2017: Ein Jahr voller Dankbarkeit.

365 Tage, 14 Reiseziele, ein Umzug, mindestens zwei neue Hobbies, unzählige Momente. Mit Feuer im Herzen, Fernweh im Kopf, Überraschungen im Kalender und vielen Augenblicken purer Happiness in mir. Einerseits verging dieses Jahr so schnell, andererseits passierte auch wahnsinnig viel – Grund genug, auch mit zugegeben ganz ordentlicher Verspätung noch einmal zurückzublicken…

Januar
2017 startete für mich in Sofia mit einem kurzen Feuerwerk, aber umso ausschweifenderem Gruppentanz auf dem Hauptplatz der bulgarischen Hauptstadt. Wie die Tanzenden parallel Smartphone, Zigaretten, Bier und sich selbst gegenseitig im Kreis halten konnten, ist mir übrigens immer noch ein Rätsel.
Ende Januar ging es gleich weiter mit der Mission Fernweh stillen: Ich verbrachte ein Wochenende in London mit Liquid Nitro Ice Cream (klingt chemisch-fies, war aber super), Roof Top Breakfast, der Müsli-Bar mit dem besten Namen ever (Cereal Killer!), einer unvergesslichen Bar-Nacht im Prohibitions-Style im Cahoots und einer überraschenden, aber umso schöneren Zufallsbegegnung mit einem früheren Kollegen auf dem Rückweg zum Flughafen.

Februar
Anfang Februar entdeckte ich mit dem Sabor Ermoso in Köln meine Café-gewordene Sommer-Sehnsucht und einen neuen Lieblingsplatz. Ganz im Gegensatz zum Sommer-Flair stand dann allerdings das nächste Reiseziel: Lappland, mein persönlicher Kältetest. Gewappnet mit -50-Grad-Schuhen, bis zu fünf Lagen und einem breiten Grinsen wanderte ich eine Woche lang durch eine Wunderwelt in blau und weiß und genoss das beste Gefühl von Entspannung durch völlige Abgelegenheit.
Größter Uaaaah-Moment: Die nachts im vereisten Riisitunturi aufkommende und spontane Atemnot auslösende Frage, ob es dort eigentlich Bären gibt.
Größter Wooah-Moment: Eines der unfassbarsten Natur-Erlebnisse überhaupt: Die Sichtung von Nordlicht, wie es grün über den Himmel tanzt. SCHÖNSTER WAHNSINN!!

März
Nachdem sich in Lappland -10 Grad als milde Temperatur in mein Kältesystem fräste, war ein Wochenende in Hamburg keine Herausforderung mehr: In stilechtem Nieselregen schaffte ich, was in 2,5 Jahren Wohnen in HH nicht möglich gewesen war und drehte meine erste Alster-Laufrunde. Außerdem im Programm: Musical mit Mama und die früheste Frühstücksverabredung meines Lebens sonntags um 7 Uhr mit der wunderbaren und schwerstens vermissten Kirsten.
Auch in Köln ging es munter weiter: Es warteten eine persönliche Mutprobe, ein Geburtstagswochenende inklusive Wiedersehen mit Uni-Freunden, ein Junggesellinnenabschied und eine neue Freitagstradition mit der Lieblingskollegin.

April
Auch im April war kein Reisestop in Sicht – der nächste Flug ging für mich nach Wien in ein Wochenende ohne Sachertorte, aber mit Gatorade Blue (viiiel besser!), Schlössern, Wiener Schnitzel und meinem ersten Besuch im traditionsreichen Café Central. Statt Wiener Opernball stand am Ende des Monats dann die Hochzeit zweier Freunde mit ausschweifender (90er)-Party an – I want it that way!

