffee-Gläubige nicht für das favorisierte Koffein-Gesöff der Nation hier, sondern für den hochgelobten Cheesecake. Und ich stimme absolut und vollmundig ein ins Loblied: Bisher mein kölscher Favorit! Mega!
  • Kaffeesaurus, Friesenplatz: Stand schon länger auf meiner Liste, im Januar folgte dann endlich der erste Besuch – mit T-Rex-Sandwich (ohne Spiegelei) und Scheiterhaufen zum Nachtisch (heißt wirklich so, besteht hier aus Schoki, Blätterteig und ca. 8 Mio. Kalorien). Sehr lecker, sehr laut, aber gleichzeitig trotzdem sehr nett-trubelige-Großstadtatmosphäre, wenn man das mag.
  • Neni, 25 Hours Hotel: Die Atmosphäre im Neni ist großartig, das kann man nicht anders sagen, auch der Blick von den Fenstertischen auf die Stadt ist bezaubernd. Gerade für die vegetarischen Gerichte sind die Preise schon etwas höher – und das Essen ist lecker, aber ich muss gestehen, für das Preisniveau hätte ich so rückblickend doch noch etwas mehr Finesse erwartet. Es war nicht verkehrt, aber – wie drücke ich es aus? Vielleicht so: Ich war dann doch etwas enttäuscht.

GESEHEN
Ja, der Januar war definitiv Netflix-, Film-, Serien- und Doku-Monat, bedingt aber auch durch besagte Erkältung. Naja, und durch Winter-Schmuddelwetter.

  • Suits (geht immer), Narcos Mexico (nicht so gut wie Staffel 1 und 2, aber trotzdem gut), The Good Fight (an einem Tag durchgebinged und sehr gemocht), Queer Eye, Staffel 2 (die 5 sind einfach großartig) und You (ein Wiedersehen mit Penn Badgley, gut gemacht – und creepy)
  • Twilight (nicht das mit den Vampiren, sondern der mit Richard Gere – spannend und gut gemacht, wenn man Justiz-Thriller mag), Wolf of Wallstreet (nicht so meins – sorry, Leo!)
  • Fyre – The greatest party that never happened (man kommt aus dem Kopfschütteln einfach nicht mehr raus, es tut weh, zuzusehen, aber ist definitiv eine Empfehlung wert) und Abducted in Plain Sight (schmerzhaft und völlig verstörend)

GEHÖRT

  • Nicht genug – denn ich habe immer noch nicht entsprechenden Speicherplatz auf dem Smartphone freigeräumt, um endlich wieder mehr Musik dort zu platzieren. Daher nur wenig musikalisches Programm im Januar:
  • Joseph & Maia – als Straßenmusiker hier in Köln entdeckt und seit dieser Zeit haben sie einen festen Playlist-Platz – und das zu Recht. Die beiden hätten definitiv die große Bühne verdient.
  • Leoniden – Sisters: Café-Entdeckungs-Soundtrack, ganz entspannte gute Laune
  • Born – Hugo: irgendwie oldschool, aber saucool, perfekter Motivations-Track

GELESEN

  • Zu viel bei Facebook, Twitter und Co., daher zu wenig Bücher – und auch das eine noch nicht zu Ende: The particular sadness of lemon cheesecake von Aimee Bender, das aber bisher sehr zu empfehlen ist. Charmante, quirky Handlung, schön gezeichnete Charaktere, tolle Idee. Unterhaltsam, dabei aber nicht flach, sondern auf eine Art emotional, dass man quasi direkt in den Schuhen (oder eher Geschmacksnerven) der Protagonistin steckt.

Und insgesamt so?

Der Start ins neue Jahr war großartig und ich mag die unbändige Energie, die damit einhergeht, sehr sehr sehr. Ich freu mich auf 2019, auf vor mir liegende Pläne, auf das, was das Jahr so bringen wird. Ich mochte, dass der Januar so viel Ruhe hatte, wenngleich das zugegeben nicht ganz freiwillig passierte und der Februar gern ohne sich hinziehende Erkältung und tagelange Kopfschmerzen und Migräne auskommen darf. Aber vielleicht war das auch ein Zeichen, damit ich wirklich mal etwas runterkomme. Daher versuche ich, auch im Februar etwas Ruhe beizubehalten. 😉

(Dieser Beitrag ist ein rein privater, jeglichen Namensnennungen und Empfehlungen liegt keinerlei Kooperation, Bezahlung, Vergünstigung oder Abstimmung mit zugrunde.)

Ein Ausflug nach Peru – in Köln

Tigermilch Kitchen – als bekennender Fan von Großkatzen muss ich zugeben, dass ich allein beim ersten Sichten des Logos des noch nicht allzu lang eröffneten peruanischen Restaurants im Belgischen Viertel bereits Affinitäten hegte. Gleichzeitig kam die Entdeckung gerade recht: Nieselige Wintertage schreien ja quasi danach, Neues zu entdecken und so das Grau draußen durch Dinnerspaß mit Freunden zu übertünchen.

Das ewige erste Hindernis – die Reservierung, bzw. das daran denken, doch noch anzurufen und zu reservieren – löst sich im Tigermilch direkt in Wohlgefallen auf: Ich konnte innerhalb von Minuten problemlos über einen Messenger Bot bei Facebook einen Platz reservieren. Yay! (Und ja, man glaubt es kaum: Ich rede unendlich viel, aber zu telefonieren, um Termine/Reservierungen/Ähnliches zu vereinbaren, widerstrebt mir ungemein).

Vorgestern war es dann soweit: Mein erstes peruanisches Dinner, bzw. genau genommen mein erstes peruanisch-japanisches Fusion-Erlebnis (noch mal yay!). Locationtechnisch ist das Tigermilch natürlich schon ein bisschen hipsterig, aber das ist keineswegs negativ. Der Laden selbst ist angenehm puristisch mit leichtem südamerikanischen Einfluss – aber grundsätzlich geht’s ja auch um die Küche. Da konnten wir uns trotz der Tatsache, dass diese nach dem Tapas-Prinzip funktioniert und wir zu viert waren, kaum entscheiden: So viele leckere Dinge!

Ceviche Tigerstyle

Um das Ceviche kommt man bei peruanischen Einflüssen natürlich kaum herum – aber wer will das auch schon? In diesem Fall fiel die Wahl auf das Ceviche Tigerstyle mit roter Beete, Apfel, Süßkartoffel und Aji Amarillo (endlich wieder Aji!). Zur Ergänzung gab es das Tiradito Nikkei, Lachsscheiben mit Sellerie, Sesam, Amarillo, Mirin, Sojasauce und natürlich ebenfalls Aji.

Causa Pollo

Die Causa de Pollo war dann wieder klassischer peruanisch – und für mich eine Neuentdeckung: Fluffiger Kartoffelstampf, Avocado, Süßkartoffeln, feine Hähnchenfüllung und Mayonnaise. Klingt vielleicht erst mal gewöhnungsbedürftig, war aber großartig. Und es sah auch aus wie aus dem Sterne-Restaurant serviert!

Die flambierten Rindshüftwürfel haben sich vor allem mit ihrer angenehm scharfen Sauce in meinen Rachen und in mein kulinarisches Herz gebrannt. Heißt aber natürlich nicht, dass da nicht auch noch Platz für Schweinerippchen mit japanisch anklingender Barbecue-Sauce oder den Gewinner nach Namen, das Hähnchen „Superlimon con Limon“ (könnte ich ständig einfach nur bestellen, um es zu sagen – aber auch, um es zu essen) wäre.

Arancini. Also fast. Na gut, frittierte Maniokbällchen – mit Käse!

War’s das schon? Neeeeheiiin, denn das Tigermilch hätte da auch noch diverse knusprige Köstlichkeiten anzubieten. Mein Favorit: Die frittierten Maniokbällchen mit Käsefüllung, quasi meine peruanische Variante von Arancini, meinem konstatierten Food-Suchtproblem. Dazu gibt’s, ebenso wie zu den Yuca Frita drei von sieben hausgemachten Dips. Als vorbelasteter Fan merkwürdiger Kombinationen eroberte die Soja-Mayo mit Purpurmais, Zimt und Ananas-Apfel mein Herz, und nicht nur meines. Wenn ein Dip jemanden überzeugt, der Ananas und Zimt sonst geschmacklich wirklich fies findet, aber in der Komposition mag, dann muss man wohl sagen: Alles richtig gemacht, liebes Tigermilch. Das gilt übrigens auch für die Quinoa-Kürbis-Kroketten und die klingen jetzt wirklich hipsterig. Ehrlicherweise sperrt sich in mir grundsätzlich meistens schon etwas bei sogenanntem Superfood-Quinoa-Overload, aber, was soll ich sagen: Der Tiger überzeugte auch da. Miau.