Mai
Um die Bedeutung des Wortes Ruhe zumindest ansatzweise mal erkunden zu können, blieb der Mai quasi reisefrei, abgesehen von einem Ausflug nach Düsseldorf zu Freunden inklusive des ersten Open-Air-Grillens des Jahres und anschließendem gemeinsamen Pokalfinal-Zittern. (Ich sagte doch, ich wollte mal sowas wie Ruhe, Jungs! ;))

Juni
Glitzer, Reisen und eine neue Ära: Im Juni wartete eine 90er-Party, die jede vorsichtige Vorfreude weit übertraf, und mit Neon-Bändchen, TV-Intros und allerhand weiteren besten Überraschungen definitiv zu den unvergesslichen Abenden des Jahres gehört.
Die große 30, die mir so gar keine Sorgen bereitete, sondern mehr Vorfreude auf all das, was so kommen mag, läutete ich (wo auch sonst?) auf Reisen ein. Florenz machte den Auftakt und viel Spaß – unter anderem mit einem 1,8 kg schweren Bisteccia Fiorentina zum Mittagessen, nächtlichem Ausblick über die Stadt vom Piazzale Michelangelo, Kleiderkauf und Schlendern über die Ponte Vecchio. Meinen Geburtstag selbst verbrachte ich in Rom, der ewigen Lieblingsstadt: Wie immer mit einem Besuch im Park und dieses Mal auch in der Galeria Borghese, mit Gelato, tollem Essen und nächtlichen Drinks auf der Dachterrasse des Airbnb – der beste Start, den man sich wünschen kann. <3

Juli
Der Juli punktete mit dem Highscore in der Kategorie „statistisch nicht repräsentative Ergebnisse für die Wohnungssuche in Köln“: Nach zwei Besichtigungen die Zusage für eine grandiose Wohnung, völlige Verwirrung aufgrund akuter Unerwartetheit und die Challenge, schon innerhalb von sechs Wochen umziehen – accepted!
Wenn einem der Kopf sowieso schon in den Wolken steht und drei Millionen Eindrücke auf ihn einprasseln, gibt es ein gutes Rezept: Ruhe, Natur, Into the wild! Und so startete ich in ein Wander-Wochenende, wurde belohnt mit Ausgeglichenheit, guten Gesprächen und erinnerungswürdigen Momenten. Einer davon: Der Abschiedsgruß der Hüttendame: „Pfiats Euch“. Hört sich für mich immer noch nach „Verpisst euch“ an. ?

August
Die Umzugsvorbereitungen durchbrach eine weitere Reise (OMG, ich war wirklich unfassbar viel unterwegs!). Nach Gozo. Klingt nach Japan, gehört zu Malta und war mir bis Anfang 2017 völlig unbekannt. Dennoch lohnt sich ein Besuch sehr – nicht nur, weil Game of Thrones u.a. dort gedreht wurde, sondern auch, weil man auf Gozo tauchen kann, ich meine Kletter-Premiere feierte, beim lokalen Festival Gozo-Wein und Banoffee probierte und es wahnsinnig viele Katzen dort gibt. Und einen abgefahrenen Fahrstil der Locals, dem ich glücklicherweise bis zum Schluss nicht zum Opfer fiel… 😀

September
Umzug. Umzug. Umzug. Die schlimmste Woche des Jahres. Und die Notwendigkeit zu lernen, dass manchmal auch Plan-B-Varianten reichen müssen, dass am Ende doch alles immer irgendwie klappt – und dass vielleicht auch nicht immer alles ab Woche 1 perfekt sein muss. Obwohl ich das Gefühl habe, mich an kaum mehr als stetes Rotieren zwischen drei Wohnungen zu erinnern, war da aber doch noch etwas (und etwas ziemlich Tolles!): Ein Treffen mit Marco Reus für die DKMS (und wie unfassbar sympathisch und engagiert er ist, großartigst!).

Oktober
To dos bis an die Kalender-Oberkante, in jeder freien Minute Möbelaufbau und parallele Urlaubsvorbereitungen mit charmanten kleinen Krisen – willkommen im Oktober! Auf magische Art und Weise klappte aber doch alles – und am Ende wartete die Erfüllung eines unendlich lang gehegten Reisetraums: Patagonien!