Und sonst so? Was man vielleicht fairerweise sagen muss, ist, dass die Portionen teilweise recht klein, dafür aber eher aus der Kategorie hochpreisiger sind. Das erklärt sich jedoch bei der Qualität wieder ganz gut, die man schmeckt – und wie schwierig es z.B. allein ist, ordentliches Aji hierzulande zu bekommen, durfte ich selbst kürzlich recherchieren. Getränketechnisch gibt’s natürlich die Wahl zwischen Kölsch (so viel Lokal-Wahl muss dann wohl sein ;)) und Pisco Sour, der in diesem Fall trotz meiner allgemeinen Ablehnung Bonuspunkte für die Menu-Kategorie („Pisco Disco“) bekommt.

Generell ist es im Tigermilch eher etwas lauter, für mich aber durchaus authentisch für noch mehr südamerikanisches Come-together-Gefühl. Und ehrlicherweise ist das bei den Tapas-Varianten, die uns da serviert waren, sogar auch fast unbedeutend: Allein für diese Küche muss man ganz, ganz dringend wieder kommen.

(Dieser Beitrag ist eine rein private Meinungsäußerung und Empfehlung, der keinerlei Kooperation, Bezahlung, Vergünstigung oder Abstimmung mit dem Tigermilch Köln zugrunde liegt.)

Places and new things: Wallczka, Cologne

Kann man sich in ein Stück Kuchen verlieben? Das ist eine der Fragen, die ich mir stelle, seit ich gestern zum ersten Mal (endlich!) im Wallczka in Köln-Ehrenfeld war und damit ein lange überfälliges Frühstücks-to-do von meiner Liste tickte. Die Entdeckung erfolgte wie so oft über Instagram und die absolut folgenswerte @blogleuk – und das Wallczka wurde allen Erwartungen gerecht.

Optisch eher schlicht und irgendwo zwischen skandinavisch und industrial gehalten (hoffe ich, mit Einrichtungsstilen hab ich’s nicht so ;)), ist das kleine Café auf der Subbelrather Straße modern, aber trotzdem gemütlich. Die Karte ist verhältnismäßig übersichtlich – sonntags entfällt der Mittagstisch, dafür gibt es bis 17 Uhr Frühstück. Genau das richtige für ewige Langschläfer und wochenendliche Nicht-aus-dem-Bett-Kommer wie mich! Doch im Menu finden sich neben klassischem Frühstück auch ein paar Specials wie Shakshuka (grandios!) und Rösti-Varianten, die mit Käse überbacken oder an Lachs serviert werden. Absolut yummi (und wer braucht da noch klassische Mittagsgerichte?)!

Bis hierhin war alles gut, sogar sehr gut – aber dann kam der Blick in die Kuchentheke (hier dramatisches Geräusch dazu denken)… Die einzige (und völlig absurde) „Kritik“: Man kann sich kaum entscheiden (und dabei bin ich nicht mal riesiger Kuchenfan!)! Scheint allerdings halt auch alles einfach empfehlenswert zu sein, wenn man mal die Gesichter der Kuchen essenden Gäste verfolgt. Ein reines Wunder fast, dass es so friedlich dort war und sich niemand gegenseitig Kuchen vom Teller klaute oder unter wildem Gefuchtel versuchte, ein letztes Stück von auch-so-lecker zu sichern. 😉
Doch zurück zum Ernst des Kuchens: Der Blueberry Cheesecake war auf jeden Fall schon richtig gut, doch dann kam etwas, das alles andere überstrahlte und sich wie eine goldene Erscheinung in meine Geschmacksnerven fräste: Ein Kuchen gewordenes Banoffee, ach was, es klingt so profan, eher eine desserkulinarische Offenbarung! Banane, Karamell, Sahne, Schokolade, knuspriger Keksboden, verdammte Perfektion.
Falls man im Wallczka übernachten darf oder zumindest einen Frühstücks-Delivery-Service dafür haben kann: Ich wäre dann ab jetzt bereit. Immer.