November
The trip of a lifetime – Patagonien kann ich eigentlich nicht anders beschreiben. Wilde Landschaft, so türkise Gletscherseen, dass man die eigene Farbskala im Kopf neu justieren möchte, Berge, Schnee, Sonne, die gute Anstrengung langer Hikes, unvergessliche Momente, das Ende der Welt und unendliche Happiness – es war die Definition von schön. Selten fiel es mir so schwer, einen Ort zurückzulassen wie in Patagonien – auch, wenn mit den Iguazu-Fällen und Uruguay weitere große Ziele darauf warteten, Atem und Worte zu rauben. Wahnsinn und Liebe und unendliche Dankbarkeit.
Schon nach sechs Tagen zurück in Köln ging es auch schon wieder weiter: In die mir bis vor Kurzem noch unbekannte Hauptstadt Irlands (die junge Frau und das Fernweh und so). Die Reisen sind nicht ansatzweise vergleichbar, aber nach dieser Vorlage von Patagonien war es fast überraschend, wie viel Reiseliebe Dublin direkt auslöste (wenn auch ganz andere): Eine charmante Stadt, ein zauberhaftes BnB, fantastisches Essen und Eintauchen in die Vorweihnachtszeit – woop woop!

Dezember
Hurtig weiter, genau so, wie das ganze Jahr verlief: Auf Weihnachtsvorbereitungen auf Highspeed folgte allerdings auch tatsächlich im Dezember ein erstes Gefühl von Müdigkeit, ein Bedarf an mehr Zeit und der Wunsch, mal runterzukommen. Daran arbeite ich dann 2018. 😉 Nach wunderschönen Weihnachtstagen folgte zunächst dann aber noch das letzte Reiseziel des Jahres: Lissabon. Und Lissabon belohnte: Mit Ruhe, mit dem wunderbarsten Blick auf den Hafen aus einem winzig kleinen, aber maximal charmanten Airbnb, mit gutem Essen und Wein und einer Atmosphäre zum sich verlieren. Ich möchte die Prognose wagen, dass ich dort nicht zum letzten Mal war.

Jetzt, wo ich es aufgeschrieben habe, bin ich umso mehr überwältigt von diesem letzten Jahr. Wow, ich durfte wahnsinnig viel (und wahnsinnig viel Schönes!) erleben. 2017 war nicht nur ein Jahr mit signifikanten Reisen, sondern mit verdammt vielen wundervollen Momenten, gelebten Träumen, wahnsinnig viel purem Glück und auch mit neuen Schritten, wichtigen Erkenntnissen und tollen Begegnungen. 2017, wie schön, dass wir diese schöne Zeit hatten, gemeinsam weiter gewachsen sind, um noch gefestigter zu sein auf dem Weg, mit klarem Blick, wohin die Reise(n) 2018 gehen soll. DANKE! Und danke natürlich vor allem auch an die wundervollen Menschen in meinem Leben, die 2017 zu dem Jahr gemacht haben, das es gewesen ist. Danke, dass es Euch gibt, danke für all die Augenblicke und Erinnerungen, danke für euch! <3

Lappland-Reisevorbereitung: Momente

Ich zog drei Paar Handschuhe übereinander und frage mich immer noch, ob das warm genug sein wird.

Ich zog vier Paar Handschuhe übereinander und stelle fest: Das ist zu viel – bzw. zu wenig, Platz nämlich, das fühlt sich ganz fies nach Fingerquetschung an.

Es gibt Schuhe und es gibt Lappland-Schuhe. Letzteres sind quasi kleine Häuschen, die für Füße gebaut wurden. Und die bis zu -100°C aushalten können (auch, wenn man selbst das dann vermutlich schon lange nicht mehr aushalten konnte).

Ich finde es grauenhaft, das zu bestätigen, aber: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal nur zwei Paar Schuhe für einen Urlaub einplante. Und erst recht nicht, wann jemals Hausschuhe dabei gewesen wären.

Man glaubt nicht, wie viele warme Klamotten man gerollt in einen Koffer bekommen kann. Test erfolgreich.

Und ich glaube kaum, wie schwer es doch ist, die Eitelkeit ganz zu besiegen und kein Kleid auf die Liste zu packen (oder irgendein anderes nicht pragmatisches oder comfymäßiges Kleidungsstück), weil das einfach völliger Irrsinn wäre.

Ich werde ein Stirnband einpacken, das ich noch unter die Mütze ziehen kann. Farbwahl: gelb, Mütze: schwarz. Hallo, BVB! (Das BVB-Handtuch ist dann natürlich auch dabei.)

Im Zweifel werde ich vier Hosenlagen übereinander tragen können. (Sollte also auch für mich als Frostbeule klappen.)

Ich habe mir Wissen angelesen, ab wann so ein Nasenpiercing einfrieren könnte.

Begleitende Reiseliteratur: Marie von Ebner-Eschenbach und Elisabeth Rank.

100 happy days.

RomIm Frühjahr diesen Jahres stolperte ich mal wieder über die #100happydays-Challenge und wer mehr oder minder eifrig meinem Twitter– und/oder Instagram-Account folgt, dem dürfte dieser Hashtag bis zum Juni häufiger untergekommen sein. Worum es bei #100happydays geht? Um die Frage, ob du es schaffst, 100 Tage am Stück glücklich zu sein. Klingt einerseits vermessen und schwer und andererseits ganz einfach? Ja, vielleicht beides.

Bei diesem kleinen Projekt geht es allerdings nicht darum, jeden Tag überbordend-ausgefallene Glücksmomente von exotischen Reisen, exquisitem Essen, glamourösen Abendveranstaltungen oder ähnlichem zu posten, um andere neidisch zu machen. Im Gegenteil: Es geht darum, auch kleine Glücksmomente zu feiern, sich diese bewusster zu machen und sich jeden Tag mindestens einmal kurz Zeit zu nehmen, um sie zu rekapitulieren, statt, wie es so oft im Alltag geschieht, einfach über sie hinwegzurasen. Natürlich können da auch außergewöhnlich schöne Momente dabei sein – aber wer teilnimmt, um andere zu beeindrucken, verliert schon automatisch, wie die Website verkündet. Gutes Prinzip. Und zudem ist das Bild einer Tasse Tee nach einem langen Tag manchmal vielleicht auch persönlicher, nahbarer und just dieser Moment nachvollziehbarer als vermeintlich konstantes Hochglanzglück. Dennoch: 71% der Teilnehmer schaffen es am Ende nicht – meist aufgrund von Zeitmangel. Zu wenig Zeit für Glück? Das klingt falsch. Und deswegen musste ich das testen.

Ich mag die Idee hinter den #100happydays – dieses bewusste Innehalten, einhergehend mit der Feststellung, was uns eigentlich so glücklich macht. Und dass auch nervige, anstrengende, blöde Tage insgesamt doch eigentlich ziemlich happy sind. Natürlich können wir die Frage stellen, was genau denn Glück ist, ob das nicht erst dieses überbordende Hochgefühl ist und ob die #100happydays nicht eher oft einfach Zufriedenheit abbilden, aber vielleicht tragen 100 zufriedene Tage am Ende auch schlicht dazu bei, dass sich insgesamt viel mehr Hochgefühl einstellt. Die Definitionsfrage ist natürlich gerechtfertigt, da der Anspruch so hoch gesetzt ist – aber auch 100 Tage bewusste Zufriedenheit sind vielleicht schon mal ein sehr gutes Ziel. Und eine Grundvoraussetzung für viel mehr gefühlte Happiness. (Ich sollte an der Stelle vielleicht aufhören, sonst nimmt der Post eher Romanlänge an und kommt zu weit von der Idee ab.)

Wie die Challenge abläuft? Wer an den #100happydays teilnimmt, postet 100 Tage lang jeden Tag etwas, das ihn oder sie in eben diesem 24 Stunden-Zeitraum glücklich gemacht hat. Bei Anmeldung kann man einen präferierten Kanal auswählen. Bei mir fiel die Wahl auf Twitter – auch wenn ich Instagram für die Challenge sehr mag, so ist mein Glück doch ab und zu einfach textbasiert (und Instagram-Pics lassen sich ja auch über Twitter teilen). Wer die Challenge nicht über seine Social Channels begleiten möchte, kann auch per Mail teilnehmen.