(Dieser Beitrag ist eine rein private Meinungsäußerung und Empfehlung, der keinerlei Kooperation, Bezahlung, Vergünstigung oder Abstimmung mit dem Wallczka Köln zugrunde liegt.)

Back on track – Woche 8

Entgegen der Annahmen der letzten Woche war auch diese dann doch wieder ruckzuck vollgepackt – aber gut, am Ende mag ich es wohl einfach zu sehr, viel zu machen, viel unterwegs zu sein, sodass ich automatisch dazu tendiere, jede verfügbare Stunde auszureizen. (Nichtsdestotrotz ein Vorsatz für die nächste Woche: Mal etwas Tempo rausnehmen, etwas mehr frei verfügbare Zeit in der Planung belassen.) Dennoch: Auch in dieser Woche schaffte ich es immerhin zwei Mal, den Vorsatz des regelmäßigen Laufens in die Tat umzusetzen, woop woop! Ich möchte vorsichtig folgern: Es wird immer besser (und vielleicht auch ein winziges bisschen immer selbstverständlicher, das Laufen wieder als unverrückbaren Teil der Woche zu integrieren). Yay! Heißt allerdings immer noch nicht, dass jeder Lauf auch gleich viel Spaß macht, denn da war diese Woche von Experimenten und Gegensätzen geprägt:

Wie war Woche 8?
High highs and low lows – der Lauf am Montagabend war fast vollumfänglich super: Viel Energie, ich fühlte mich ein bisschen, als hätte ich kleine Trampoline unter den Schuhen, die mich umso beschwingter über die Strecke bringen. War es deswegen mühelos? Im Leben nicht. Der Lauf selbst war immer noch anstrengend, das lag aber wohl vor allem am kleinen Zeitteufel auf meiner Schulter, der immer noch ein bisschen schneller sein wollte. Aber: Ein super Gefühl, mich endlich wieder alten Zeiten anzunähern, ein freier Kopf und mit etwas weniger Tempo wär es vermutlich auch entspannt gewesen. 😉
Ganz anders am Donnerstag: Mein persönliches Experiment bestand darin, das mit dem Laufen am Morgen doch noch mal zu versuchen. Um es kurz zu machen: Ich lasse das dann jetzt wieder, dafür bin ich einfach nicht gemacht. Ich war einerseits wach und andererseits trotzdem müde, fühlte mich langsam (obwohl ich es nicht war) und trotz Aktivität, als hätte ich Gummi in den Beinen. Ich mag entspannte Läufe abends nach der Arbeit ohne Zeitdruck einfach deutlich lieber.

Wie oft bin ich gelaufen?
Zwei Mal – endlich mal wieder!

Wie lang/welche Strecke?
Ein Mal 6km, die mittlere Strecke und am Donnerstagmorgen die kleine Runde mit 4,5km. Mehr ging einfach nicht. Insgesamt damit relativ viel Park, ein bisschen durchs Veedel.

Stimmung, Freude am Laufen?
Am Montag: Hoch, ziemlich hoch sogar – und nach dem Lauf sogar noch höher beim Blick auf die Zeit und als sich die innere Zufriedenheit mal wieder so schön festsetzte.
Am Donnerstag: Niedrig. Morgenläufe in zeitlich engen Grenzen sind nicht meine Welt.

Und das innere Ehrgeiztier?
Montagabend hellwach und anstrengend (aber wirkungsvoll), am Donnerstag ebenfalls noch im Halbschlaf (da zählte auch eher, es überhaupt zum Laufen geschafft zu haben).

Welche Musik?
Erneut durch Zeitmangel die alte Playlist von 2014 – funktioniert für den Moment, für die kommende Woche muss aber eine neue her! (Ich arbeite dran.)

Back on track – Woche 7

Die Zeit rennt und rennt und rennt – und so mache ich das auch. Nur zum Bloggen kam ich nun doch erst wieder etwas verspätet. Um mein persönliches kleines Projekt #backontrack in Zukunft etwas strukturierter hier dokumentieren zu können, hab ich mir überlegt, die einzelnen Wochen jeweils anhand dieser Fragen Revue passieren zu lassen – und los geht’s!