Während meiner 100 Challenge-Tage habe ich mit einer einzigen und sehr bewussten Ausnahme an jedem Tag ein Fünkchen Happiness geteilt. Zugegeben, in einer Woche zwei Mal erst kurz nach 0 Uhr, aber das ging bestimmt aufgrund der Zeitumstellung durch – und ein neuer Tag beginnt ja sowieso erst nach dem Schlafen gehen. 😉

Wie happy die #100happydays nun waren? Sehr. Sehr, sehr, sehr sogar. Ich mag die Idee nach wie vor, die kleinen Momente zu feiern, das schwedische Fladenbrot zu einer Folge Grey’s Anatomy oder die Tatsache, an einem Tag so einiges über musikalische Kompositionen gelernt zu haben. Und doch habe ich mich sehr gefreut, als die Challenge vorbei war. Weil es anstrengend ist, glücklich zu sein? Nein, es machte mir im Gegenteil sehr bewusst, wie viele Gründe es dafür gibt und das ist toll. Vielmehr störte ich mich aber doch am Social-Sharing-Element, das ich zugegeben einfach unterschätzt hatte. RunningHeute eine Tasse Tee, gestern ein Bild vom Lauf durch den Park, am Tag zuvor ein kurzer Tweet über die lustige Mittagspause – so in etwa hatte ich mir das vorher vorgestellt und mir gar nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht. Angemeldet, los ging es.

Aber im Verlauf stelle ich fest, dass ich viele der wirklich glücklichen Momente gar nicht via Twitter oder Instagram teilen möchte. Sie sind da, ich freue mich enorm und ich schätze sie sehr, aber sie gehören für mich nicht in die Timelines dieser Welt. Weil ich mein Glück nicht gern mit anderen teile? Mitnichten. Viel eher, weil manche Momente einfach mir gehören und nicht öffentlich geteilt werden müssen und sich das so auch sehr richtig anfühlt. Und auch, weil mir der Gedanke nicht gefällt, dass Menschen, die mir noch nie begegnet sind, zu viel von mir wissen können, sich ein zu umfassendes Bild meines Lebens machen können, für mich zu viel Persönliches erfahren. Ich möchte diese Entscheidungen sehr bewusst treffen – entsprechend herausfordernd war die #100happydays Challenge mitunter auch. Dieser Schwierigkeit der Differenzierung begegne ich seit Anfang an auch immer wieder hier im Blog – deshalb eigentlich umso erstaunlicher, dass ich sie vorher nicht so sehr antizipierte: Natürlich sind meine Accounts persönlich, sollen etwas von mir zeigen, mich widerspiegeln – aber mir missfällt die Idee, jede Facette meines Lebens preiszugeben. Gerade im Hinblick auf die sehr persönlichen.

MineIch weiß, das ist eine komplett subjektive Entscheidung – und ich bin völlig cool mit Menschen, die das ganz anders, viel offener handhaben, sich bewusst dafür entscheiden. Allein, es ist nicht meine Wahl. Und deswegen tat ich mich auch des Öfteren schwer mit den #100happydays. Damit, eine abstrakte Umschreibung für mein Glück zu finden, um es gefühlt mehr für mich zu behalten. Warum ich das Projekt nicht abgebrochen habe? Ist nicht meins, einfach aufzuhören, das kann ich irgendwie dann doch auch nicht. Ich wollte durch die Challenge hindurch und es war definitiv interessant, immer wieder Zwischenwege zu finden.

Ist die Challenge gescheitert? Nö. Im Gegenteil: Ich hab allein damit ja schon bzw. noch einmal etwas über mich gelernt, was die Deutlichkeit der Differenzierung für mich teilbarer Momente angeht. Und ich mag den kontemplativen Moment der Rekapitulation des kleinen und großen Glücks nach wie vor. Vielleicht werde ich meine 21-Uhr-Erinnerung für die #100happydays, diese kleinen ruhigen 5 Minuten dennoch weiterführen – dann allerdings vielleicht ganz analog in einem Notizbuch.