Wie war Woche 7?
Woche 7 war insgesamt okay – fast schon ein bisschen routiniert (woop woop!). Ich konnte meine Frequenz zwar entgegen der Planung nicht steigern, aber war zufrieden, es in Anbetracht der komplett ausgebuchten Woche überhaupt auf die Laufstrecke geschafft zu haben (noch vor dem Fußball – kurzer Break für eine angemessene Reaktion ;)). Ich bin sicher, noch vor Kurzem wäre die volle Woche meine Ausrede gewesen, und ich freue mich deswegen umso mehr, dass ich mir trotzdem ein Zeitfenster freigeräumt habe.

Wie oft bin ich gelaufen?
Jaja, nur ein Mal – aber immerhin überhaupt ein Mal!

Wie lang/welche Strecke?
6km, meine mittlere Strecke. Relativ viel Park, ansonsten klassische Stadtszenerie.

Stimmung, Freude am Laufen?
Die Lauffreude hielt sich in Grenzen, leider. Es war einer dieser Abende, wo man irgendwie schnell merkt, heute läuft (haha) es nicht so richtig. Die Schritte fallen schwerer, das Energielevel ist niedriger. Gerade deswegen aber ein umso besseres Gefühl, durchzuhalten und nicht auf halbem Weg auf die kleine Runde abzubiegen. 😉

Und das innere Ehrgeiztier?
Nach ersten guten Wochen ist es mittlerweile wieder schwer in Schach zu halten – und wenn es nicht mehr (Läufe) bekommt, dann will es zumindest schnellere. Hat in der letzten Woche immerhin auch geklappt (auch wenn mir bewusst ist, dass es darum nicht stets geht).

Welche Musik?
Durch den erwähnten Zeitmangel lief ich leider noch immer ohne neue Playlist (Inspiration nach wie vor willkommen!), daher habe ich die von Anfang 2014 wieder ausgegraben, um für etwas Abwechslung zu sorgen.

Back on track – Woche 3

Nachdem ich in der letzten Woche dem Minimalziel von einem Lauf erst auf den letzten Drücker gerecht wurde, startete ich diese Woche gleich zu Beginn durch, denn, Trommelwirbel: Die lange vermisste Laufmotivation ist zurück! Bei mir äußert sie sich nach einem angenehmen Lauf dadurch, dass direkt die Vorfreude auf den nächsten steigt – und damit auch der Wunsch, schnellstmöglich wieder die Laufschuhe zu schnüren. Ich erinnere mich daran, dass dieses Gefühl mich zum ersten Mal nach dem Women’s Run weitertrug, danach aber erst Wochen bzw. Monate später regelmäßig einkehrte. Interessant, dass es sich nun so schnell – direkt nach dem zweiten Lauf am vergangenen Sonntag – wieder einstellte (und sich zumindest nach aktuellem Stand so anfühlt, als ob es bleibt).

Und so startete ich am Montagabend, dieses Mal auch in eine etwas größere Runde (jaja, immer noch niedliche 6km). Was neu ist: meine Entspannung dabei. Ich (!) war ganz entspannt. Ohne Stress. Wirklich. Ja, ich. Tatsächlich konnte ich das Laufen genießen, in moderatem Tempo, ohne wie sonst stetig auf die Zeit zu schielen (schneller!), die Kilometer (mehr!), auf der ewigen Jagd nach einer besseren Zeit als beim letzten Mal (jedes Mal!). Natürlich ist der Ehrgeiz immer noch da, langfristig die Geschwindigkeit auf frühere Werte zu bringen, aber zumindest im Moment steht noch mehr die Freude darüber, endlich überhaupt wieder angefangen zu haben, im Vordergrund. (Ich bin gespannt, wie lange das anhält.)

Wenn schon die Zeitziele zumindest aktuell nicht so sehr im Vordergrund stehen, müssen andere her (war ja klar, mit irgendetwas muss ich meine sonstige Entspannung ja ausgleichen): Der Anspruch einer höheren Frequenz war geweckt – und so fand ich mich am Donnerstag erneut auf einer abendlichen Runde. Bedingt durch etwas spätere Ankunft zuhause fand diese dann durch die Dunkelheit nicht mehr im Park statt, sondern entlang der Straße, aber das hat mich eigentlich noch nie gestört.