Mehr als ein Wunder – und doch kein ganzes

IMG_1233Wir alle haben es tausend Mal gehört, immer wieder: Fußball schreibt die seltsamsten, kuriosesten, schmerzhaftesten und freudentränenerfülltesten Geschichten. Jaja. Man denkt immer „Weiß ich doch!“ – aber dann kommt wieder einer dieser Abende, eines dieser Spiele, wo einem wieder mit ungebremster Wirkungskraft die Bedeutung dieser so simplen Aussage in den Kopf und ins Herz geschleudert wird. Wo einem immer noch einmal in neuen Facetten – manchmal funkelnd, manchmal traurig glitzernd – bewusst wird, was dieser Sport, der eigene Verein, diese ganze Liebe mit einem macht. Immer wieder, immer auf ein Neues.

Dass der BVB bereits vor längerer Zeit das große Drama-Paket auf seinen Namen gebucht hat, das ist nicht neu. Was das aber immer wieder mit sich bringt, das überrascht einen dann doch bei aller Klarheit jedes Mal von Neuem. Weiterlesen

Vondelpark, Amsterdam

Wenn ein Aufenthalt in einer Stadt wie Amsterdam nur so kurz ist wie unserer, dann ist das natürlich immer schade und man muss sich umso genauer überlegen, was man mit der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit so anfängt. Statt Unmengen an to dos zu erledigen und imaginären Plänen hinterher zu rennen, finde ich es oft umso wertvoller, einfach innezuhalten, sich beispielsweise in ein Café zu setzen und zu beobachten. Die Stadt, die Menschen, die Gewohnheiten. Sich die Sprache anzuhören und so viel Atmosphäre wie möglich in sich aufzunehmen. Einfach da sein, sich dessen bewusst sein und versuchen, ein bisschen „echtes Lebensgefühl“ aus dieser Stadt einzusammeln.

Ein Platz, der sich dafür in Amsterdam auch ganz hervorragend eignet, ist der Vondelpark. Zusätzlich liegt er noch ganz in der Nähe vom sehr schönen Museumsviertel, das jederzeit einen Spaziergang wert ist, sei der Aufenthalt auch noch so kurz. Im Vondelpark begegneten uns nicht nur unfassbar viele sportliche Menschen beim Laufen oder auf dem Rad, noch viel mehr hatten sich auf den großen Rasenflächen einen Platz gesucht, um einen der womöglich letzten warmen Sommerabende gemeinsam zu genießen. Ich mag ja sowieso Plätze gern, an denen Menschen zusammen kommen – und der Vondelpark war für mich an jenem Abend das verdichtete Gefühl von Sommer in der Stadt. Grillen, zusammen sitzen, reden, Musik hören. Große Gruppen, kleine Gruppen, Paare und einzelne Personen, von denen dennoch niemand das Gefühl erweckte, allein zu sein. Weiterlesen

Ein Florida-Fazit mit viel hach und danke. <3

Ich könnte jetzt seitenlang ausholen, um diesen Aufenthalt in Florida zusammenzufassen, aber eigentlich bedarf es gar nicht allzu vieler Worte. Danke, Florida für eine unglaublich wundervolle Zeit. Für fast immer scheinbar endlos viel Sonne, für schnellstens wieder aufhörenden Regen, wenn er denn wirklich mal da war, für die zauberhaftesten Strände und Surferstädte, für magische Zeiten, für auch abends noch warme Pools, für Playlists, die immer wieder den Sommer und diese Zeit in Ohr und Kopf holen werden, für einfach alles.

Ich hätte mir kein besseres Ziel wünschen oder ausdenken können, um meine Reise zu beginnen. Und dieser Auftakt hätte nicht wunderbarer sein können: Wann immer ich dachte, mehr Schönheit, mehr Wunder, mehr Zauberhaftigkeit ginge nicht, zeigtest du mir: Geht doch, glaub einfach dran. Jeder Superlativ schien nur temporär zu sein, die mitgenommenen Glücksgefühle halten jedoch an. Und das Wissen, dass manchmal einfach alles funktionieren kann. Dass tolle Zeiten warten. Dass es perfekte Momente gibt. Danke, Florida.

St. Pete Beach, Florida

Auch wenn für den ersten Tag in Florida zunächst das Baseballspiel der Tampa Bay Rays gegen die Los Angeles Angels auf dem Reiseplan stand, war doch klar, dass dieser Tag nicht ohne einen Strandbesuch enden darf – zumal wir uns ja schon mal in der Tampa Bay Area und damit in direkter Nähe zum Golf von Mexiko befanden.

Nach Spielende machten wir uns daher schnellstens auf den Weg nach St. Pete Beach – und das schnellstens darf hier gern wörtlich verstanden werden, ruckzuck waren wir da. Das war auch das Ziel, denn die Entscheidung für St. Pete Beach erfolgte vor allem aufgrund der Lage – und irgendwie auch aufgrund der Tatsache, dass der Name so verheißungsvoll entspanntstrandigwunderbar klang. Obwohl der Strand ein beliebtes Reiseziel ist, war er keineswegs überfüllt, sondern es gab nur verhältnismäßig wenige Besucher. Strand St. Pete BeachEs ist schwer, die Atmosphäre in Worte zu fassen: alles war tiefenentspannt, ich war mit Betreten des Strands tiefenentspannt. Alles ganz lockerleicht, natürlich begleitet von der typischen Strandmelodie: Die Ruhe unterbricht sich nur für heran rollende Wellen, ein paar Füße im Sand und kreischende Möwen. Ohne jegliche Anstrengung war einfach alles wunderschön. Vor allem natürlich das grünblaue sanftglitzerige Flutenwunder, der Golf von Mexiko. Pitschwarm und prickelig, wenn man ihn wieder verlässt, aufgrund des beachtlichen Salzgehalts. Weiterlesen

Sommertage.

Aufwachen mit den ersten Sonnenstrahlen im Gesicht, die sich durch die winzigen Ritzen der Jalousie zwängen und das Zimmer in warmes, goldenes Licht tauchen.

Frühstück auf dem Balkon. Weniger Brot, mehr Früchte. Erdbeermilch und der Geschmack von Wassermelone.

Blinzeln, lächeln. Sitzen bleiben, mitten in den Sonnenstrahlen.

Aufstehen, duschen. Noch mal duschen. SonnencremeSonnencremeSonnencreme. Der Geruch nach Strand und Sand und Sommerferien. Weiterlesen

Echte Liebe ohne Filter.

Das erste Begegnung im Champions League Halbfinale zwischen Borussia Dortmund gegen Real Madrid ist fünf Tage her und noch immer fehlen mir die Worte dafür, was in diesem wunderschönsten Stadion überhaupt passiert ist. Ich versuche es trotzdem, vermutlich bräuchte ich aber diese französische Institution zur Erfindung neuer Wörter, um dem annähernd gerecht zu werden.

Wie besonders dieses Spiel war, lässt sich ein kleines bisschen schon daran ablesen, dass jeder, der am letzten Mittwoch mit in diesem Stadion war, genau das gleiche sagte und auch weit nach Abpfiff um Worte ringen musste, die das Erlebte irgendwie widerspiegeln können. Nach dem Málaga-Spiel dachten wir ja alle, solche einzigartigen Momente, die sind nicht zu wiederholen (stimmt, jeder ist anders besonders) und auf lange Sicht schon mal gar nicht zu toppen (stimmt nicht). Tja, und dann kamen die Jungs und die Fans und legten noch eine ganze schwarz-gelbe Portion drauf.  Weiterlesen

Moments.

Der heutige Sonntag war einer der ersten warmen Tage des Jahres. Die Erleichterung der Hamburger, dass Temperaturen im zweistelligen Bereich (nicht minus) doch noch möglich sind, war mit jedem Sonnenstrahl greifbar. Was also anfangen mit einem dieser bisher so seltenen Tage?

Eine der klassischen Antworten: Fähre fahren. Ich mag es immer noch sehr gern, dass man das hier einfach mal eben machen kann. Am Wochenende gilt zudem mein normales Bahnticket im Großbereich und da dauert es nur noch Millisekunden, bevor Gisbert zu Knyphausen in meinem Kopf von der Linie 62 zu singen anfängt.  Weiterlesen