Auch der Donnerstagslauf war sehr entspannt und erzeugte fast schon ein Gefühl der Routine, das sich wiederum auch ganz schön gut anfühlte – auch wenn es wohl in Woche 3 noch verfrüht ist, von Routine zu sprechen. Natürlich macht es auch die Tatsache einfacher, dass es abends schon wieder etwas länger hell ist, weil sich so zeitlich viel mehr Optionen auch unter der Woche bieten – und ich die sogar umso lieber nutze, weil Laufen für mich ein grandioser Ausgleich nach einem Arbeitstag ist.

Leider konnten am Ende auch zwei Läufe nicht völlig verhindern, dass sich eine kleine Migräne-Attacke in die Woche schlich, aber immerhin verlief sie deutlich sachter als sonst und allein jeglicher positive Effekt in der Hinsicht wäre für mich schon Grund genug, weiter zu machen. Aber auch so ist die Motivation geweckt und zumindest nach aktuellem Stand auch der Spaß zurück… Kann so weitergehen (äh, laufen), auch in Woche 4!

Back on track – Woche 2

Nachdem ich in der letzten Woche möglicherweise leicht übermotiviert in den ersten Lauf des Jahres startete, folgte zu Beginn dieser Woche ein mehr als amtlicher Muskelkater. Der erinnerte mich aber weniger schmerzhaft an den sportlichen Sonntag, sondern vielmehr daran, wie sehr auch das ein spürbares Zeichen für die zuletzt vermisste Lauf-Regelmäßigkeit ist. Umso mehr ein Grund, am ersten Etappenziel „1 Lauf pro Woche“ festzuhalten. Und das kann so schwer doch nicht sein, oder?

Back on track_CologneSchnelles Vorspulen, früher Sonntagabend, die Woche ist fast schon wieder vorbei. Noch ohne Lauf. Aber: Es fällt mir nicht mal ansatzweise so schwer wie befürchtet, doch noch die Sportklamotten anzuziehen, ruckzuck bin ich unterwegs. Vielleicht, weil ich exakt dieses Wetter an der Schwelle zwischen Winter und Frühling zum Laufen so mag: Es ist kühl, aber nicht irrsinnig kalt, eher sehr angenehm, sobald sich der Körper durch die Bewegung aufheizt. Der Park ist fast leer, nur vereinzelt sind andere Läufer und Menschen mit Hunden unterwegs. Wie konnte ich eigentlich so lang vergessen, wie gut sich das Laufen doch anfühlt? Ich schaffe es sogar, mir selbst relativ wenig Stress zu machen: Die Zeit- und Kilometeransage ist ausgeschaltet, die Playlist spielt mir Gute-Laune-Musik in die Ohren und ich spiele wie immer beim Laufen ein bisschen Gedankenkino mit verschiedenen Ideen, die in meinem Kopf kreisen.

Back on track_runningDa ich dann doch aus der letzten Woche lernte (und ja, auch weil die Dämmerung noch immer zu früh einsetzt), lasse ich es auch distanztechnisch ruhiger angehen. Knapp 5km, mehr als eine Minute pro Kilometer schneller als in der letzten Woche (da freut sich das innere Ehrgeiztier dann doch direkt sehr), angenehm erschöpft und sehr zufrieden. Aktuell befürchte ich lediglich, dass dieser Wiedereinstieg fast zu einfach ist – aber umso mehr bin ich gespannt auf Woche drei!

Im Nieselregen.

Ich gebe es zu: Ich habe meine Laufroutine verloren. Nachdem ich vor einiger Zeit wirklich regelmäßig die Laufschuhe schnürte, sind die Runtastic-Einträge in den letzten beiden Jahren nur viel zu vereinzelt zu finden. Ich tue mich schwer damit (auch wenn ich es immer wieder versuchte), die Regelmäßigkeit erneut herzustellen, weil Wochen immer wieder schwer zu planen sind, weil ich gern zu spontan bin und weil es natürlich weniger Spaß macht, wenn die Zeiten auf einmal wieder frustrieren. Und ich bin ein Ehrgeiztier: Ich will nicht nur laufen, am liebsten hätte ich jedes Mal eine neue persönliche Bestzeit, obgleich ich weiß, wie absurd das ist und dass es einfach nur entspannen könnte. Natürlich will ich in der Folge eigentlich wieder umso mehr häufiger losrennen, andererseits sind da dann auch wieder tausend andere Dinge, die so dringend noch zu tun sind, und zu oft beschloss ich, mich jetzt nicht auch noch mit Sport zu stressen. So läuft (haha) es nicht.

Nachdem bei vielen Menschen die Vorsätze langsam wieder in der Welt der Konjunktive verschwinden, möchte ich wirklich endlich wieder mit dem Laufen beginnen – auch mit kleineren Zielen (grml). Es ist eigentlich verrückt, dass man dennoch immer wieder erst einen Warnschuss braucht, bevor man sich dann tatsächlich aufrafft. Und am Ende ist regelmäßiger Sport einfach eine Frage der Prioritäten: Wenn man es nie schafft, dann weil man anderen Dingen Vorrang einräumt. Manchmal vielleicht zu Recht oder aus Notwendigkeit, oft aber auch aus Bequemlichkeit und mitunter aus erwähntem falschem Ehrgeiz („Wenn, dann gleich drei Mal die Woche“).

Keine Frage, es bedarf auch Konsequenz, es wirklich im Alltag zu verankern – und Sport ist ein hinterhältiges kleines Ding, das gnadenlos bestraft und einen allein durch eine Woche Erkältung gefühlte satte drei Wochen zurückwirft.

Mein Wake-Up-Call war in der letzten Woche ein Gespräch über Migräne – über Auslöser, Häufigkeiten und vor allem über den beachtlichen Fakt, dass regelmäßiges Laufen deren Frequenz zumindest bei mir senkt. Bin ich eigentlich verrückt, entsprechend nicht längst schon wieder angefangen zu haben? Schließlich legt mich der krallende Schmerz aktuell viel zu oft lahm.

Also habe ich gestern endlich mal wieder die Laufschuhe geschnürt – und das direkt unter erschwerten Bedingungen: Kälte, Wind, horizontaler Nieselregen. Wobei ich zugeben muss: Ich mag Nieselregen zum Laufen (sonst gar nicht), mir gefällt die erfrischende Kühle im Gesicht. Da sich der Park in diesen Konditionen in eine Matschwüste verwandelt, musste auch direkt eine neue Laufstrecke her: Warum nicht zum Rhein? Und zack, hatte sich die Zieldistanz deutlich verlängert, denn wer will schon umdrehen, wenn man gerade angekommen ist?

Ich lief die ersten Schritte und hatte ehrlich erwartet, dass mich die frühere fehlende Laufbegeisterung wieder einholte. Aber nichts da! Ich versuchte mit Gedanken an den Kopf entspannt zu starten und konnte das Gefühl des Laufens unerwartet schnell genießen. Beim Laufen sortieren sich meine Gedanken einerseits mitunter fast wie von selbst, andererseits ist es eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich manchmal auch das Gefühl habe, die sich ewig drehende Gedankenwelt endlich mal anhalten zu können, wirklich den Pauseknopf für den Kopf zu finden.

So auch gestern: Die Playlist ließ Kilometer um Kilometer unter mir dahingleiten, außer mir waren fast nur andere Läufer unterwegs und zack, fühlte ich mich wieder wie ein Teil dieser geheimen Community. Köln zeigte sich auch weiterhin grau und nieselig, aber nicht einmal das machte irgendetwas aus.

Da ganz entspannt und völlig ohne Ehrgeiz natürlich auch nicht geht, war die Distanz für den ersten Lauf nach längerer Zeit eigentlich zu weit gewählt. Der heutige Muskelkater erinnert mich nachhaltig daran, aber trotzdem fühlt auch der sich irgendwie gut an. Neues Ziel: mindestens ein Lauf die Woche. Für den Kopf. Und für mich. Das sollte doch zu schaffen sein, oder?

Kennt ihr das, wieder neu mit einem Sport anzufangen und falls ja, wie motiviert ihr euch, zurückzukommen?

Laufen

 

Zwei Jahre Köln.

In dieser Woche feiere ich mit Köln, mehr als liebgewordenem Lebensmittelpunkt und Herzstadt, ein kleines zweijähriges Jubiläum. Einerseits fühlt sich der Umzug hierher noch immer nicht so an, als läge er schon so lange zurück, andererseits hab ich jedoch genauso auch das Gefühl, schon ewig hier zu sein. Vielleicht genau deswegen scheint das aber auch alles schon sehr richtig so und ich finde, die Gleichzeitigkeit beider Impressionen spricht für eine funktionierende Stadtbeziehung. Köln ist zuhause, ist gefühlte Heimat und war städtetechnisch die beste Entscheidung, die ich 2014 überhaupt hätte treffen können.

Das Beste an Köln?
Himmel über Köln
Noch nie war es für mich so einfach, in einer Stadt anzukommen, mich zuhause zu fühlen. Vor allem im Vergleich zu Hamburg ist der Kontrast enorm stark und vielleicht habe ich erst hier richtig gemerkt, warum es mich dort gar nicht hätte halten können. Ich liebe die Offenheit Kölns, die Atmosphäre der Stadt, die Menschen, die sie so prägen – und auch ein bisschen die weniger stadtästhetischen Seiten, die den Kölner an sich trotzdem kopfschüttelnd lächeln lassen und oft genug Anlass für ein kurzes Gespräch mit völlig Fremden sind.

Das liebste Kölsche Grundgesetz?
Kölnliebe
Wat soll dä Quatsch? Wieso braucht es eine Präferenz? Nachdem ich gestern Abend noch testete, ob ich sie aus dem Kopf alle zusammen bekomme (leider nein), heute die Entscheidung für einen Liebling… Das fällt mir schwer, ich mag die Gelassenheit von „Et kütt wie et kütt“ (auch wenn ich in der Adaption selbst nicht immer brilliere, so rein stressmäßig), die Zuversicht von „Et hätt noch immer jot jejange“ (erinnert mich an Australien mit dem Kerngedanken von „She’ll be right, mate“) und die charakteristische Geselligkeit von „Drinkste ene mit?“. „Et bliev nix wie et wor“ assoziiere ich noch mal stärker mit Köln, vor allem mit dem Start hier – und das nicht nur, weil der Blogbeitrag zur Wohnungssuche so hieß. Was ich sagen bzw. schreiben will: Ich kann keinen Favoriten benennen, ich mag sie alle. Wat wellste machen?

Wenn ich ein Kölsches Lied höre, dann ist es…
Hey Kölle, do bes e Jeföhl! Ohne Frage, mein lokaler Lieblingssong, auch der sehr mit dem Start, dem schnellen Zuhause-Gefühl, den Menschen verbunden. Köln ist definitiv ein Gefühl, und zwar ein sehr schönes. Natürlich werde ich nicht aufhören zu reisen und Köln selbst kann das Fernweh, das so in mir wohnt, nicht abstellen, aber ich bin sicher, dass hierher zurückzukommen immer irgendwie besonders und auf eine sehr eigene Weise berührend sein wird.

Und Karneval?
Kölsch
Unbedingt mal mitmachen! Wenn man Lust auf die Verrücktheiten der 5. Jahreszeit hat, ist Köln das Paradies – im gegenteiligen Fall kann man ihnen auch kaum entgehen. Ich hatte einen sehr lustigen Karneval im ersten Jahr hier, habe angemessen viel kölsches Liedgut und die Stadt noch mal aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Allerdings brauche ich persönlich Karneval nicht in jedem Jahr: Lässt man mir die Wahl, mit nur einem Urlaubstag fünf Tage verreisen oder alternativ feiern zu können, gewinnt das Fernweh doch sehr eindeutig.

Wenn man nur einen Tag in Köln ist, sollte man unbedingt…
Seilbahn_Köln
Seilbahn fahren! Ich kann selbst nicht einmal genau sagen, warum ich das so sehr mag, aber Seilbahnfahrten über den Rhein begeistern mich auf ganz seltsame Weise. Es ist völlig touristisch, für die kurze Zeit komplett überteuert, aber ich hüpfe wie ein aufgeregtes Kind durch die Gegend. Es ist, wenig überraschend, auch nicht wahnsinnig spannend, aber man hat an klaren Tagen einen durchaus sehr hübschen Blick auf diese Stadt, die ich in den letzten zwei Jahren so sehr ins Herz geschlossen habe. Und man kann danach auf der oft verschmähten falschen Rheinseite sehr nett durch den Park laufen, Eis essen und auf die Stadt sehen. Und vor der Seilbahnfahrt dem durchaus auch hübsch gemachten Kölner Zoo nebenan einen Besuch abstatten.

Hohenzollernbrücke und Dom_Köln